Prof. Dr. Eva von Contzen wirbt Transregio-SFB „Historical and TransculturalNarratology“ ein

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den von Frau Prof. Dr. Eva von Contzen beantragten Sonderforschungsbereich/Transregio 427 „Historical and Transcultural Narratology“ bewilligt. Unter Federführung der Universität Freiburg sind die Universität Bonn und die Ruhr-Universität Bochum an dem Verbund beteiligt. Die DFG fördert den Verbund über knapp vier Jahre mit rund 10 Millionen Euro.

Im Zentrum des SFB steht das Ziel, eine neue, historisch und kulturell inklusive Erzählforschung zu entwickeln. Damit soll ein Forschungsansatz gestärkt werden, der über die klassische, stark auf westliche und moderne Erzähltraditionen ausgerichtete Erzähltheorie hinausgeht. Untersucht werden Narrative aus antiken, mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Texten, um ihre Besonderheiten, Gemeinsamkeiten und kulturübergreifenden Verbindungen systematisch vergleichbar zu machen.

Der interdisziplinäre Verbund bringt Projekte aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen und Regionen zusammen. So werden unter anderem krimtatarische und osmanische Chroniken, prophetische Texte der hebräischen Bibel, pharaonische Historiographie, klassische chinesische Literatur, Wolframs Parzival, Chaucers Canterbury Tales, mamlukische Biografiensammlungen sowie frühneuzeitliche Schlüsselromane untersucht. Ergänzt werden die Teilprojekte durch ein Methodenlabor und ein Reflexionsmodul, die den Austausch zwischen den beteiligten Disziplinen fördern und digitale sowie theoretische Ansätze bündeln.

Der Forschungsverbund vereint eine außergewöhnlich breite institutionelle und fachliche Expertise:
Beteiligt sind unter anderem neben der Universität Freiburg, die Ruhr-Universität Bochum, die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg sowie die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, mit deren zahlreichen Fakultäten, Seminare und Institute aus den Bereichen Literatur-, Sprach-, Geschichts-, Theologie- und Kulturwissenschaften sowie Digital Humanities.

Auch international ist der SFB breit vernetzt. Partnerinstitutionen sind unter anderem die Aarhus University (Dänemark), The Ohio State University (USA), Tampere University (Finnland), die
University of York (Großbritannien) und die Uppsala University (Schweden). Mit diesen Partnern
verbindet der Verbund unterschiedliche Forschungstraditionen und Perspektiven – von Erzählforschung und Fictionality Studies bis hin zu transkulturellen und interdisziplinären Ansätzen.

Wir gratulieren Prof. von Contzen herzlich zu diesem herausragenden Erfolg und wünschen dem Verbund für die kommenden Jahre eine ebenso inspirierende wie erkenntnisreiche Forschungsarbeit.