Herzlich willkommen: Prof. Dr. Janina Bühler, Professorin für Diagnostik und Differentielle Psychologie
Freiburg, 18.08.2025
Zum 15. Juli 2025 wurde Prof. Dr. Janina Bühler auf die Professur für Diagnostik und Differentielle Psychologie berufen. Im Interview gibt sie Einblicke in ihre Forschung zu Persönlichkeitsentwicklung und Partnerschaften, erzählt, was sie an der Arbeit mit Studierenden begeistert, und verrät, wohin sie ihre sonntagmorgendlichen Joggingrouten führen.

Was begeistert Sie an Ihrer Forschung?
In meiner Forschung befasse ich mich vor allem mit Persönlichkeitsentwicklung und der Entwicklung von Partnerschaften. Daran begeistert mich zum einen die Komplexität: Personen bringen eine gewisse Persönlichkeit mit, die Partnerschaften prägt. Gleichzeitig können Partnerschaftserfahrungen die eigene Persönlichkeit verändern. In der Forschung sprechen wir hier von einer Transaktion zwischen Persönlichkeit und Partnerschaft, die unglaublich faszinierend ist. Zum anderen begeistert mich die Alltagsrelevanz meiner Forschung.
Welche Lösungsansätze finden Sie in Ihrer Forschung für Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft?
Als soziale Wesen brauchen wir Menschen soziale Beziehungen, sei es in Form von Partnerschaften, Freundschaften oder Familienbeziehungen. Mit meiner Forschung möchte ich besser verstehen, wie solche Beziehungen gefestigt und gestärkt werden können – gerade angesichts einschneidender Lebensereignisse oder gesellschaftlicher Herausforderungen.
In unserer von der DFG finanzierten AMOR-Studie befassen wir uns gezielt mit der Rolle von Lebensereignissen. Hierfür suchen wir aktuell Paare des gesamten Erwachsenenalters, die seit maximal 10 Jahren zusammen sind. Wir begleiten die Paare über vier Jahre hinweg, u.a. anhand kurzer Alltagsbefragung. Unser Ziel ist es, dadurch besser zu verstehen, wie sich die Persönlichkeit und Partnerschaft im Kontext von Lebensereignissen entwickelt.
Was möchten Sie Ihren Studierenden mit auf den Weg geben und was nehmen Sie selbst aus der Lehre mit?
Ich möchte meine Studierenden dazu ermutigen, sich eigenständig und kritisch mit den Lehrinhalten auseinanderzusetzen. Ich möchte sie auch ermutigen, diejenigen Inhalte zu finden, die sie begeistern. Gerade bei Abschlussarbeiten freut es mich, wenn ich beobachten darf, wie Studierende wachsen und sich entwickeln, wenn sie ein Thema gefunden haben, für das sie sich begeistern können. Ich selbst nehme ebenfalls sehr viel aus der Lehre mit, allen voran die Fragen, die die Studierenden mitbringen. Gerade bei Themen wie Persönlichkeit und sozialen Beziehungen erlebe ich ein großes Interesse und eine lebhafte Diskussionsbereitschaft auf Seiten der Studierenden, wodurch ich wertvolle Impulse erhalte.
Welche Themen beschäftigen Sie aktuell persönlich am meisten außerhalb Ihrer Forschung?
Ehrlicherweise weiß ich gar nicht, ob ich das „außerhalb der Forschung“ so klar benennen kann, da meine Forschung sehr alltagsnah ist. Ich denke auch außerhalb des Schreibtisches darüber nach und nehme Eindrücke mit. Wenn ich jedoch etwas benennen müsste, das für mich außerhalb des universitären Alltags liegt, dann wäre es die Welt meines zweijährigen Sohnes. Mit ihm darf ich sein Universum aus Schnecken, Baggern und Pfützen mit Neugierde und kindlicher Hingabe entdecken.
Auf was freuen Sie sich in Freiburg besonders?
Als Freiburgerin ist es für mich ein großes Glück, alte Lieblingsorte wieder aufzusuchen und die Stadt neu zu entdecken. Besonders freue ich mich auf meine sonntagmorgendlichen Joggingrouten auf den Rosskopf.