DFG-Projekt | Reinhart-Koselleck-Projekt | Narratologie Diachron
Prof. Dr. Monika Fludernik
Antragstellerin
[2019 – 2024]
Narratologie Diachron ist ein Projekt, das neue Horizonte in der Erzählforschung eröffnet, indem es die traditionelle synchrone Ausrichtung der Narratologie durch eine diachrone Orientierung ersetzt. Die Erzählforschung strukturalistischer Prägung ist in ihrem Kern eine synchrone Disziplin mit dem Anspruch auf Universalität ihrer Kategorien. Das vorgeschlagene Projekt initiiert eine diachrone Erzählforschung, die nicht nur die Erkenntnisse historischer Untersuchungen in das gängige Modell einbringt, sondern zusätzlich die Kontinuitäten und Form- sowie Funktionswechsel im Wandel der Erzählformen ab dem Spätmittelalter analysiert und theoretisch reflektiert. Am Ende soll eine Narratologie stehen, die diachron die Funktionsverschiebungen und Neuansätze in der Erzählpraxis zu dokumentieren vermag. Das Projekt will auch klären, ob es möglich sein wird, alle historisch beobachtbaren Phänomene in einem Erzählmodell zu integrieren oder ob separate historische Narratologien für einzelne Epochen die Fakten adäquater zu beschreiben imstande sind. Insofern als ein neues, flexibles und historische Entwicklungen integrierendes Erzählmodell geschaffen werden soll, ist das Projekt risikobehaftet, da es statische Kategorien der klassischen Erzählforschung in dynamische umwandeln und diese in einem neuen narratologischen Rahmen aufzubereiten versucht. Risiken liegen auch in der anvisierten Materialfülle und in der Aufbereitung der narrativen Entwicklungen unter dem Aspekt von Funktionsverschiebungen, die systematische Analysen der einzelnen narrativen Systeme erlauben.
ERC Starting Grant | Lists in Literature and Culture: Towards a Listology
Prof. Dr. Eva von Contzen
Projektleiterin
[2017 – 2022]
LISTLIT investigates the cultural practice of lists and list making and its manifestations in narrative texts from antiquity until the twenty-first century. The simple form of the list has been remarkably constant for centuries: as a practical device, lists have been a prime instrument for classifying, organizing, and categorizing the world since the early high civilizations. Lists are tools of the mind: in visualizing human beings’ thinking, they are indicative of cognitive processes. In literary texts, list structures have been employed at least since antiquity. The manifold configurations of lists in literature and their enmeshment with the practical usage of lists in a given period take centre stage in this project. How are lists as a tool for thinking and organizing the world in everyday life and lists in literature intertwined? Embedded in narrative texts, lists challenge the received parameters of how narrative texts work. The study of lists in the trajectory of cognition, narration, and practical usage thus provides a risky and challenging alternative approach to narrative forms and functions, reader engagement, and the aesthetics of literature. Situated at the heart of the intersections between cognitive theory, cultural history, and literary history, LISTLIT significantly advances our understanding of how literature and list making as a cognitive tool and cultural practice are interrelated. By scrutinizing the practices of list writing in and beyond literary texts, LISTLIT establishes a ‘listology’, that is, the systematic and diachronic study of lists and listing structures in cultural productions.
SFB 948 | Helden – Heroisierungen – Heroismen. Transformationen und Konjunkturen von der Antike bis zur Moderne
Prof. Dr. Barbara Korte
Leiterin des Integrierten Graduiertenkollegs
[2012 – 2024]
Der durch die DFG geförderte Sonderforschungsbereich ‚Helden‘ untersucht das Heroische als soziales Phänomen in einer kulturübergreifenden komparativ-diachronen und -synchronen Langzeitperspektive von der Antike bis heute. Sein besonderes Interesse gilt dabei den sozialen Ordnungen, die durch Heldenfiguren stabilisiert, aber auch in Frage gestellt werden. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der beteiligten Projekte und Personen aus dem Englischen Seminar.
