Ideenwettbewerb „KI*Lehre 2026“ ermöglicht Förderung von 15 Projekten
Freiburg, 14.01.2026
Künstliche Intelligenz (KI) revolutioniert die Hochschullehre: Die Universität Freiburg fördert deshalb mit insgesamt knapp 600.000 Euro aus dem Transformationsbudget 15 Projekte, die Lehre mit und über KI in ganz unterschiedlichen Fachbereichen anbieten. Die thematische Bandbreite reicht dabei von KI‑Transkription in den Digital‑Humanities bis hin zu KI-Kompetenzen im Lehramt und der KI-adäquaten Umgestaltung der Physik-Übungsblätter.

Der Einfluss künstlicher Intelligenz auf die Hochschullehre ist groß und verlangt nach neuen Konzepten und Methoden. Das Rektorat der Universität Freiburg hat daher beschlossen, von 2026 bis 2028 insgesamt über eine Million Euro aus dem Transformationsbudget, das das Land der Universität bereitstellt, für einen internen Ideenwettbewerb zu nutzen. Von 22 eingereichten Anträgen zum Einsatz von KI in der Lehre oder zu Lehre über KI-Themen wurden 15 Projekte ausgewählt, die künftig mit einer Gesamtsumme von knapp 600.000 Euro unterstützt werden. Die Förderung läuft von März 2026 bis Februar 2027. Eine weitere Ausschreibung ist im Laufe des Jahres 2026 vorgesehen.
KI-Kompetenz in Lehrplänen
Die ausgewählten Vorhaben decken ein sehr breites Spektrum ab. Das Digital‑Humanities‑Lab entwickelt beispielsweise KI‑Methoden zur Transkription und Annotation von Gesprächs‑ und Interviewmaterial – ein Werkzeug, das für alle geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächer nutzbar sein wird. In der Physik stellt die Verfügbarkeit von KI das lang bewährte System der begleitenden Übungsaufgaben in Frage, weshalb Lehrveranstaltungen und Lernprozesse grundlegend umgestaltet werden müssen.
In den bildungswissenschaftlichen und Lehramt-Studiengängen wird KI‑Kompetenz künftig als verpflichtender Bestandteil in die Lehrpläne integriert. Und im Historischen Seminar der Universitätsbibliothek wird die Freiburger Zeitung aus dem schicksalhaften Jahr 1933 mithilfe von KI aufbereitet und analysiert.
Rechenzentrum berät und unterstützt
„Die KI als digitale Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts bietet uns zahlreiche Möglichkeiten bisherige Lern- und Lehrformate neu zu denken und weiterzuentwickeln. Mit unserem Ideenwettbewerb möchten wir diese Transformation in Lehre und Studium an der UFR auf vielfältige Weise fördern“, sagt Prorektor Prof. Dr. Michael Schwarze von der Universität Freiburg.
Die Projekte werden von der Abteilung E‑Learning am Rechenzentrum sowie von der Abteilung Innovation und Qualität in der Lehre beraten und unterstützt. Ein Teil der Fördermittel fließt zudem in den Ausbau der universitätseigenen KI‑Recheninfrastruktur, die von allen Vorhaben genutzt wird und auch zukünftige Lehrinitiativen stärkt.
Geförderte Projekte im Rahmen des Ideenwettbewerbs KI*Lehre 2026
Die Förderung der 15 Projekte erfolgt aus dem Transformationsbudget, das der Universität Freiburg im Rahmen der Hochschulfinanzierungsvereinbarung (HoFV III) zugewiesen wird. Die Projekte haben eine Laufzeit von 03/2026 bis 02/2027. Insgesamt sind knapp 600.000€ vorgesehen. En Teil hiervon soll für projektspezifische Erweiterungen und Weiterentwicklungen der IT-Infrastruktur sowie Support und Beratungsangebote genutzt werden.
