Forschungsprofil

Klassische Archäologie in Freiburg

Die Klassische Archäologie in Freiburg hat ein spezifisches Forschungsprofil: Sie verbindet Feldforschung mit historischer Kulturwissenschaft, Bild- und Objektanalysen mit modernen Forschungsansätzen. Methodische Vielfalt ist unser Prinzip, und unsere Kernfelder sind die Rolle von Bildern in antiken Kulturen, Raumwahrnehmung, Stadtkultur, religiöse Praktiken und Wissensordnungen.

Unsere Forschungsschwerpunkte decken die Archäologie des 11. Jhs. v. Chr. bis zur römischen Kaiserzeit ab und liegen in zwei Bereichen: Bildmedien als historische Quellen und archäologische Feldforschung. Unsere Projekte reichen von der Analyse antiker Bildwerke im politischen und kulturellen Kontext, über die Untersuchung urbaner, wirtschaftlicher und religiöser Räume bis zur Analyse von Landschafts- und Siedlungsstrukturen aus umwelthistorischer Perspektive, derzeit vor allem im Rahmen von Projekten in Italien.

Das methodische Spektrum umfasst die stratigraphische Ausgrabung, die klassische Quellenanalyse in ganzer Breite und die bild- und kulturwissenschaftliche Auswertung ebenso wie moderne Techniken wie die geophysikalische Prospektion, die 3D-Modellierung, die GIS-gestützte Datenanalyse und erste Anwendungen von Künstlicher Intelligenz.

In der Abteilung für Klassische Archäologie der Universität Freiburg finden alle – von Studierenden bis zu Forschenden – ein dynamisches, kollegiales Umfeld mit enger Anbindung an laufende Projekte und exzellenten Kooperationsmöglichkeiten – sowohl innerhalb der Archäologien und Altertumswissenschaften als auch mit internationalen Partnerinstitutionen.

Unsere aktuellen Forschungsprojekte

ArchoRad. Entwicklung eines Bodenradars und KI-Auswertungsverfahrens mit 3D-Visualisierung zur Archäologieprospektion

Projektleitung: Dr. phil. Mariachiara Franceschini, Prof. Dr.-Ing. Marlene Harter (Hochschule Offenburg), Volker Heimburger (Schütz GmbH Messtechnik)
Mitarbeiter*innen: Mathias Kromer B.Eng (Hochschule Offenburg), Dr. Lieven Verdonck

Laufzeit (Drittmittelförderung): seit 2025 (ZIM, KK5728001 SY 4)

Das Vorhaben entwickelt ein innovatives Bodenradarsystem mit luftgekoppelten Antennen, das archäologische Messungen auch bei Bodenunebenheiten und -hindernissen ermöglicht, sowie ein auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierendes Verfahren zur automatisierten Datenauswertung, Interpretation und 3D-Visualisierung. Dieser integrierte Ansatz ermöglicht die zuverlässige Identifikation und Klassifikation archäologischer Strukturen, wie Mauerzüge oder bauliche Befunde. Eine Testfläche wird in Kooperation mit der Denkmalpflege Baden-Württemberg mit dem neuen System vermessen und die Ergebnisse mit bestehenden Systemen verglichen. Dank der automatischen Strukturerkennung und der hochauflösenden 3D-Darstellung kann das System eine qualitativ belastbare Erstsondierung liefern und so den Zugang zu geophysikalischen Prospektionen sowohl für wissenschaftliche Untersuchungen als auch für den Schutz des Kulturerbes deutlich erleichtern.

