Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Schildes

Mit künstlicher Intelligenz Onkologie und Hämatologie voranbringen

Freiburg, 31.03.2026

Seit dem 1. Oktober 2025 hat Jun.-Prof. Dr. Maria Kalweit die neu eingerichtete CRIION Professur für Bioinformatik: Künstliche Intelligenz für die Onkologie-Forschung an der Technischen Fakultät der Universität Freiburg inne. Im Interview erzählt die Informatikerin, wie KI-Methoden die personalisierte Krebstherapie unterstützen können und was sie außerhalb ihrer Forschung beschäftigt.

Porträt einer lächelnden Frau mit schulterlangem braunem Haar und runder Brille, die in einem modernen Gebäude an einem schwarzen Metallgeländer steht. Sie trägt einen bordeauxfarbenen Hosenanzug und ein rot gemustertes Oberteil. Im Hintergrund sind geometrische Wand- und Fensterflächen in warmen Farbtönen zu sehen.
Jun.-Prof. Dr. Maria Kalweit. Foto: Klaus Polkowski / Universität Freiburg

Was begeistert Sie an Ihrer Forschung?

An meiner Forschung schätze ich besonders, dass sie die Informatik mit konkreten medizinischen Anwendungen verbindet. In interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Ärzt*innen, Biolog*innen sowie Ingenieur*innen kann ich mit meiner Arbeit dazu beitragen, Krebs schneller und besser zu erkennen, Vorhersagemodelle für Krankheitsverläufe zu entwickeln und personalisierte Therapien zu optimieren. Genau diese Verbindung macht meine Forschung für mich zu einer echten Herzenssache.

Welche Lösungsansätze finden Sie in Ihrer Forschung für Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft?

Eine wesentliche Schwierigkeit der Onkologie liegt in der enormen molekularen und klinischen Vielfalt der Erkrankung Krebs. Diese Heterogenität macht Diagnose und Therapie sehr anspruchsvoll, insbesondere, weil immer zielgerichtetere und personalisierte Behandlungen angestrebt werden. Dies führt einerseits zu einer hohen Informationsdichte pro Patient*in, andererseits zu einer Fragmentierung der Datenlage, denn es gibt nur wenige direkt vergleichbare Fälle. Mit meinem Team entwickle ich robuste und effiziente KI-Methoden, die auch mit kleinen, heterogenen Datensätzen zuverlässig arbeiten. Zusätzlich müssen sie erklärbar sein, damit Ärzt*innen die Ergebnisse nachvollziehen und in ihre Entscheidungen einbeziehen können. Langfristig sehe ich KI als verlässliche Unterstützung in der personalisierten Medizin. Darüber hinaus nutzen wir KI auch für die Entwicklung neuer Therapeutika, indem vielversprechende Kandidat*innen rechnergestützt vorgeschlagen und experimentelle Prozesse gezielter gesteuert werden.

Was möchten Sie Ihren Studierenden mit auf den Weg geben?

Ruhe zu bewahren und nicht aufzugeben, auch wenn Studium und Forschung manchmal schwierig sind. Wichtig ist, nicht allein zu arbeiten und stattdessen gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Ebenso lohnt es sich, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken, denn oft entstehen die besten Ideen an Schnittstellen.

Mein eigener Weg hat mir früh gezeigt, dass sich vieles lernen lässt. Ich habe selbst auf der Realschule in der Stadt Emmendingen begonnen und bin Schritt für Schritt bis zur Professur geklettert. Dabei gab es viele Höhen und Tiefen, und oft war Durchhalten gefragt – umso schöner und wichtiger ist es, Freund*innen und ein großartiges Team an seiner Seite zu haben.

Welche Themen beschäftigen Sie aktuell persönlich am meisten außerhalb Ihrer Forschung?

Außerhalb meiner Forschung steht meine Familie im Mittelpunkt. Mit meiner vierjährigen Tochter verbringe ich viel Zeit beim Spielen, Lernen und Entdecken. Daneben bleibt nicht viel Raum und die Vereinbarkeit mit dem Beruf ist oft herausfordernd, aber es gibt für mich nichts Schöneres.

Kontakt

Hochschul- und Wissenschaftskommunikation

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