SFB 1015 | Muße. Grenzen, Raumzeitlichkeit, Praktiken
Prof. Dr. Monika Fludernik
Vorstand
[2013 – 2020]
Der durch die DFG geförderte Sonderforschungsbereich ‚Muße‘ untersucht Kulturen der Muße systematisch, historisch und empirisch und rückt dabei die gesellschaftlichen und gesellschaftspolitischen Aspekte des Themas ins Zentrum. Die Analyse sehr unterschiedlicher historischer und gesellschaftlicher Praktiken und Diskurse soll die heutige Debatte um die Bereitstellung und Verwendung von Zeitressourcen schärfen, indem sie die anthropologischen Grundfragen, die mit ihr verbunden sind, erkennbar und genauer fassbar macht. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der beteiligten Projekte und Personen aus dem Englischen Seminar.
GRK 1767 | Faktuales und Fiktionales Erzählen
Prof. Dr. Monika Fludernik
Antragstellerin
[2012 – 2021]
Der Gegenstand des durch die DFG geförderten Graduiertenkollegs ‚Erzählen‘ ist einerseits faktuales Erzählen und andererseits Erzählen, das zwischen Fiktionalität und Faktualität changiert. Damit hebt sich das Thema des Kollegs von der Masse narratologischer und auch philologischer Forschung ab, die primär fiktionale Texte, also Romane, Dramen und Versnarrative behandelt. Das GRK behandelt das Zusammenspiel von Faktualität und Fiktionalität in einer großen Spannbreite von Text(sort)en sowie (audio-)visuellen und materiellen Medienprodukten. Ziel ist es, einerseits Forschungsfelder außerhalb der Philologien in die narratologische Analyse zu integrieren, sowie andererseits aus dem Umgang mit faktualem Erzählen jenseits der Erzähltheorie zu lernen, und gängige narratologische Modelle in Hinblick auf faktuale Texte zu modifizieren. Das zentrale Thema der Interferenz zwischen Faktualität und Fiktionalität wird in einem breiten interdisziplinären Verbund unter Einbeziehung der Geschichtswissenschaft, der therapeutischen Psychologie sowie der Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften erforscht. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der beteiligten Projekte und Personen aus dem Englischen Seminar.
GRK 1624 | Frequenzeffekte in der Sprache
Prof. Dr. Dr. h.c. Christian Mair
Antragsteller
[2009 – 2018]
Ziel des durch die DFG geförderten Graduiertenkollegs ‚Frequenzeffekte‘ sind umfangreiche und untereinander koordinierte empirische Untersuchungen zu Frequenzeffekten vornehmlich in den bzw. anhand der europäischen Sprachen und ihrer Varietäten. Unter Frequenz wird die Vorkommenshäufigkeit einer bestimmten sprachlichen Struktur (items, strings, types, tokens) in einem bestimmten Ausschnitt der Sprachwirklichkeit (der durch ein passendes Korpus approximiert wird) verstanden. Sie wird im Rahmen gebrauchsbasierter Theorien modelliert, die davon ausgehen, dass die Häufigkeit eines linguistischen Phänomens in der mentalen Repräsentation von Sprache einen Niederschlag findet. Das GRK geht aber über diese oft nur unterstellte Annahme hinaus, indem es die Wirkung dieses Niederschlags untersucht, und zwar in verschiedenen empirisch mit den Methoden der Linguistik und Kognitionswissenschaft erfassbaren Gebieten: im Sprachwandel, in der Sprachverarbeitung und im Spracherwerb. Auf diese Weise soll erstmalig in systematischer Weise die Tragweite des Faktors Frequenz untersucht werden, und zwar in einer Weise, die auch seine Grenzen sichtbar werden lässt. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der beteiligten Projekte und Personen aus dem Englischen Seminar.