Die archaische und klassische griechische Importkeramik vom Tell el-Burak (Libanon)

Projektleitung: Dr. Maximilian Rönnberg

Laufzeit (Drittmittelförderung): seit 2022 (2022 SFB 1070 RessourcenKulturen)

Die Grabungen der Universitäten Tübingen, Beirut (AUB) und Heidelberg am Tell el-Burak (2001–2022) sind als eines von wenigen langjährigen Projekten im Libanon für die Archäologie der zentralen Levante von großer Bedeutung. Die eisenzeitlichen Schichten enthielten über 900 Fragmente griechischer Importkeramik, darunter kleinere Gruppen archaisch-ostgriechischer Feinwaren, schwarzfiguriger Gefäße und attischer Schwarzfirniskeramik sowie mehrere Hundert Transportamphoren. Im Rahmen des Projekts wird auf dieser Grundlage sowie der publizierten Daten anderer levantinischer Fundorte der Warenaustausch zwischen der Ägäis und dem phönizischen Kernland im 7.–4. Jh. v. Chr. analysiert. Dafür wurden ausgewählte Amphoren vom Tell el-Burak zusätzlich petrographisch und geochemisch untersucht.


Publikationen

  • M. F. Rönnberg – M. Frenken – J. Sterba –S. Amicone, Greek Commodities in Phoenicia: an Interdisciplinary Study of Imported Amphorae from Tell el-Burak (Lebanon), Archaeometry 2025, https://doi.org/10.1111/arcm.70042
  • M. Rönnberg – M. Büyükyaka – J. Kamlah – H. Sader – A. Schmitt, Preliminary Report on the Cypriot and Greek Imports from the Iron Age Settlement at Tell el-Burak, Lebanon. A First Survey of Imported Pottery Reaching the Central Levant, 750–325 BCE, RSF 51, 2023, 37–71, https://doi.org/10.19282/rsf.51.2023.02

Die merkantile Zentralortfunktion der römischen Kolonie Cosa (Ansedonia/GR)

Projektleitung: Dr. Maximilian Rönnberg
Mitarbeiter*innen: Clara Schmidt M.A.

Laufzeit (Drittmittelförderung): 01.01.2023–30.11.2027 (DFG)

Das 273 v. Chr. gegründete Cosa gilt als Musterfall einer römischen Kolonie; diverse Bauten am Forum, wichtige Heiligtümer, die Thermen sowie ausgewählte Häuser wurden freigelegt. Bislang weitgehend unbekannt sind allerdings die merkantilen Räume, die Cosa seinem Umland geboten haben muss. Dieser Frage ist das 2023 an der Universität Bonn begonnene, 2024 an die Universität Freiburg umgezogene, in enger Zusammenarbeit mit amerikanischen Partnern durchgeführte DFG-Projekt gewidmet. Einen Schwerpunkt der Grabungen stellt ein bislang als Horreum gedeutetes, wohl multifunktionales mehrphasiges Marktgebäude dar. Darüber hinaus werden Sondagen in mehreren Arealen angelegt, die hinsichtlich der merkantilen Infrastruktur sowie der diachronen Entwicklung der Stadt Aufschlüsse versprechen.

Publikationen

  • M. F. Rönnberg, Pirates in Cosa? Frank E. Brown’s Unmaking of a Roman Town, MemAmAc 70, 2025 (im Druck)
  • M. F. Rönnberg – A. U. De Giorgi – L. Balandat – Y. Becker – M. Brando – M. M. Hald – C. Schmidt – C. Trautmann – L. Vieting – J. Weber, Die merkantile Zentralortfunktion von Cosa. Vorbericht zur Grabungskampagne 2024, KuBA 14, 2024/2025 (im Druck)
  • M. F. Rönnberg – A. De Giorgi – Y. Becker – M. Brando – Ch. Cha – M. M. Hald – T. Müller – S. Murgolo – C. Schmidt – L. Vieting, Die merkantile Zentralortfunktion von Cosa. Vorbericht zur Grabungskampagne 2023, KuBA 13, 2023, 31–46

Die Nordost-Ecke der Agora von Selinunt – Auswertung von Schnitt A 2001

Projektleitung: Dr. phil. Mariachiara Franceschini, Dr. Jenny H. Schlehofer (Niedersächsisches Landesmuseum Hannover)

