Arbeitsgruppe Nikolaus Pfanner

Portrait Nikolaus Pfanner

Prof. Dr. Dr. h.c. Nikolaus Pfanner

Professor für Biochemie

Forschung

Biogenese und Architektur von Mitochondrien

Mitochondrien sind für die Lebensfähigkeit von eukaryotischen Zellen unerlässlich. Sie haben zentrale Funktionen bei der zellulären ATP-Synthese, dem Stoffwechsel von Aminosäuren und Lipiden, der Biosynthese von Häm und Fe/S-Clustern sowie beim programmierten Zelltod (Apoptose).

Mitochondrien bestehen aus vier Teilkompartimenten: äußere Membran, Intermembranraum, innere Membran und Matrix. Die innere Membran besitzt eine charakteristische Architektur mit röhrenförmigen Ausstülpungen (Cristae), die die Membranoberfläche um ein Vielfaches vergrößern. Störungen der mitochondrialen Funktion und Homöostase führen beim Menschen zu schweren Erkrankungen, insbesondere des Nervensystems, des Herzens und der Muskeln.

Mitochondrien enthalten mehr als 1.000 verschiedene Proteine. Eine kleiner Teil davon wird innerhalb der Mitochondrien synthetisiert. 99 % der mitochondrialen Proteine werden jedoch von Kerngenen kodiert und als Vorläuferproteine auf zytosolischen Ribosomen synthetisiert. Die Vorläuferproteine enthalten Zielsignale, die sie in die Mitochondrien und an ihren Bestimmungsort in den mitochondrialen Teilkompartimenten leiten. Die meisten Vorläuferproteine werden durch die wichtigste Proteineintrittspforte, die Translokase der äußeren Mitochondrienmembran (TOM), in die Mitochondrien verlagert. Anschließend werden die Vorläuferproteine an verschiedene Mechanismen weitergeleitet, die ihre intramitochondriale Sortierung und ihren Zusammenbau fördern.

Schema Mitochondrialer Proteinimport

Unsere Studien konzentrieren sich auf die folgenden Themen:

Schema des TOM und SAM Komplexes

Kooperation mit Nils Wiedemann und Thomas Becker: Die Proteinmaschinen TOM und SAM sind über Tom22 miteinander verbunden und arbeiten in der Reifung von Proteinen mit beta-Fassstruktur zusammen. Mehr Informationen

Team

Team-Foto Pfanner

Retreat der Teams Pfanner, Rampelt & Wiedemann  im Schwarzwald

Von links: Hanna Hasselblatt, Laura Fielden, Nicole Zufall, Patrick Horten, Patricia Müller, Jakob Busch, Nikolaus Pfanner, Nils Wiedemann, Johanna Diehm, Heike Rampelt, Inge Perschil, Lilia Colina-Tenorio, Jon Busto, Iniyan Ganesan

Förderung

Die Pfanner-Arbeitsgruppe erhält Forschungsförderung durch:

DFG logo
Exzellenzcluster CIBSS logo
BIOSS Logo

CV Nikolaus Pfanner

Seit 1992Professor und Lehrstuhlinhaber, Institut für Biochemie und Molekularbiologie, Universität Freiburg
2008 ‑ 2017Mitglied des Universitätsrates der Universität Freiburg
2009 ‑ 2011Präsident der Deutschen Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM)
2002 ‑ 2008Vorsitzender der Forschungskommission der Medizinischen Fakultät Freiburg
1995 ‑ 2006Sprecher des Sonderforschungsbereichs „Zelluläre Funktionen dynamischer Proteinwechselwirkungen“ (SFB 388)
1996 ‑ 2000Vorsitzender des Fachausschusses „Biologische Chemie und Biophysik“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
1987 ‑ 1992Nachwuchsgruppenleiter, Institut für Physiologische Chemie, Universität München
1988 ‑ 1989Forschungsstipendiat, Molekularbiologie, Princeton University (Prof. James Rothman)
1985 ‑ 1986Postdoc, Physiologische Chemie, Universität München (Prof. Walter Neupert)
1984 ‑ 1985Dissertation, Institut für Physiologische Chemie, Universität München (Prof. Walter Neupert)
1978 ‑ 1984Studium der Medizin, Universität München
1956Geburt in Simmerberg, Deutschland

Ehrungen

Seit 2020Distinguished Guest Professor, Kyoto Sangyo Universität, Japan
2025Walter Neupert-Medaille
2022/2023Preis für Lehrer des Jahres, Medizinische Fakultät Freiburg
(zum 5. Mal seit 1999 bester Dozent, Medizinische Fakultät / Vorklinik / Molekulare Medizin)
2021Schleiden-Medaille der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
2019Ehrendoktorwürde, Medizinische Fakultät, Universität Bochum
2018Reinhart Koselleck-Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft
2015Otto-Warburg-Medaille
2015Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland
2014Stein and Moore Award der Protein Society, USA
2014Wilhelm-Feldberg-Preis, UK
2011Hector-Wissenschaftspreis
2008Landesforschungspreis Baden-Württemberg für Grundlagenforschung
2007Forschungspreis der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
2004Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis
2002Max-Planck-Forschungspreis
1991Habilitationspreis (Förderpreis) der Universität München
1985Summa cum laude, Universität München

Gewähltes Mitglied

Seit 2025Accademia Nazionale dei Lincei, Italien (ausländisches Mitglied)
Seit 2005 Academia Europaea
Seit 2004Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Seit 2000Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
Seit 1994European Molecular Biology Organisation (EMBO)

Publikationen

Publikationsliste

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=Pfanner+N&sort=date

Ausgewählte Publikationen 2026 – 2016

Ausgewählte Publikationen 2015 und früher