Materialcharakterisierung und Detektortechnologie
Elektrische Charakterisierung
M. Fiederle
Arbeitsgebiete und Forschungsziele
- Laser-Induced Breakdown Spectroscopy LIBS
- Leitfähigkeitsmechanismen
- Bestimmung des spezifischen Widerstands und Hall-Effekt
- Identifikation von elektrisch aktiven Störstellen und Defekten
- Photo-Elektronen-Spektroskopie XPS
Kurzzusammenfassung
Mit Hilfe der elektrischen Charakterisierung werden die Konzentration von Defekten und Dotierungen sowie ihre elektrischen Einflüsse gemessen. Die Bestimmung der Leitfähigkeitsmechanismen und der elektrischen Eigenschaften von Festkörpern, Dünnschichtsystemen und von Phasengrenzflächen können temperaturabhängig im Vakuum und unter inerten Bedingungen durchgeführt werden. Damit ergeben sich Aussagen zu Transportprozessen und Ladungsträger-Verteilungen.
Konzentration und Beweglichkeit von Ladungsträgern sowie die sich hieraus ergebende Leitfähigkeit werden durch die temperaturabhängige Messung des spezifischen Widerstands und des Hall-Effekts (van der Pauw) für Metalle, Halbleiter und semiisolierende Materialien bestimmt.
Instrumentelle Basis
- Calvin-Probe: Temperaturabhängige Messungen der Leitfähigkeit und von Kennlinien.
- Hallmessplatz: T von 77-350 K, Magnetfeld bis 1T, für spez. Widerstand von 10-4 – 1011 Ωcm.
- Widerstandsmessungen TDCM: T von RT – 400 K, Ortsauflösung < 500 µm, Widerstandsbereich 106 – 1012 Ωcm.
- Photoelektronenspektroskopie XPS
- Laser-Induced Breakdown Spectroscopy LIBS

Technologielabor FMF
A. Fauler, M. Fiederle
Arbeitsgebiete und Forschungziele
- Prozessierung von Halbleiterbauelementen GaAs, CdTe, GaSb, Pervoskites
- Herstellung komplexer Detektorsysteme: Si, GaAs, (Cd,Zn)Te
- Beschichtungen mit Metallen und Isolatoren
- Oberflächenprofilierung
Kurzzusammenfassung
Das Technologielabor im FMF stellt die optimale Grundlage zur Herstellung von Halbleiterbauelementen und Detektorsystemen dar. Der 40 m² große Reinraum in der Güteklasse 100 bzw. 10000 beinhaltet die notwendigen Geräte, um alle Schritte vom Halbleitermaterial bis zum Bauelemente im FMF durchzuführen. Durch den variablen und kompakten Aufbau ist man auch in der Lage, kleine Serien oder Einzelstücke zu prozessieren. Dabei werden nicht nur die Standardmaterialien wie Si oder GaAs bearbeitet, sondern gerade die Beschichtung und Prozessierung von neuen Materialien (Polymere, Halbleiter, Isolatoren) stellen einen wichtigen Aspekt im Serviceprogramm des FMF dar.

Instrumentelle Basis
- Reinraumklasse (100/10000)
- Photolithographie mit Strukturen im µm-Bereich
- Profilometer
- Elektronenstrahlquelle (Au, Pt, Ni, Ge, Cr)
- Sputteranlage für Kontakte (Ti, Al, TiWo) und Passivierungen (SiO, SiO2, Si3N4)
- Plasmaionenätzer mit Argon, Stickstoff und Sauerstoff
- Shinkawa Wirebonder – Ball-Wedge-Verfahren für Pitchgrößen bis zu von 50µm
- Flip-Chip-Bonder
- Reflow Solder Furnace
Röntgenbeugung
M. Fiederle
Arbeitsgebiet und Forschungsziele
- Kristallstrukturanalyse
- Phasenanalyse
- Druck- und Temperaturverhalten von Festkörpern
- Charakterisierung dünner Schichten
Kurzzusammenfassung
Die Röntgenbeugung erlaubt als Routinemethode die Charakterisierung kristalliner Phasen und Phasengemische. Unter Anwendung geeigneter Eichverfahren sind darüber hinaus Aussagen über eine quantitative Zusammensetzung von Gemischen sowie Korngrößenbestimmungen möglich. Durch die Möglichkeit von Untersuchungen an Pulverproben unter inerten Bedingungen bei unterschiedlichen Temperaturen und Drücken kann das Phasenverhalten von Festkörpern unter währenden Bedingungen studiert werden. Unterschiedliche Probenhalter erlauben die Untersuchung von Pulverproben in Transmissions-, Reflexions- und Kapillartechnik, wodurch Texturerscheinungen erkannt, entsprechend berücksichtigt bzw. ausgeschaltet werden können.
Instrumentelle Basis
Röntgendiffraktometer XRD (Rigaku Smartlab):
- Pulverdiffraktometrie
- Dünnschichtmetrologie
- SAXS
- Röntgenreflexionsmessungen
- Hochauflösende Röntgenbeugung
- Bestimmung der Paarverteilungsfunktion PDF
Laue-Kamera für die Analyse von Volumenkristallen

CT-Lab
M. Fiederle, S. Procz
Arbeitsgebiet und Forschungsziele
- Energieaufgelöste Röntgenmessungen (Colored X-Ray Imaging)
- Computertomographie (CT)
Kurzzusammenfassung
Die Computertomographie (CT) ist eine leistungsfähige Methode zur zerstörungsfreien Analyse von Materialien und ermöglicht die Untersuchung innerer Strukturen mit hoher Präzision. Besonders in Kombination mit hochauflösenden spektroskopischen Detektoren eröffnet die CT neue Möglichkeiten zur detaillierten Charakterisierung von Materialien und deren chemischer Zusammensetzung.
Die CT basiert auf der Aufnahme einer Vielzahl von Röntgenprojektionen eines Objekts aus verschiedenen Winkeln. Durch mathematische Rekonstruktion entsteht ein dreidimensionales Modell der inneren Struktur des Materials.

Instrumentelle Basis
- Nano-CT: Hochauflösende Anlage mit 0,4 µm Auflösung
- CT-Portable: Tragbare CT-Anlage mit 50 µm Auflösung
- Mini-CT: Mobile Anlage mit 5 µm Auflösung