Laufzeit (Drittmittelförderung): seit 2015 (2015-2017 Auslandsstipendium DAI Rom)

Das Projekt zur Neubearbeitung von Schnitt A 2001 zielt darauf ab, erstmals einen vollständigen Überblick über private und öffentliche Bereiche an der Nordostecke der Agora von Selinunt auf Sizilien zu gewinnen. Anhand unveröffentlichter Funde und der Dokumentation der Ausgrabung von 2001 konnte die architektonische Entwicklung von der archaischen bis zur punischen Zeit rekonstruiert werden. Die Studie liefert neue Überlegungen zur Interpretation der Funde in Schnitt A 2001 sowie zum chronologischen und typologischen Spektrum. So soll eine umfassende Bewertung der verschiedenen Phasen helfen, das komplexe diachrone Gefüge der Stadt, geprägt von lokalen, griechischen und punischen Einflüssen, besser zu verstehen.

Publikationen

  • M. Franceschini – J. H. Schlehofer, Die Bebauung an der Nordost-Ecke der Agora von Selinunt von archaischer bis in punische Zeit. Auswertung von Schnitt A 2001 (angenommen und im Druck, erwartet 2026)
  • M. Franceschini, Aufarbeitung des Schnitts A an der Nordost-Ecke der Agora in Selinunt, e-Forschungsberichte des Deutschen Archäologischen Instituts, Faszikel 2, 2017, 120–125, https://doi.org/10.34780/3bd3-d3o7
  • M. Franceschini – J. H. Schlehofer, Aufarbeitung des Schnitts A an der Nordost-Ecke der Agora in Selinunt, e-Forschungsberichte des Deutschen Archäologischen Instituts, Faszikel 1, 2016, 73–76, https://doi.org/10.34780/tard-2bab

Die Oststadt von Velia – Velia, Città Orientale (VCO)

Projektleitung: Prof. Dr. Jon Albers (Ruhr-Universität Bochum), Priv.-Doz. Dr. Birgit Bergmann
Mitarbeiter*innen: Lennart Fütterer (Technik 2025), Dr. Kai Riehle (Fundbearbeitung), Dr. Barbora Weissová (Survey, Technik 2024)

Laufzeit: seit 2024

Elea, die griechische Apoikia in Kampanien nahe dem heutigen Ascea, wurde 540 v. Chr. durch phokäische Flüchtlinge gegründet. Sie war eine bedeutende Handelsstadt, wurde 89/88 v. Chr. zu einem römischen Municipium erhoben und mit dem Bürgerrecht ausgestattet; seitdem war sie unter dem Namen Velia bekannt. Berühmt wurde die Stadt insbesondere durch die Philosophenschule der Eleaten (Parmenides, Zenon).
Das Projekt „Velia – Città Orientale“ widmet sich der Erforschung der urbanistischen Entwicklung des bisher noch nicht untersuchten topographischen Zentrums der Stadt, der westlichen Oststadt. Zentrale Fragen sind die nach dem Beginn der Siedlung in diesem Bereich, der Organisation dieses städtischen Areals und seiner Entwicklung im Laufe der Zeit.

Publikationen

  • im Druck: J. Albers – B. Bergmann, Il progetto Velia – Città Orientale (VCO): Prima relazione di indagini, in: Parchi archeologici di Paestum e Velia (Hrsg.), Nuovi scavi archeologici a Paestum e Velia, Argonautica (im Druck, erwartet 2026)

Regae uncovered. Urbanistik eines archaischen Emporions an der tyrrhenischen Küste

Projektleitung: Dr. phil. Mariachiara Franceschini, Dr. phil. Paul P. Pasieka (JGU Mainz)

Laufzeit (Drittmittelförderung): seit 2024 (Gerda Henkel Stiftung, AZ 05/V/24)