Forschungskolleg | Neues Reisen – Neue Medien. Zirkulationen zeitgenössischer Reiseerfahrung zwischen Praxis und Repräsentation
Prof. Dr. Barbara Korte
Sprecherin
[2018 – 2022]
In der Gegenwart sind das Reisen und seine Darstellung auf neue und vielfache Weise medialisiert. Das durch die Volkswagenstiftung geförderte Forschungskolleg ‚Reisen‘ will deshalb in interdisziplinärer Ausrichtung Reisepraktiken und -erfahrungen des 21. Jahrhunderts in ihren Interdependenzen mit aktuellen Formen der Reiserepräsentation erforschen. Es kreist begrifflich um die Trias Praxis – Erfahrung – mediale Repräsentation und will in der Forschung innovative Akzente setzen. Eine Besonderheit des Kollegs ist die Zusammenarbeit mit Praxispartnern, die über eine engere berufspraktische Phase hinaus am Leben des Kollegs beteiligt sein werden.
Reisen ist heute eine Alltagspraxis von erheblicher sozialer, (trans)kultureller und wirtschaftlicher Relevanz. Stetig erweitern sich die Möglichkeiten, selbst Reiseerfahrungen zu machen – geografisch und in der sozialen Reichweite. Parallel dazu zirkulieren immer intensiver auch Berichte über die Reisen anderer: Neue netzbasierte Ausdrucksformen erlauben es jeder/jedem, eigene Reiseerfahrungen zu verbreiten. Daneben bestehen länger etablierte Formen weiter. Zum Buch als traditionellem, weitgehend text- und mitunter bildbasiertem Medium der Reisedarstellung und -reflexion gesellen sich neue (multi- und trans-)mediale Formen, die immer mehr an Bedeutung gewinnen: u.a. die Fernseh-, Zeitungs- und Zeitschriftenreportage, diverse Formate der sozialen Medien und vor allem Blogs sowie auf Anbieterseite Apps, die Reiseerfahrungen präfigurieren. Die neuen medialen Formen halten das Berichten über das Reisen lebendig und öffnen es für neue Publika, sie bedingen aber auch seine Transformation. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der beteiligten Projekte und Personen aus dem Englischen Seminar.
TEAM | Teaching & Education – Antisemitism/Antidiscrimination & Methodology
Christian Kröper
Antragsteller
[2021 – 2023]
TEAM ist ein interdisziplinäres Studienprojekt mit der Aufgabe Bildungs- und Aufklärungsarbeit für das Thema Antisemitismus und andere Formen der Diskriminierung in der Schule fortzuentwickeln. Es soll ein SEL-basierter Methodenkoffer erstellt werden, der Ressentiments und Hass bei Schüler*innen abbaut und Empathie und Verbundenheit herstellen soll. Ferner werden ein Workshop und Selbstlernmodul konzipiert, dass Lehrkräfte und andere schulrelevanten Akteur*innen in der Erkennung und Aufarbeitung von Antisemitismus mit Hilfe des Methodenkoffers schult. Aufbauend auf dem SEL-basierten Methodenkoffer zu Antisemitismus und anderen Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit sollen abschließend die roten Linien des Diskurses betrachtet werden. Hierbei geht es um Grenzgebiete und verhärtete Fronten im Gesellschaftlichen Diskurs. Dies soll durch eine Veranstaltungsreihe zu genau diesen Themen geschehen. Die Erkenntnisse aus diesen Veranstaltung soll dann wiederum Einfluss in den Methodenkoffer finden.
Gefördert durch SVB
FRPEPP | Freiburger Roundtables: Politische Einflussnahme, Plattform & Potentiale
Christian Kröper
Antragsteller
[2024]
FRPEPP unterliegt dem Ziel, Studierenden die Potentiale von politischer Einflussnahme, Plattformbuilding und zeitgemäßer Medienkompetenz näher zu bringen. Basierend auf SEL-Methoden ist es das Ziel, diese Potentiale in diversen runden Tischen mit lokalen, nationalen und internationalen gesellschaftlichen und politischen Akteur*innen zu untersuchen. Die Veranstaltungsreihe wird im Sinne der Nachhaltigkeit öffentlich aufbereitet und zugänglich gemacht.
Gefördert durch SVB