Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Zertifizierung von Artenkenntnissen

Feldbotanik Südwestdeutschland

Prüfungsanforderungen auf einen Blick

  1. Bronze Zertifikat Feldbotanik: 200 Arten + Familienzugehörigkeit
  2. Silber Zertifikat Feldbotanik: 400 Arten + Familienzugehörigkeit, 24 Gattungen, 15 Familien, Bestimmungskompetenz
  3. Gold Zertifikat Feldbotanik: 600 Arten + Familienzugehörigkeit, 45 Gattungen, 24 Familien, Bestimmungskompetenz
  4. Gold Zertifikat Feldbotanik Gräser: 160 Arten (inkl. 25 auch vegetativ), Anatomie und Morphologie, Bestimmungskompetenz

Die Bestehensschwelle ist jeweils bei 80% der erreichbaren Punkte. Ab 90% der Punkte ist eine Zertifikatsprüfung mit Auszeichnung bestanden.

Die Prüfungen werden weitgehend mit Frischmaterial durchgeführt. Herbarbelege oder Bilder können ergänzend zum Einsatz kommen. Es können deutsche oder wissenschaftliche Namen verwendet werden ebenso wie Synonyme. Für die Artbestimmung sind Bücher, Webseiten und auch Apps zulässig. Alle Hilfsmittel inkl. Lupen müssen von den Teilnehmenden selbst mitgebracht werden.

Die Prüfungen sind öffentlich. Eine Teilnahme ist allen Personen möglich unabhängig wo und in welchem Zeitraum das Prüfungswissen angeeignet wurde. Es besteht keine Verpflichtung zum Besuch eines Kurses oder des Repetitoriums.

Die Prüfungsteilnahme ist kostenpflichtig.

Termine 2026 in Freiburg

Die Anmeldung für Prüfungen am Standort Freiburg läuft über die Plattform Südwissen. Geben Sie dort unter Suche „Feldbotanik“ ein. Die Zeitslots bei Bronze und Silber werden in der Reihenfolge der Anmeldungen gefüllt.

Weitere Termine für Prüfungsorte in Südwestdeutschland finden Sie auf dieser Webseite der Hohenheimer Gärten. Für eine Übersicht aller Prüfungsangebote in Deutschland schauen Sie bitte im FörTax Datenportal sowie im Veranstaltungskalender der BANU-Akademien nach.

Detaillierte Beschreibung der Prüfungsanforderungen und Prüfungsdurchführung

Die Prüfungsanforderungen sind bundesweit einheitlich und werden vom BANU, dem Bundesweiten Arbeitskreis der staatlich getragenen Umweltbildungsstätten im Natur- und Umweltschutz, herausgegeben und aktualisiert. Die verbindliche Regionalliste für den Prüfungsstandort Freiburg enthält Arten, die in weiten Teilen Südwestdeutschlands angetroffen werden können.

Die jeweils aktuellsten Prüfungsanforderungen finden Sie auf der Webseite der BANU-Akademien im Projektbereich „Wissen – Qualifizieren – Zertifizieren für Artenvielfalt“. An der Artenliste hat sich seit 2024 nichts geändert. Neuere Anpassungen gibt es bezüglich der Anzahl an zu kennenden Gattungen und Familien.

Die Prüfungen werden bundesweit nach vergleichbarem Schema abgehalten. Die räumlichen Gegebenheiten vor Ort sowie der jeweilige Prüfungszeitpunkt führen ggf. zu kleineren Unterschieden in der Prüfungsdurchführung. Eine Vergleichbarkeit ist jedoch immer gegeben.

Informationen und Lernressourcen zu den prüfungsrelevanten Arten

Hintergrund

Solide Artenkenntnisse und ein Verständnis für ökologische Zusammenhänge sowie Kompetenz in der Ansprache von Lebensräumen sind unabdingbares Handwerkszeug in vielen Bereichen, in denen Natur und Umwelt Gegenstand von Forschung, Bewertung, Planung und Schutz sind. In nationalen, regionalen oder lokalen Projekten sind Artenkennerinnen und Artenkenner in der Konzeption, Durchführung und Evaluierung unabdingbar. Zertifiziertes Expertenwissen ist beim Beachten von Umweltstandards und bei der Umsetzung von Gesetzesvorgaben vonnöten. Die Verfügbarkeit und Ausbildung von Artenkennerinnen und Artenkennern ist aktuell nicht mehr flächendeckend gegeben. Es besteht jedoch hoher Bedarf an Fachkräften mit Artenkenntnissen, vor allem vor dem Hintergrund des prognostizierten Artensterbens und dem einhergehenden Verlust von Ökosystemdienstleistungen (IPBES 2019).

Basierend auf den positiven Erfahrungen aus der Schweiz hat die ad hoc Arbeitsgruppe Feldbotanik Südwestdeutschland Empfehlungen für die Prüfungsanforderungen zur Zertifizierung von Artenkenntnissen erarbeitet. Die Arbeitsgruppe besteht aus Vertreterinnen und Vertretern von Hochschulen und Behörden wie auch von Fachverbänden und Planungsbüros aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.
 
Die Prüfungsanforderungen sind den Gegebenheiten in Südwestdeutschland angepasst. Sie entsprechen bezüglich Aufbau, Stoffumfang und Prüfungsschwellen weitgehend dem Schweizer System, das Kenntnisse von Arten, Gattungen und Familien wie auch die Kompetenz im Bestimmen von Arten prüft. Die Artenlisten auf dem ersten Niveau und auf dem zweiten Niveau sind im ganzen Südwestdeutschen Raum einheitlich und enthalten häufige bzw. repräsentative Arten. Ab dem dritten Niveau wird eine Regionalisierung der Pflanzenlisten eingeführt, um der unterschiedlichen Verbreitung zahlreicher Arten Rechnung zu tragen. In den ersten Jahren wurden die Niveaustufen als ANEMONE, BERBERIS und CORYDALIS bezeichnet.

Der „Bundesweite Arbeitskreis der staatlich getragenen Umweltbildungsstätten im Natur- und Umweltschutz“ (BANU) hat mittlerweile ein bundesweit gültiges Qualifizierungs- und Zertifizierungssystem für Artenkennerinnen und Artenkenner aufgebaut. Die BANU-Prüfungsanforderungen für Feldbotanik basieren dabei auf der Ausarbeitung für Südwestdeutschland. Beide Systeme sind nun vollständig harmonisiert. Im BANU System werden die Niveaustufen mit Bronze, Silber oder Gold bezeichnet.

Die Abteilung Geobotanik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg bietet seit 2020 in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Weiterbildung | Bildungstransfer die Zertifizierung an

Alle Zertifikate erheben den Anspruch auf bundesweite Aussagekraft und Vergleichbarkeit wobei regionale Besonderheiten berücksichtigt werden können. Die Prüfungen sind öffentlich und können beliebig oft wiederholt werden. Sie sind unabhängig von Ort und Zeitraum des Wissenserwerbs und sind nicht an den Besuch von Lehrveranstaltungen gebunden.