ERC Synergy Grant für Claudine Kraft

Prof. Claudine Kraft

Molekularbiologin Prof. Dr. Claudine Kraft.
Foto: CIBSS / Universität Freiburg

Die Müllabfuhr von Körperzellen

„DegrAbility: On the Degradability of Protein Aggregates by Autophagy” heißt das Projekt von Prof. Dr. Claudine Kraft. Es beschäftigt sich mit der Autophagie, also Abbauprozessen in Zellen, die für deren Erneuerung und Funktionsfähigkeit eine wichtige Rolle spielen. Insbesondere erforschen die drei verantwortlichen Wissenschaftler*innen die Voraussetzungen dafür, ob ein Proteinaggregat von der Autophagie abgebaut wird oder nicht.

Kraft untersucht hierbei die biologische Relevanz der Mechanismen, die ihre Partner mithilfe hochauflösender Strukturanalysen auf atomarer Ebene sichtbar machen und in biochemischen Rekonstitutionssystemen auf molekularer Ebene testen. Durch den Einsatz gezielt veränderbarer Zellmodelle kann Krafts Team nachvollziehen, wie diese Mechanismen die Autophagie beeinflussen und welche Folgen dies für die Funktionsweise der Zellen hat. Bisher ging man davon aus, dass die Eigenschaften eines Proteinaggregats bestimmen, ob es abgebaut werden kann oder nicht. Erste Erkenntnisse deuten aber darauf hin, dass das Problem in der Interaktion zwischen Autophagie-Maschinerie und Aggregat liegt. „Wir nutzen die Expertise, die erst durch unsere drei sich ergänzenden Ansätze entsteht“, sagt Kraft. „Unsere Ergebnisse könnten ein gezieltes Eingreifen in zelluläre Abbauvorgänge ermöglichen, die ins Stocken geraten sind, wie es bei Alterungs- und neurodegenerativen Erkrankungsprozessen häufig der Fall ist.“

Kraft ist Professorin am Institut für Biochemie und Molekularbiologie der Universität Freiburg sowie Sprecherin des Exzellenzclusters CIBSS – Centre for Integrative Biological Signalling Studies. Ebenfalls an dem Projekt beteiligt sind Prof. Dr. Sascha Martens von den Max Perutz Labs der Universität Wien, Österreich, sowie Prof. Dr. James H. Hurley von der University of California, Berkeley, USA. Das Projekt wird mit knapp zehn Millionen Euro gefördert, davon gehen 3,33 Millionen Euro an die Universität Freiburg.