FALKE: Fahrradinfrastrukturausbau im ländlichen Raum
- 10/2025: Offizieller Projektbeginn
Gesamtziel des Vorhabens:
In den letzten Jahren wurde die zentrale Bedeutung einer funktionierenden Radverkehrsinfrastruktur als Schlüssel zur Förderung des Radverkehrs im ländlichen Raum erkannt. Trotz des vorhandenen politischen Willens auf Bundes- und Länderebene ist die Ausbaugeschwindigkeit aufgrund beschränkter Ressourcen wie Geld und Personal limitiert. Um Maßnahmen zum Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur zu priorisieren, werden bereits Bedarfspläne entwickelt. Allerdings fehlt insbesondere im ländlichen Raum ein einheitlicher Ansatz zur Erstellung solcher Pläne.
Im Verbundprojekt FALKE wird durch die RWTH Aachen und die Uni Freiburg ein Maßnahmenplanungstool für Straßenbaulastträger entwickelt, um Radverkehrsverbindungen im ländlichen Raum zur Priorisierung zu bewerten. Hierbei werden insbesondere umwelt- und klimaschutztechnische Belange formal abgewogen, um den Planungsprozess zu beschleunigen. Weitere berücksichtige Aspekte sind Nutzenfaktoren wie bspw. die Verringerung von CO2-, Lärm und- Schadstoffemissionen, die Erhöhung der Verkehrssicherheit sowie Kostenfaktoren wie bspw. Umweltschäden, Baumfällungen, Flächenversiegelung und Baukosten.
Da der Nutzen maßgeblich durch den potenziellen Effekt auf den Modal Split des Radverkehrs bestimmt wird, basiert das Maßnahmenplanungstool auf der Abschätzung des Radverkehrspotenzials einer Maßnahme. Im Projekt werden daher fördernde und hemmende Faktoren für eine Entwicklung des Radverkehrs im gesamtdeutschen Raum mittels eines retrospektiven, längsschnittlichen Ansatzes untersucht.
FALKE Forschungsfragen:
Wie können förderliche und hemmende Faktoren für den Ausbau des Radverkehrs im ländlichen Raum systematisch erfasst und analysiert werden? Der Erfolg des Radverkehrs hängt von verschiedenen Aspekten wie Infrastruktur, Sicherheitswahrnehmung und Mobilitätsverhalten ab. Eine umfassende Analyse ist notwendig, um ein fundiertes Verständnis der Bedingungen zu schaffen, unter denen der Radverkehr im ländlichen Raum gefördert werden kann.
Wie kann eine präzise Kosten-Nutzen-Analyse für Radverkehrsmaßnahmen im ländlichen Raum entwickelt werden? Die Priorisierung von Maßnahmen erfordert eine klare Bewertung der Kosten im Vergleich zu dem erwarteten Nutzen, einschließlich Umweltvorteile, Verkehrssicherheit und Effekten auf den Modal Split. Eine robuste Methode zur Kosten-Nutzen-Analyse ist für eine effektive Planung und Umsetzung unerlässlich.
Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen Radverkehrsmaßnahmen und ökologischen Effekten im ländlichen Raum? Radverkehrsmaßnahmen beeinflussen nicht nur die Mobilität, sondern auch die Umwelt. Maßnahmen können dabei sowohl positive als auch negative ökologische Auswirkungen haben können. Die Gegenüberstellung dieser Auswirkungen kann entscheidend zur Kompromissbildung im Planungsprozess beitragen.
Wie lässt sich ein Maßnahmenplanungstool gestalten, das auf Basis von Mobilitätsdaten flexible und kontextsensitive Entscheidungen ermöglicht? Mobilitätsdaten bieten Einblicke in aktuelle Verkehrsflüsse und -bedarfe. Ein Tool, das solche Daten integriert, kann eine kontextsensitive Planung ermöglichen und die an der Planung Beteiligte dabei unterstützen, die effektivsten Maßnahmen für unterschiedliche ländliche Regionen zu finden.
Welche administrativen Rahmenbedingungen und Prozesse begünstigen oder behindern die Umsetzung von Radverkehrsprojekten im ländlichen Raum? Die Planung und Umsetzung von Radverkehrsinfrastruktur hängt von vielen administrativen Faktoren ab. Es ist daher wichtig zu untersuchen, welche Rahmenbedingungen und Prozesse die Entwicklung fördern oder behindern, um effektive Strategien für die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsprozessen zu entwickeln.
FALKE Handlungsfelder:
Integrierte Planungsprozesse: Die Analyse und Optimierung der Planung von Radverkehrsinfrastruktur hilft, Verzögerungen zu minimieren und einen integrierten Planungsprozess zu fördern, der verschiedene Interessen und Bedürfnisse bereits in frühen Planungsphasen berücksichtigt.
(Mobilitäts-) Datenaufbereitung und Analyse: Ein zentraler Schritt ist die Sammlung und Analyse von Mobilitätsdaten, Unfallstatistiken, Infrastrukturstatus und anderen relevanten Faktoren, um eine umfassende Grundlage für die Planung von Radverkehrsmaßnahmen zu schaffen.
Kosten-Nutzen-Bewertung: Die Entwicklung eines transparenten Bewertungsrahmens zur Kosten-Nutzen-Analyse von Radverkehrsmaßnahmen ist essentiell. Dies beinhaltet die Bewertung verschiedener Maßnahmen hinsichtlich ihrer Effektivität, Umweltwirkungen und gesellschaftlichen Vorteile.
