Klimaresiliente Wälder durch Unterstützte Migration: Wissenschaftlicher Beirat übergibt Stellungnahme an Bundeslandwirtschaftsminister
Freiburg, 27.03.2026
Der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik (WBW) unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Jürgen Bauhus von der Universität Freiburg hat eine Stellungnahme zur „Anpassung von Wäldern durch Unterstützte Migration“ an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer überreicht. Darin gibt der Beirat Empfehlungen zur gezielten Einbringung von Baumarten und Populationen aus anderen Herkunftsgebieten, die die Resilienz von Wäldern gegenüber dem Klimawandel stärken.

Der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik (WBW) unter Vorsitz von Prof. Dr. Jürgen Bauhus von der Universität Freiburg hat am 24.03.2026 eine Stellungnahme zur „Anpassung von Wäldern durch Unterstützte Migration“ an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer übergeben. Darin gibt der Beirat Empfehlungen zur gezielten Einbringung von heimischen und alternativen Baumarten in Wälder, um deren Resilienz gegenüber dem Klimawandel zu stärken. Diese sogenannte Unterstützte Migration wird in der Gesellschaft kontrovers diskutiert, insbesondere die Einführung nicht-heimischer Baumarten. Die Empfehlungen des WBW zielen darauf ab, eine ausgewogene Perspektive auf die Potenziale und Risiken zu bieten.
„Wenn wir die Ökosystemleistungen und Biodiversität unserer Wälder erhalten wollen, wird die Unterstützte Migration als eine Strategie zur aktiven Waldanpassung künftig notwendig sein,“ sagt Prof. Dr. Jürgen Bauhus, Leiter der Professur für Waldbau und Sprecher des Exzellenzclusters Future Forests an der Universität Freiburg. „Dafür sind zum einen Maßnahmen erforderlich, die klimatisch besser angepasste Populationen heimischer Baumarten zum Beispiel aus dem Mittelmeerraum integrieren und das Ausbreitungsgebiet von widerstandsfähigen heimischen Baumarten erweitern. Zum anderen muss auch die Einführung nicht-heimischer Baumarten erwogen werden, wie das bereits mit der Douglasie und Roteiche aus Nordamerika erfolgreich geschehen ist.“
„Wenn wir die Ökosystemleistungen und Biodiversität unserer Wälder erhalten wollen, wird die Unterstützte Migration als eine Strategie zur aktiven Waldanpassung künftig notwendig sein.“
Prof. Dr. Jürgen Bauhus
Leiter der Professur für Waldbau und Sprecher des Exzellenzclusters Future Forests, Universität Freiburg
Der Beirat unterstreicht in seiner Stellungnahme, dass die Politik die Umsetzung der Unterstützten Migration künftig steuern müsse, um einerseits das Engagement der Waldbesitzenden für das Konzept zu fördern und andererseits einen Wildwuchs von individuellen Initiativen zu vermeiden. Dafür müsse das Beratungsangebot für Waldbesitzende ausgebaut und ein rechtssicherer Rahmen für langfristige forstliche Anpassungsmaßnahmen entwickelt werden. Zudem müsse es eine verlässliche Risikoeinschätzung für nicht-heimische Baumarten und strenge Einfuhrkontrollen von Saat- und Pflanzgut geben, um die Einschleppung von Krankheiten und Schädlingen zu vermeiden.
Weitere Informationen
- Originalpublikation: Kätzel R, Bauhus J, Endres E, Dieter M, Lang F, Meyer P, Schraml U, Weber-Blaschke G, Farwig N, Hafner A, Lindner M, Müller J, Kleinschmit B, Knoke T, Seeling U (2026): Anpassung von Wäldern durch Unterstützte Migration: Potenziale und Risiken. Stellungnahme des Wissenschaftlichen Beirates für Waldpolitik; März 2026; Berlin, 49 S.
- Prof. Dr. Jürgen Bauhus ist Leiter der Professur für Waldbau und Sprecher des Exzellenzclusters Future Forests der Universität Freiburg. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit der Steuerung von Wäldern für die Bereitstellung von Ökosystemleistungen, mit den Auswirkungen von waldbaulichen Maßnahmen auf das Ökosystem und mit der Anpassung von Wäldern an den globalen Wandel. Für seine Forschung erhielt er den „Scientific Achievement Award“ der International Union of Forest Research Organizations (IUFRO).
Der Exzellenzcluster Future Forests
Der Exzellenzcluster Future Forests beschäftigt sich mit der Frage, mit welchen Strategien sich Wälder und ihre Nutzung erfolgreich an den globalen Wandel anpassen lassen. Ziel ist es, ihre zentralen ökologischen und sozialen Funktionen langfristig zu sichern. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert Future Forests im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder seit dem 1. Januar 2026 als Exzellenzcluster der Universität Freiburg.