Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Schildes

Freiburger Infektionsforscher in die Leopoldina aufgenommen

Freiburg, 31.07.2026

Prof. Dr. Philipp Henneke wurde in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen. Die Wahl würdigt seine Forschung zur Entwicklung des Immunsystems im frühen Leben. Seine Arbeiten schaffen Grundlagen für neue Ansätze, um Infektionen bei Neugeborenen und Kindern vorzubeugen und zu behandeln.

Portrait von Prof. Dr. Henneke.
Philipp Henneke wurde in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen. Foto: Universitätsklinikum Freiburg

Prof. Dr. Philipp Henneke, Mitglied der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg und Ärztlicher Direktor des Instituts für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Freiburg, ist in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen worden. Er wurde in den Fachbereich Gynäkologie und Pädiatrie gewählt. Seine Forschung soll dazu beitragen, Infektionen bei Neugeborenen und Kindern besser zu verstehen und gezielter zu behandeln.

„Es ist eine große Auszeichnung für mich, in die Leopoldina aufgenommen zu werden. Sie bestärkt mich und mein Team darin, die Anpassung des Immunsystems zu Beginn des Lebens besser zu verstehen und so Kindern einen besseren Start zu ermöglichen“, sagt Henneke.

Die Plastizität des Immunsystems um die Geburt als Schlüssel für neonatale Gesundheit

Die Geburt bringt fundamentale Veränderungen in Bezug auf Nahrungsaufnahme, Lungenatmung und plötzliche Besiedlung der Körperoberflächen mit Mikroorganismen, also der Entwicklung des individuelle Mikrobioms, mit sich. Das stellt große Anforderungen an die Anpassungsfähigkeit des Immunsystems des Neugeborenen. Infektionen in dieser Phase sind von besonderer Bedeutung für die lebenslange Gesundheit.

Hennekes Team untersucht wie Makrophagen, auch als Immun-Fresszellen bezeichnet, genetische Programme und Umweltfaktoren zusammenführen, um sowohl Organwachstum und -entwicklung als auch die Abwehr krankmachender Erreger zu ermöglichen. Dabei erforscht die Arbeitsgruppe systemübergreifend, wie sich Makrophagen in verschiedenen Organen wie Haut, Lunge, Darm, Leber und Gehirn auf Veränderungen von Umweltbedingungen vorbereiten und anpassen. Die Rolle von frühkindlichen Infektionen ist dabei von besonderer Bedeutung.

Portrait von Prof. Dr. Henneke.

„Es ist eine große Auszeichnung für mich, in die Leopoldina aufgenommen zu werden. Sie bestärkt mich und mein Team darin, die Anpassung des Immunsystems zu Beginn des Lebens besser zu verstehen und so Kindern einen besseren Start zu ermöglichen.“

Prof. Dr. Philipp Henneke

Mitglied der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg und Ärztlicher Direktor des Instituts für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Freiburg

Neue Ansätze zur Behandlung von Infektionen

Aus dem vertieften Verständnis dieser Zusammenhänge können neue Ansätze entstehen, um Infektionen im frühen Leben zu verhindern oder zu behandeln, etwa zur Behandlung von Infektionen durch Mykobakterien oder Zytomegalieviren.

Henneke ist assoziiertes Mitglied im Exzellenzcluster CIBSS – Centre for Integrative Biological Signalling Studies der Universität Freiburg und seit 2023 Koordinator des Transregio (TRR) 359 „Perinatale Entwicklung der Immunzelltopologie (PILOT)“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

„Die Wahl von Philipp Henneke würdigt seine langjährige Forschung an der Schnittstelle von Immunologie, Infektionsmedizin und Kinderheilkunde“, sagt Prof. Dr. Lutz Hein, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg. „Die immunologische Forschung ist in Freiburg seit Jahrzehnten stark und wird durch seine Arbeiten im Bereich der Pädiatrie entscheidend erweitert.“

Die Leopoldina wurde 1652 gegründet und zählt zu den ältesten Wissenschaftsakademien der Welt. Als Nationale Akademie der Wissenschaften berät sie Politik und Gesellschaft zu wissenschaftlichen Fragen. Die Wahl zum Mitglied gilt als hohe wissenschaftliche Auszeichnung.

Der Exzellenzcluster CIBSS

Im Exzellenzcluster CIBSS – Centre for Integrative Biological Signalling Studies der Universität Freiburg untersuchen Forschende aus Biologie, Medizin, Chemie, Physik, Rechts-, und Ingenieurwissenschaften gemeinsam, wie lebende Systeme Signale verarbeiten und daraus Entscheidungen treffen. CIBSS wird im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Der Transregio PILOT

„Perinatale Entwicklung der Immunzelltopologie (PILOT)“ ist ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderter transregionaler Sonderforschungsbereich, der neue Wege zum Verständnis der komplexen Anpassungen des frühen Immunsystems beschreiten will. Er will die Mechanismen aufklären, die der Immunentwicklung im frühen Leben zugrunde liegen, und die Lücke zwischen diesen Mechanismen und neuen therapeutischen Paradigmen schließen.

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