Entwicklung eines Maßnahmenplanungstools: Die Entwicklung eines flexiblen, anpassbaren Tools, das auf Mobilitäts- und Umweltdaten basiert, ermöglicht es, Verkehrsverbindungen im ländlichen Raum effizient zu planen und zu priorisieren. Das Tool sollte in der Lage sein, kontextsensitive Entscheidungen zu unterstützen und zur Transparenz im Planungsprozess beitragen.
Handlungsleitfaden Radverkehrskonzepte: Anweisungen zur Nutzung des Maßnahmenplanungstools werden in einem Handlungsleitfaden zur Erstellung von Radverkehrskonzepten eingegliedert. Dabei ist auf theoretische und praktische Erkenntnisse zurückzugreifen, die im Projekt gesammelt werden.
Die Ziele des Verbundprojekts sind:
- Erstellung und Veröffentlichung eines frei verfügbaren Maßnahmenplanungstools zur Priorisierung von Radverkehrsverbindungen mit besonders hohem Nutzen-Kosten-Faktor.
- Potenzialabschätzung anhand Daten zum Mobilitätsverhalten, Unfallgeschehen und Ausbaustatus von Radverkehrsinfrastrukturen
- Entwicklung von Möglichkeiten, Planungsverzögerungen durch Einsatz des Maßnahmenplanungstools in Modellregionen zu minimieren.
Schwerpunkte der Abteilung für Kognitionswissenschaft im Projekt:
- Das Ziel ist, die längsschnittliche Entwicklung des Radverkehrs in Deutschland zu untersuchen. Der Schwerpunkt der Arbeiten der Universität Freiburg liegt in der Verschneidung von bereits vorliegenden, aber bisher noch nicht so in Bezug zueinander gesetzten Daten aus verschiedenen Quellen.
- Im Rahmen dieser Aufgabe wertet die Universität Freiburg die Daten des Panels „Mobilität in Deutschland) sowie aus weiteren Quellen (z.B. Unfallatlas, OpenStreetMap) aus. Anschließend führt sie eine statistische Analyse durch, um Rückschlüsse auf förderliche und hemmende Faktoren für die Entwicklung des Radverkehrs zu ziehen.
- Räumlich hochaufgelöste Analyse von Veränderungen im Radverkehrsaufkommen als Folge von spezifischen Maßnahmen in ausgewählten Kommunen: Die Universität Freiburg untersucht dabei detailliert, wie sich konkrete Radverkehrsmaßnahmen auf die Nutzung und Sicherheit von Radwegen in ausgewählten Modellkommunen auswirken.
- Die Analyseebenen Kommune/Kreis für das gesamte Bundesgebiet im Kontrast zu der tiefgehenden Betrachtung einzelner Kommunen verspricht neue und wertvolle Erkenntnisse hinsichtlich für den Radverkehr förderlicher und hemmender Faktoren.
Guten Tag und vielen Dank, dass Sie sich Zeit für unsere Umfrage nehmen!
Sie wollen direkt beginnen?
Sie gelangen unter https://www.soscisurvey.de/FALKE/ direkt zur Umfrage. Ansonsten haben wir hier die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst.
An wen richtet sich die Umfrage?
Die Umfrage richtet sich an alle Personen, die in einem professionellen Kontext an der Erarbeitung, Umsetzung und Wirkung eines Radverkehrskonzepts mitgewirkt haben. Es ist nicht entscheidend, in welcher Funktion Sie mitgewirkt haben oder wo Sie angestellt sind. Ihre Teilnahme ist auch dann wertvoll, wenn in Ihrer Gemeinde noch kein Radverkehrskonzept vorliegt.
Worum geht es?
Radverkehrskonzepte sind ein zentrales Instrument für die Bedarfsplanung des Radverkehrs auf kommunaler oder Kreisebene. Die Erstellung solcher Konzepte stellt vor allem kleinere Kommunen in ländlichen Gebieten vor große Herausforderungen. Deshalb wollen wir in einem ersten Schritt ein möglichst konkretes Bild über die verschiedenen Vorgehensweisen bei der Erstellung von Radverkehrskonzepten, die Art der Einbindung verschiedener Stakeholder, sowie den geplanten und tatsächlichen zeitlichen Verlauf erhalten.
Warum sind diese Informationen relevant?
Eine zentrale Herausforderung bei der Erstellung von Radverkehrskonzepten besteht in der Bewertung der verschiedenen, möglichen Maßnahmen hinsichtlich ihres Potenzials für den Radverkehr. Im Verbundprojekt FALKE wird deshalb durch die RWTH Aachen und die Uni Freiburg ein Maßnahmenplanungstool für Straßenbaulastträger entwickelt, um Radverkehrsverbindungen im ländlichen Raum zur Priorisierung zu bewerten. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter https://uni-freiburg.de/cognition/falke-fahrradinfrastrukturausbau-im-laendlichen-raum/#thema-und-fragestellung.
Was ist beim Ausfüllen zu beachten?
Alle Angaben sind freiwillig. Wenn Sie Fragen nicht beantworten wollen oder können, lassen Sie diese einfach frei. Sie helfen uns aber sehr, wenn Sie Ihre Erfahrungen möglichst vollständig beschreiben.
Wie lange dauert die Bearbeitung des Fragebogens?
Je nach Status des Radverkehrskonzepts in Ihrer Kommune zwischen 5 und 30 Minuten.
Wie werden die Daten weiter behandelt und verwendet?
Alle Ihre Angaben bleiben anonym und werden nur intern im Rahmen des Projekts FALKE verwendet. Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen unter falke@cognition.uni-freiburg.de zur Verfügung.
- Universität Freiburg, Abteilung für Kognitionswissenschaft (Projektverantwortlicher: Dr. Rul von Stülpnagel)
- RWTH Aachen, Institut für Straßenwesen (Projektleitung Stefan Biermeier)

