Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

100 Dukaten für Juan (Sto Dukátů za Juana)

Ein Quasimusical in zwei Teilen

Musik von Zdeněk Petr
Text von Vladimir Dvorák
unter Verwendung von Motiven aus dramatischen Werken des Miguel Cervantes
[ohne Nennung eines deutschen Übersetzers]

Inszenierung

DDR-Erstaufführung: 19. Oktober 1985 
Staatsoperette, Dresden, DDR

Besetzung:  

Premierenchronik

CZEUA10. Mai 1953Stadttheater, Karlsbad
DDREA19. Oktober 1985Staatsoperette, Dresden

Inhaltsangabe

„Juan ist auf der Flucht. Die Inquisition verfolgt ihn, weil er einer Schiffsladung schwarzer Sklaven zur Flucht verholfen hatte, und ein früherer Widersacher, dem er in einer entlegenen Kleinstadt begegnet, setzt ihn mit Hilfe der Ortsmiliz fest. Doch neugewonnene Freunde und die gerade eroberte Liebste Cristina retten ihn. Mit ihr flieht er in die Berge.“

Dietmar Fritzsche: Ein Quasimusical? ‚100 Dukaten für Juan‘ von Vladimir Dvorák/Zdeněk Petr an der Staatsoperette Dresden (DDR-E). In: Theater der Zeit, Heft 1/1986, Seite 54.

Kritiken

„Doch verglichen mit dem Don-Quijote-Musical ‚Der Mann von La Mancha‘, das einem doch ganz schön unter die Haut geht, wirkt diese ‚100 Dukaten für Juan‘-Geschichte wie der würze-lose zweite Aufguß einer eigentlich recht kräftigen und humorvollen Sache. […] Nicht schuldlos an solchem Eindruck erscheint mir die Musik von Zdeněk Petr, die im Begleittext ihrer „Evergreens“ wegen sogar besonders gelobt wird. Sie plätschert aber nur einfach nett dahin, gefällt im eingängigen melodischen Fluß, in klanglicher Harmonie, in stellenweise bildhaftem Ausdruck und auch einigen „böhmischen“ Einlagen, aber ihr fehlt der Nerv für genregemäße musikdramatische Funktion. Das „Quasimusical“ (so die Werkbezeichnung) ist jedoch kein Musical, eine musikalische Komödie vielleicht.

[…] Rudolf Schraps inszenierte das Stück mehr als handfeste Farce denn als leichtfüßige Komödie, was Konturen des Geschehens vergröberte, wo gewitztes szenisches Puzzlespiel das Geschehen hätte aufwerten können. Joachim Glogowski hatte ihm ein freundliches, heiteres, unaufwendig und rasch veränderbares Bühnenbild mit spanischem Flair gebaut. In Günter Buchs beschwingter Choreographie tanzte die Leubener Ballettgruppe erfreulich temperamentvoll und der Chor wirkte von Siegfried Fischer auf seine bescheidenen Aufgaben trefflich und sorgfältig vorbereitet.“

Dietmar Fritzsche: Ein Quasimusical? ‚100 Dukaten für Juan‘ von Vladimir Dvorák/Zdeněk Petr an der Staatsoperette Dresden (DDR-E). In: Theater der Zeit, Heft 1/1986, Seite 54.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Literatur

Kommentar


1953 und in einer Neuaufnahme 1987 wurde ‚Sto Dukátů za Juana‘ vom tschechischen Radio aufgezeichnet und ausgestrahlt.

1971 strahlte das tschechische Fernsehen eine TV-Produktion von ‚Sto Dukátů za Juana‘ aus.

Empfohlene Zitierweise

„100 Dukaten für Juan (Sto Dukátů za Juana)“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/100-dukaten-fuer-juan/

Letzte inhaltliche Änderung: 7. April 2022.