SFB 948: Helden – Heroisierungen – Heroismen
Teilprojekte:
Helden und Heroisierungen in öffentlichen Stadträumen Italiens und Frankreichs zwischen Spätmittelalter und Früher Neuzeit
Das Teilprojekt fragt nach der visuellen Vermittlung von Heldenkonzepten im öffentlichen plastischen Denkmal. Untersucht werden qualitativ aussagekräftige Standbilder von Helden und heroisierten Personen in Italien und Frankreich. Die diachron und komparative angelegte Studie konzentriert sich auf den Zeitraum von etwa 1300 bis um 1800 und zielt auf eine Geschichte der Formen und Funktionen des Heldendenkmals, auf eine Darstellung der an ihm geübten Denkmalpraktiken sowie auf eine Erläuterung der sich unter verschiedenen gesellschaftlichen Bedingungen und Herrschaftsformen wandelnden Konzepte der virtus heroica, die den Monumenten der Vormoderne zugrunde liegen.
Leiter: Prof. Dr. Hans W. Hubert
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Katharina Helm Mag. Art.
Laufzeit 2013–2016
Kunst-Held versus Kriegs-Held. Heroisierung durch Kunst im Kontext von Krieg und Frieden in der Frühen Neuzeit
Das Teilprojekt untersucht den Zusammenhang zwischen Kunstförderung und Heroisierung des Herrschers im 17. Jahrhundert. Vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges tritt der traditionellen Medialisierung des Kriegshelden der ‚Kunst-Held‘ an die Seite. Die zeitgenössische Friedensthematik erhält mit dieser durch Kunst legitimierten Herrscherrepräsentation eine spezifische semantische und ikonographische Ausbildung, so die These. Die Ausprägung dieses Typus in Text- und Bildquellen soll anhand von Künstler-Herrscher-Konstellationen vornehmlich im frühneuzeitlichen Deutschland analysiert werden.
Leiterin: Prof. Dr. Anna Schreurs-Morét
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Dr. Christina Kuhli (geb. Posselt) Mag. Art.
Laufzeit 2013–2016
Grazia und Terribilità: Charismatisierungen des Künstlers als Phänomen des Heroischen in der frühen Neuzeit
Ziel des Teilprojekts ist es, in der Kunstliteratur und in Künstler(selbst)bildnissen zwischen ca. 1500 und ca. 1800 die Parameter grazia und terribilità als Grundmuster bis heute andauernder Vorstellungen des Künstlertums aufzuzeigen: Das Spannungsfeld von Anmut und Gewalt soll in seinen Funktionen und Wirkungen als typisches Phänomen des Heroischen erklärt werden. Mit Blick auf die reiche Gefolgschaft der exzeptionellen Künstler kann zudem eine präzisere Beschreibung von Charismatisierungsprozessen im Bezugsrahmen von Künstlern, Kunstliteraten und Auftraggebern vorgenommen werden. Einen Schwerpunkt bilden Werke der frühen Neuzeit, in denen der Künstler sich selbst als der jugendliche Held David inszeniert.
Leiterin: Prof. Dr. Anna Schreurs-Morét
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Jennifer Trauschke M.A.
2. Förderphase 2016–2020
Synthesen: Online-Kompendium und Handbuch »Helden – Heroisierungen – Heroismen«
Das Teilprojekt publiziert das Online-Lexikon „Compendium heroicum“, das Forschungsergebnisse des SFB zusammenführt und verdichtet. Damit bietet das Teilprojekt grundlegende Informationen und Analysen zur sozialen Bedeutung, Semantik und Medialität des Heroischen zwischen Antike und 21. Jahrhundert und leistet einen übergreifenden Beitrag zu der Frage, welche Bedeutung heroische Figuren für eine Gesellschaft haben. Das Lexikon wird im Laufe der Förderperiode zu einem umfassenden Referenzwerk für die Erforschung von Heroisierungsprozessen vervollständigt und abgeschlossen. Das Teilprojekt kooperiert mit dem Projekt „Open Encyclopedia System“ der Freien Universität Berlin.
Teilprojektleitung: Prof. Dr. Anna Schreurs-Morét, Prof. Dr. Ralf von den Hoff
Wissenschaftliche Mitarbeiter: Dr. Georg Feitscher, Olivia Schmidt-Thomée
Beteiligte Disziplin: Digital Humanities
Projektdauer: 2020–2024
Weitere Informationen:
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Heroicum.net
Kulturen des Heroischen in Geschichte und Gegenwart
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Compendium-Heroicum.de
Das Online-Lexikon des Sonderforschungsbereichs 948 „Helden – Heroisierungen – Heroismen“
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„Von göttlicher Herkunft angeblich. ,Künstlerhelden‘: Phidias und Apelles am Beginn der Vortragsreihe in der Freiburger Universität“
Bericht der Badischen Zeitung vom 27.04.2013