Das Projekt widmet sich der urbanen Struktur des etruskischen Siedlungsplatzes Regae/Regisvilla, dem Hafen und Handelszentrum von Vulci, das zwischen spätem 6. und späterem 5. Jh. v. Chr. bestand. Die kurze Belegungsdauer ermöglicht einen seltenen, weitgehend ungestörten Einblick in Urbanisierung und Planung im südetruskischen Raum in dieser Epoche. In enger Zusammenarbeit mit der italienischen Denkmalpflege und dem Parco Archeologico di Vulci wird erstmals die nahezu vollständige Erfassung des Siedlungskerns durch einen umfassenden, nicht-invasiven Untersuchungsansatz ermöglicht. Die von Eastern Atlas durchgeführten geophysikalischen Prospektionen haben erstmalig ein Bild der urbanen Organisation des Emporiums sichtbar gemacht. Diese Ergebnisse erlauben eine Rekonstruktion von Straßen, Nutzungszonen und städtischen Entwicklungsprozessen und sollen in Zukunft durch Grabungen ergänzt werden.

Publikationen

  • S. Carosi – M. Franceschini – P. P. Pasieka – C. Regoli – F. Karipidis – B. Ullrich, Il porto di Regisvilla, in: XXXI Convegno di Studi Etruschi ed Italici: Vulci e il suo territorio. 50 anni dopo (im Druck, erwartet 2026)

Vulci Cityscape

Projektleitung: Dr. phil. Mariachiara Franceschini, Dr. phil. Paul P. Pasieka (JGU Mainz)
Mitarbeiter*innen: Dr. Elisa Abbondanzieri, Felicitas Kandler M.A., Chiara Martina Papa M.A., Laura Rausch M.A., Philipp Schug M.A., Dr. Sabrina Zago

Laufzeit (Drittmittelförderung): seit 2020 (Fritz Thyssen Stiftung 2020-2021; Gerda Henkel Stiftung 2022-2024; aktuell DFG, 524639714)

Vulci Cityscape wurde 2020 in enger Kooperation mit der italienischen Denkmalpflege und der Fondazione Vulci initiiert und stellt einen zentralen Beitrag zur aktuellen Forschung zur etruskischen Urbanistik dar. Mithilfe eines interdisziplinären und multiskalaren Ansatzes – von großflächigen geophysikalischen Prospektionen über präzise stratigraphische Ausgrabungen bis hin zu naturwissenschaftlichen und bauforscherischen Analysen – untersucht das Projekt die Stadtstruktur und die langfristige urbane Entwicklung einer der bedeutendsten Zentren Etruriens. Die Arbeiten konzentrieren sich auf Straßen, Wohnareale und besonders auf den im Rahmen des Projektes entdeckten monumentalen Tempel. Dessen spätarchaische Datierung und die unmittelbare Nachbarschaft zum zeitgleichen Tempio Grande verweisen auf eine kohärente Planung und eine symbolisch aufgeladene Neugestaltung des religiösen und städtischen Kernbereichs Vulcis in einer Phase intensiver architektonischer und gesellschaftlicher Transformation. Damit eröffnet Vulci Cityscape neue, differenzierte Perspektiven auf Phänomene der Urbanisierung, auf kulturelle und religiöse Dynamiken im antiken Mittelitalien.

