Austausch zu Orientierungsstudiengängen im Rahmen des Projekts „Center for Curricular Co-Creation”
Impulse für neue Wege an die Universität

Wie lässt sich der oft anspruchsvolle Übergang von der Schule an die Universität gestalten? Wie können Studieninteressierte eine fundierte Entscheidung für ein Fach treffen und welche Rolle können Orientierungsstudiengänge hierfür spielen?
Am 7. Juli wurde unter dem Titel „Orientierungsstudiengänge in der Praxis: Impulse für die Universität Freiburg“ diesen Fragen mit externer Expertise nachgegangen. Eingeladen hatte die gemeinsame Initiative der Fakultäten für Biologie, Chemie und Pharmazie sowie Mathematik und Physik, die sich mit der Einführung eines mathematisch-naturwissenschaftlichen Orientierungsjahres beschäftigt.
Ein wichtiger Baustein des „Center for Curricular Co-Creation“ (CuCo)
Dieses Vorhaben steht in einem größeren Rahmen: Seit Anfang 2026 arbeitet das Center for Curricular Co-Creation (CuCo) daran, Studiengänge sowie ihre (Weiter-)Entwicklung an unserer Universität gemeinsam agiler und partizipativer zu gestalten. Im Zentrum stehen dabei zwei fakultätsübergreifende Pilotprojekte: die Einführung des interdisziplinären geisteswissenschaftlichen Bachelors „Humanities“ sowie die Entwicklung eines optionalen Orientierungsjahres für die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer. Beide Projekte verfolgen einen kollaborativen Ansatz, bei dem Expertise aus den Fakultäten sowie aus lehrunterstützenden und administrativen Einheiten frühzeitig eingebunden wird, um zukunftsfähige und attraktive Studienstrukturen zu schaffen. CuCo legt darüber hinaus einen Fokus auf die Verankerung von Future Skills in Curricula sowie auf KI-Support für Lehrende und Studierende.
Praxiswissen von Expert*innen aus Berlin und Offenburg
Um von den Erfahrungen bestehender Konzepte zu profitieren, wurden zwei Expert*innen eingeladen: Zum einen Christian Schröder (TU Berlin), der das erfolgreiche Orientierungsstudium „MINTgrün“ seit dessen Gründung 2012 begleitet und als Gründungsvorstand des Netzwerks Orientierungs(studien)programme e. V. über eine deutschlandweite Perspektive verfügt. Zum anderen Manuela Moll (Hochschule Offenburg), die über zehn Jahre Erfahrung in der Koordination des Einstiegssemesters „startING“ mitbringt und bereits 2022-2023 an einem MWK-Transferprojekt zwischen startING und der Universität Freiburg beteiligt war.
In ihren Beiträgen wurde deutlich, welche positiven Effekte ein Orientierungsstudium haben kann. Neben einer gesteigerten Studienorientierung und einer Reduzierung von Studienabbrüchen im weiteren Studienverlauf zeigten die Beispiele, dass Studierende durch eine solche Phase oft motivierter und besser vorbereitet ins Fachstudium starten. Weiterhin wurde deutlich, dass auch bestehende Studiengänge – insbesondere die Studieneingangsphase – von erfolgreichen Elementen in Orientierungsstudienprogrammen profitieren können.
Gemeinsame Diskussion und Ausblick
Die Diskussion wurde durch den realitätsnahen Einblick einer Absolventin eines Orientierungsprogramms (Studium MINT, TU München) eingeleitet. In der anschließenden Gesprächsrunde mit Prof. Dr. Michael Schwarze, Prorektor Studium und Lehre, wurde deutlich, dass die vorgetragenen Erfahrungen auf großes Interesse an der Universität Freiburg stoßen. Für die mögliche Umsetzung braucht es sowohl Kreativität und Mut zu neuen Herangehensweisen, als auch den Blick dafür, welche Wege in den eigenen Hochschulstrukturen möglich und sinnvoll sind.
Das mathematisch-naturwissenschaftliche Orientierungsjahr befindet sich derzeit noch in der Konzeptionsphase. Die Ergebnisse der Veranstaltung und die wertvollen Impulse aus der Diskussion fließen nun direkt in die weitere Ausarbeitung ein. Ziel ist es, ein Angebot zu schaffen, das den individuellen Lernwegen unserer Studierenden gerecht wird, die Gemeinsamkeiten der beteiligten Fächer früh aufzeigt und Orientierung für eine komplexe Welt bietet.
Aktuell ist geplant, das Orientierungsjahr ab dem Wintersemester 2027/28 anzubieten.
Wir danken allen Beteiligten für den lebendigen Austausch und freuen uns darauf, im Rahmen von CuCo weitere Impulse für die gemeinsame Entwicklung unserer Studiengänge zu setzen.