KI-gestützte Auswahl statistischer Methoden in der Psychologie – Chancen und kritischer Umgang
Dr. Rainer Leonhart
Abteilung für Sozialpsychologie und Methodenlehre, Institut für Psychologie
Nutzung von Künstlicher Intelligenz in der Python Programmierung
Prof. Dr. Eva Lütkebohmert-Holtz, Marcus Rockel
Abteilung für Quantitative Finanzmarktforschung, Institut für Wirtschaftswissenschaften
Von Aufmerksamkeit bis Konditionierung: Reflexion psychologischer Konzepte im Vergleich Mensch zu KI
Dr. Anne Voormann, Dr. Irina Monno, Dr. Julius Fenn, Katja Pollak, Larissa Walter
Allgemeine Psychologie, Institut der Psychologie
„KI – Aber wie?!“ Die philologische Lehr- und Lernplattform KI*Geist
Prof. Dr. Juliane Blank, Rebecca Heinrich
Professur für Neuere deutsche Literatur mit Schwerpunkt Allgemeine und Vergleichende Literaturwiss. / Komparatistik, Deutsches Seminar
Chatbots als Lehr- und Lernwerkzeuge: Quellenstudium mit KI in der kunsthistorischen Lehre erproben und evaluieren
Prof. Dr. Anna Schreurs-Morét, Paula Schulze, Olivia Schmidt-Thomée
Kunstgeschichtliches Institut
Tullius: Ein KI-Tutor für Latinumskurse
Stefan Tilg
Seminar für Griechische und Lateinische Philologie / Digital Humanities Lab
RAG in Teaching – KI-gestützte FAQ-Systeme für Studium und Lehre
Prof. Bravidor
Financial Accounting & Auditing
Prof. Pastewka
Simulation, IMTEK
Co-Ideengeber: Dr. Andreas Greiner, Sascha Frank
Smart Physics Exercises (SPEX)
Dr. Lorenzo Rossini, Dr. Valerie Lang
Physikalisches Institut
KI in der Lehrer*innenbildung: M.Ed-Integration von textgenerierender KI und KI-Kommunikationsanalysen in die Ausbildung. Förderung personaler Kompetenzen und kritischer AI-Literacy im angehender Lehrkräfte
Dr. Johanna Korte, Sandra Hans, Prof. Dr. Thamar Voss
Abteilung Empirische Schul- und Unterrichtsentwicklungsforschung, Institut für Erziehungswissenschaft
Methoden und Dokumentation für eine KI-unterstützte Multimodale Sprachanalyse in der Lehre
Prof. Dr. Achim Rabus, Daniel Alcón López
Digital Humanities Lab
Large Language Methods: KI-Tools für die Bildung und Auswertung großer Textkorpora in Forschung und Lehre
Prof. Dr. Racha Kirakosian, Meret Wüthrich, Dr. Jonas Hermann
Deutsches Seminar
Dokumentation von Methoden der Nutzung von KI für die Aktualisierung und Individualisierung von Lehrmaterialien in den Geisteswissenschaften
Prof. Dr. Achim Rabus, Daniel Alcón López, Felix Stürz
Digital Humanities Lab
Praxislabor KI in der Medienproduktion
Ada Rhode
uniCROSS / Medienzentrum der UB Freiburg
Im Dialog mit der Freiburger Vergangenheit: Die Freiburger Zeitung von 1933 per Chatbot erschließen
Dr. Tobias Schopper
UB Freiburg
Dr. Marcus Schröter
UB Freiburg / Historisches Seminar
Daniel Alcón López
Digital Humanities Lab
Reflexive KI-Kompetenzen in den Bildungswissenschaftlichen Studiengängen implementieren
Dr. Elisabeth Wegner, Prof. Dr. Matthias Nückles, Prof. Dr. Jörg Wittwer, Hadmut Hipp, Roland Ebert-Glang
Institut für Erziehungswissenschaft
Hinzu kommen Mittel in Höhe von 135.000,00 € für die zentrale Anschaffung von projektspezifisch benötigter KI-Infrastruktur am Rechenzentrum, Lizenzen und Entwicklungskosten bzw. externe Programmieraufträge für Schnittstellen und zusätzliche Funktionen der bestehenden Systeme sowie Mittel für die hochschuldidaktische Beratung der KI*Lehre-Projekte durch die Abteilung IQ.