Publikationen

  • M. Franceschini – P. P. Pasieka, Il nuovo tempio di Vulci e il paesaggio sacro urbano in epoca arcaica, in: XXXI Convegno di Studi Etruschi ed Italici: Vulci e il suo territorio. 50 anni dopo (im Druck, erwartet 2026)
  • M. Franceschini – P. P. Pasieka – M. Sannibale – V. Mascelli, La Cista con Amazzonomachia e lo specchio Durand: La ricostruzione di un contesto sepolcrale vulcente, in: XXXI Convegno di Studi Etruschi ed Italici: Vulci e il suo territorio. 50 anni dopo (im Druck, erwartet 2026)
  • M. Franceschini – P. P. Pasieka – M. Angermeier – F. Fless – R. Frank – K. Czepluch – A. Rheeder – P. Schug – A. Wiesbeck-Klein, Vulci Cityscape 2022: Scavi e ricerche tra Vulci e Castro, in: S. Carosi – C. Casi – C. Regoli (Hrsg.), Vulci. Work in Progress 2. Atti del II Incontro Internazionale (angenommen nach peer review und im Druck, erwartet 2026)
  • M. Franceschini – P. P. Pasieka, Nuove terrecotte architettoniche orientalizzanti e arcaiche dall’area del nuovo tempio urbano di Vulci, in: V. Bellelli – M. Esposito – C. Rescigno (Hrsg.), Deliciae Fictiles VI. Architectural Terracottas in Ancient Italy. New discoveries, critical readings, review of findings. Proceedings of the Sixth International Conference on Architectural Terracottas and Decorative Roof Systems in Italy held at the National Archaeological Museum of Tarquinia (Albano di Lucania 2025) 27–39, https://doi.org/10.69590/zled9345
  • C. Casi (unter Mitarbeit von M. Franceschini und P. P. Pasieka), Novità dall’area sacra monumentale di Vulci, Archeo anno XXXIX, n. 478, Dicembre 2024 (Roma 2024) 18–19
  • M. Franceschini – P. P. Pasieka, Neue Forschungen zur Cityscape von Vulci, in: D. Neumann (Hrsg.), Gründer Roms. Etruskische Schätze aus der Villa Giulia, Ausstellungskatalog Hannover (Hannover 2024) 70–71
  • C. Casi (unter Mitarbeit von M. Franceschini und P. P. Pasieka), I secoli di un santuario, Archeo anno XXXIX, n. 466, Dicembre 2023 (Roma 2023) 16–17
  • M. Franceschini – P. P. Pasieka – J. Meyer – B. Ullrich, The Hidden Cityscape of Vulci. Geophysical Prospections Providing New Data on Etruscan Urbanism, Archäologischer Anzeiger, 1, 2023, 146–193, https://doi.org/10.34780/m6af-c144
  • M. Franceschini – P. P. Pasieka, “Recently imported from Italy”. Disiecta membra dagli scavi vulcenti della famiglia Campanari e dalle relative aste sul mercato antiquario londinese, in: A. Conti – C. Mazet – L. M. Michetti (Hrsg.), Chroniques vulciennes. Acte du Séminaire sur l’histoire des fouilles et des collections archéologiques dispersées, MEFRA. Antiquité 135-1 (Rom 2023) 67-83, https://doi.org/10.4000/mefra.14464
  • M. Franceschini – P. P. Pasieka – G. Scotti (Hrsg.), Historische Grabungsberichte aus Vulci (Domenico Campanari, 09.11.1835 – 28.05.1836), Supplement zu Franceschini – Pasieka 2021 (Rom 2021)
  • M. Franceschini – P. P. Pasieka, Vulci Cityscape. Il volto nascosto di una metropoli etrusca, in: S. Carosi – C. Regoli – C. Casi (Hrsg.), Vulci. Work in Progress 1. Atti della conferenza 14–15 dicembre 2021 (Acquapendente 2022) 137–151
  • M. Franceschini – P. P. Pasieka, Der neue Tempel von Vulci, in: Jahresbericht 2021 der Fritz Thyssen Stiftung (Köln 2022) 100–103
  • M. Franceschini – P. P. Pasieka, First excavation season at the new Temple of Vulci, Etruscan News 24, 2022, 17
  • M. Franceschini – P. P. Pasieka, Das verborgene Antlitz einer etruskischen Metropole: Neue Forschungen zur Cityscape von Vulci, Antike Welt 53, 2, 2022, 53-61
  • M. Franceschini – P. P. Pasieka, “da niuna cura accompagnato fuori che quella di scoprire antiche cose”. Nuovi dati sugli scavi Campanari a Vulci (Rapporti di scavo inediti, 09.11.1835–28.05.1836), RM 127, 2021, 322–374, https://doi.org/10.34780/g2l3-4kzl
  • C. Casi (unter Mitarbeit von M. Franceschini und P. P. Pasieka), Il nuovo volto di una città, Archeo anno XXXVII, n. 440, Ottobre 2021 (Roma 2021) 16–17
  • M. Franceschini – P. P. Pasieka, Südetruskische Metropole Vulci, in: Jahresbericht 2020 der Fritz Thyssen Stiftung (Köln 2021) 106–107
  • P. P. Pasieka – M. Franceschini, Cityscape und Stadtentwicklung des antiken Vulci, in: Jahresbericht 2020 des Instituts für Altertumswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Mainz 2021) 33–34

