DFG verlängert Forschungsgruppe „Humusauflage“
Freiburg, 13.07.2026
Team um Sprecherin Prof. Dr. Friederike Lang von der Universität Freiburg erforscht den Einfluss des Klimawandels auf eine ebenso wichtige wie empfindliche Zone des Waldbodens.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Forschungsgruppe FOR 5315 „Humusauflage: Funktionsweise, Dynamik und Vulnerabilität im Wandel“ um weitere vier Jahre verlängert. Sprecherin des interdisziplinären Teams ist Prof. Dr. Friederike Lang, Professorin für Bodenökologie an der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Universität Freiburg. Die Forschungsgruppe beschäftigt sich seit 2022 mit den Eigenschaften der sogenannten Humusauflage des Waldbodens, auch Forest Floor (FF) genannt. Bis 2030 erhält die Gruppe nun weitere 5,5 Millionen Euro Fördermittel von der DFG und –im Rahmen der D-A-CH-Zusammenarbeit –vom Österreichischen Wissenschaftsfond (FWF).
Wertvolle Zone des Übergangs
Die Humusauflage des Waldbodens besteht aus Blatt- und Nadelstreu, Reisig und Samen in unterschiedlichen Zersetzungsstufen und bildet eine ökologisch höchst wertvolle Zone des Übergangs zwischen frischer Biomasse und mineralischem Boden: Sie speichert lebensnotwendige Pflanzennährstoffe, bietet Lebensraum für Mikroorganismen und Bodentiere, verbessert den Luft- und Wärmehaushalt der Böden und kann große Mengen CO2 speichern. Der Einfluss des Klimawandels auf diese für Waldböden zentrale, aber gegenüber Umweltveränderungen äußerst empfindliche Schicht wirft viele offene Fragen auf. „Die bisherigen Ergebnisse unserer Gruppe zeigen eindrucksvoll, dass die Funktionalität der Humusauflage von der engen Verzahnung biologischer und abiotischer Prozesse abhängt“, sagt Lang. „Wir haben Hinweise darauf, dass Klimaextreme diese Verzahnung unterbrechen und damit die Erfüllung von Ökosystemleistungen beeinträchtigen. Die Förderung gibt uns die Möglichkeit, diesen Hinweisen in einem interdisziplinären Expertenteam weiter nachzugehen.“
„Die bisherigen Ergebnisse unserer Gruppe zeigen eindrucksvoll, dass die Funktionalität der Humusauflage von der engen Verzahnung biologischer und abiotischer Prozesse abhängt. Wir haben Hinweise darauf, dass Klimaextreme diese Verzahnung unterbrechen und damit die Erfüllung von Ökosystemleistungen beeinträchtigen. Die Förderung gibt uns die Möglichkeit, diesen Hinweisen in einem interdisziplinären Expertenteam weiter nachzugehen.“
Prof. Dr. Friederike Lang
Professorin für Bodenökologie, Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen, Universität Freiburg
DFG-Forschungsgruppen
Eine Forschungsgruppe ist ein enges Arbeitsbündnis mehrerer herausragender Wissenschaftler*innen, die gemeinsam eine Forschungsaufgabe bearbeiten. Das Forschungsvorhaben geht dabei nach seinem thematischen, zeitlichen und teils auch finanziellen Umfang über die Förderungsmöglichkeiten im Rahmen der Einzelförderung in der Sachbeihilfe oder im Schwerpunktprogramm weit hinaus. Die Förderung von Forschungsgruppen soll helfen, für eine mittelfristige, meist auf acht Jahre angelegte enge Kooperation die notwendige personelle und materielle Ausstattung bereitzustellen. Forschungsgruppen tragen häufig dazu bei, neue Arbeitsrichtungen zu etablieren. Hinsichtlich der Qualitätskriterien gelten dieselben Grundsätze wie bei Sachbeihilfen.