Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Schildes

Lehre trifft Praxis: Formate zur Entwicklung von Nachhaltigkeitslösungen

Freiburg, 31.03.2026

Im Projekt „Transdisziplinäre und transformative Nachhaltigkeitsbildung“ werden Studierende lernen, Nachhaltigkeitslösungen zu entwickeln. Dafür wird das Projektteam eine digitale Plattform für Lehrende aufbauen und Lernformate mit Praxisvertreter*innen initiieren.

Teilnehmende einer Kick-off-Veranstaltung des Projekts TTNB diskutieren in der Gruppe.

Bei einer Auftaktveranstaltung haben sich Vertreter*innen aus Lehre, Hochschuldidaktik und Leitung mit Projektmitarbeitenden vernetzt. Foto: Innovationscampus Nachhaltigkeit

Hitzewellen und Wasserknappheit, wirtschaftlicher Strukturwandel und der Vertrauensverlust in demokratische Prozesse und soziale Sicherungssysteme: Baden‑Württemberg sieht sich mit einer Reihe von Nachhaltigkeitsproblemen konfrontiert. Ein neues Projekt des Innovationscampus Nachhaltigkeit – ein gemeinsames Projekt der Universität Freiburg und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) – will Lehrende und Studierende dazu befähigen, wirksame Antworten auf diese Herausforderungen zu entwickeln.

Das Projekt „Transdisziplinäre und transformative Nachhaltigkeitsbildung“ (TTNB) wird die Nachhaltigkeitsbildung in Baden-Württemberg stärken und hierfür Pilot-Maßnahmen an ausgewählten Hochschulen umsetzen. Das Projekt wird innerhalb des Bund-Länder-Programms „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken” bis Februar 2028 mit 2,4 Millionen Euro durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) Baden-Württemberg gefördert. Eine Auftaktveranstaltung im März hat über das Projekt informiert und Vertreter*innen aus Lehre, Hochschuldidaktik und Leitung mit den Projektmitarbeitenden vernetzt.

Projekt schließt Lücke in der Hochschullehre

„Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Projekt gemeinsam mit dem KIT als Bildungsprojekt des Innovationscampus Nachhaltigkeit realisieren können. Unser Wissen darüber zu erweitern, wie unsere Gesellschaften nachhaltiger gestaltet werden können, ist nicht nur wissenschaftlich von höchster Relevanz. Mit Lehre und Transfer leisten wir zugleich eine direkte Investition in die Lebensqualität zukünftiger Generationen“, sagt Prof. Dr. Melanie Arndt, Prorektorin für Internationalisierung und Nachhaltigkeit an der Universität Freiburg.

Das Projekt verfolgt einen ganzheitlichen und integrativen Ansatz. Er berücksichtigt die Wechselwirkungen zwischen den Nachhaltigkeitsdimensionen Umwelt, Sozialem und Wirtschaft. Transdisziplinäre Bildung fördert die Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Praxispartner*innen aus Unternehmen, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Die dafür notwendigen Methoden zur Entwicklung von Nachhaltigkeitslösungen vermittelt die Transformative Bildung. Sie schafft zudem eindrückliche Lernerfahrungen, die zur Reflexion über damit verbundene Werte anregen.

Ein Porträt von Melanie Arndt.

„Unser Wissen darüber zu erweitern, wie unsere Gesellschaften nachhaltiger gestaltet werden können, ist nicht nur wissenschaftlich von höchster Relevanz. Mit Lehre und Transfer leisten wir zugleich eine direkte Investition in die Lebensqualität zukünftiger Generationen.“

Prof. Dr. Melanie Arndt

Prorektorin für Internationalisierung und Nachhaltigkeit an der Universität Freiburg

Digitale Lehr-Lern-Labore

Geplant sind in dem Projekt unter anderem digitale Lehr-Lern-Labore, die ein interaktives Lernen zu innovativen Nachhaltigkeitslösungen ermöglichen sowie Lehrende und Studierende auf die Zusammenarbeit mit der Praxis vorbereiten. Dabei werden analoge, digitale und hybride Formate eingesetzt, die künstliche Intelligenz umsichtig nutzen. „TransImpactHubs“ werden darüber hinaus eine dauerhafte Schnittstelle zwischen Hochschule und Praxis bilden. Sie werden Praxisvertreter*innen mit Lehrenden und Studierenden in kooperativen Lernformaten zusammenbringen. Die Lehr-Lern-Angebote und Resultate der kooperativen Formate werden auf einer digitalen Plattform allen Hochschullehrenden und Interessierten zugänglich sein.

„Das Projekt schließt wichtige Lücken in der Hochschullehre in Baden-Württemberg, indem es einen Ort für transdisziplinäre und transformative Lehre schafft und gleichzeitig die digitale Transformation mitdenkt. Die Digitalisierung ist eine der großen Herausforderungen und auch Chancen für die Nachhaltigkeit. Digitale Lösungen sind einerseits ein Mittel, um Nachhaltigkeit voranzubringen, andererseits erfordert Digitalisierung viele Ressourcen und schafft soziale Ungleichheiten. Das Projekt wird diese Spannungsfelder reflektieren und versuchen, nachhaltige und digitale Lösungen für Lehre und Studium zu erarbeiten“, sagt Prof. Dr. Kora Kristof, Vizepräsidentin Digitalisierung und Nachhaltigkeit des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

„Das Projekt schließt wichtige Lücken in der Hochschullehre in Baden-Württemberg, indem es einen Ort für transdisziplinäre und transformative Lehre schafft und gleichzeitig die digitale Transformation mitdenkt. Die Digitalisierung ist eine der großen Herausforderungen und auch Chancen für die Nachhaltigkeit.“

Prof. Dr. Kora Kristof

Vizepräsidentin Digitalisierung und Nachhaltigkeit des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)

Praktische Angebote für Lehrende, um Kompetenzen von Studierenden zu fördern

Perspektivisch zielen die Angebote darauf ab, die Problemlösungskompetenz von Studierenden zu fördern und sie zu Fach- und Führungskräften auszubilden, die Nachhaltigkeitsinnovationen gestalten können. Um Studierenden neue Angebote zu ermöglichen, legt das Projekt einen besonderen Fokus auf die Unterstützung von Hochschullehrenden. Zu diesem Zweck wird das Team einen Lehrpreis sowie Fellowships ausloben. Diese sollen Lehrenden die Möglichkeit geben, ihre Ideen in die Ausgestaltung der Kernmaßnahmen des Projekts einzubringen und innovative Lehrprojekte darin umzusetzen.

Dr. Katja Brundiers von der Forschungsgruppe „Transformative Nachhaltigkeitswissenschaft“ der Universität Freiburg und Dr. Susanne Gerstberger vom Karlsruher Transformationszentrum für Nachhaltigkeit und Kulturwandel (KAT) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) leiten das Projekt.

Der Innovationscampus Nachhaltigkeit

Der Innovationscampus Nachhaltigkeit (ICN) ist eine Initiative der Universität Freiburg und des KIT. Er wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert. Als Wissenschaft-Praxis-Schnittstelle unterstützt der ICN transdisziplinäre Forschungs-, Entwicklungs- und Bildungsprojekte zur Nachhaltigkeitstransformation und initiiert entsprechende Innovationsökosysteme. Schwerpunktthemen sind Klimaschutz, Ressourcenschonung und Well-being.

Kontakt

Hochschul- und Wissenschaftskommunikation

Universität Freiburg
Tel.: +49 761 203 4302
E-Mail: kommunikation@zv.uni-freiburg.de