Wiederverwendung attischer Grabreliefs im Hellenismus und in der römischen Kaiserzeit

Projektleitung: Prof. Dr. Ralf von den Hoff

Laufzeit (Drittmittelförderung): seit 2023 (keine)

Grabreliefs prägten das Erscheinungsbild der Nekropolen des antiken Athen in besonders hoher Zahl im 4. Jh. v. Chr. Danach wurde ihre Aufstellung verboten. Die Nekropolen mit den alten Grabmälern blieben aber in Funktion. Manche Grabreliefs wurden dabei wiederverwendet, d.h. auf ganz andere Personen umgeschrieben, überarbeitet oder sogar an andere Stelle versetzt. Dies geschah nicht nur zu Zeiten des Grabreliefverbots, sondern bis weit in die römische Kaiserzeit hinein. Das Projekt untersucht die Formen der Wiederverwendung und ihre visuellen und ästhetischen Effekte. Die Athener schrieben sich so in ihren Nekropolen in ein ästhetisches Kontinuum mit der ‚großen‘ Zeit der Spätklassik ein – neben Klassizismen ein weiteres Phänomen des Rückbezugs auf Vergangenes in der visuellen Kultur.

Publikationen

Zur Genese figürlicher Bilder im frühkaiserzeitlichen Mittelmeerraum: Studien zu nordafrikanischen Stelen

Projektleitung (Habilitation): Dr. Maximilian Rönnberg

Laufzeit (Drittmittelförderung): seit 2020 (1.4.2020–30.9.2020 SFB 1070 RessourcenKulturen)

Wenngleich die zahlreichen Grabinschriften Tunesiens und Algeriens gut erforscht sind, gilt das nicht für die Bilder auf denselben Monumenten. Deren bislang vorherrschende Kategorisierung als entweder ›römisch‹ oder ›lokal‹ bzw. ›punisch‹ greift zu kurz; vielmehr sind sie in einem komplexen Spannungsfeld zu verorten, das sich von Ort zu Ort unterschied. Beinahe überall konnten die Denkmäler aber durch den Transfer von Lösungen aus anderen Teilen des Mittelmeerraums und deren Anpassung an lokale Erfordernisse eine regionale Bildsprache schaffen. Das geschah nicht nur auf den Grabstelen, sondern auch den zeitgenössischen Votivstelen – die beiden Gruppen gleichen sich häufig in hohem Maße, doch wurden bislang nicht kombiniert ausgewertet. Das Buchprojekt verfolgt so das Aufkommen von Medien zur bildlichen Repräsentation von Individuen im Nordafrika der frühen Kaiserzeit.


Publikationen

  • M. Rönnberg, Rez. zu M. McCarty, Religion and the Making of Roman Africa. Votive Stelae, Traditions, and Empire (Cambridge 2025), GFA 27 (2024) 1069–1076, DOI: 10.14628/gfa.2024.1.112156

Laufende Habilitationen

Abgeschlossene Habilitationen

Laufende Dissertationen

Abgeschlossene Dissertationen