Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

42nd Street [Stuttgart]

Broadway’s Musical

Musik von Harry Warren
Songtext von Al Durbin
Buch von Michael Stewart und Mark Bramble
Based on the novel by Bradford Ropes
Deutsch von Ruth Deny (Dialoge) und Wolfgang Adenberg (Songtitel)

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 21. November 2003
Apollo Theater, Stuttgart, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:  

„42nd Street“ – Apollo Theater Stuttgart

Premierenchronik

USAUA25. August 1980Winter Garden Theatre, New York
GBEA8. August 1984Theatre Royal Drury Lane, London
AEA in Engl.28. Juni 1990Theater an der Wien, Wien (Start EU-Tour)
DEA in Engl.3. Mai 1991Deutsches Theater, München (Tournee)
DDspr. EA21. November 2003Apollo Theater, Stuttgart
„42nd Street“ – Apollo Theater Stuttgart

Inhaltsangabe

„Die Geschichte spielt im Frühjahr 1933. Julian Marsh, Musicalproduzent mit großen finanziellen Schwierigkeiten, erhofft sich ein erfolgreiches Come-Back mit einer neuen Produktion: ‚Pretty Lady‘. Finanziert wird das neue Stück von Abner Dillon, der sich jedoch nur für die Hauptdarstellerin Dorothy Brock interessiert, die nach Julian Marshs Meinung aber viel zu alt für diese Rolle ist.

Bei der Auswahl von Bewerbern für die Ballettgruppe sind die Ansprüche an Gesang und Tanz sehr hoch. Kurz vor Schluss des Vortanztermins erscheint die junge Peggy Sawyer. Sie kommt direkt aus der Provinz und hat sich verspätet. Zwar bekommt sie noch die Chance, ihr Talent zu beweisen, doch Choreograph Andy Lee ist hart: wer zu spät kommt, fliegt raus. Enttäuscht eilt Peggy von der Bühne und prallt mit Julian Marsh zusammen, ohne zu wissen, wer dieser ist. Billy Lawlor, der ,männliche Star des Stücks, sowie einige Ensemblemitglieder sind begeistert von Peggys Talent und überzeugen Julian davon, dass er sie unter Vertrag nimmt. Bei den Proben hat Julian zunehmend Probleme mit Dorothy und ihrem Verehrer Abner Dillon, der auf jede Liebesszene eifersüchtig reagiert. Hinzu kommt, dass Dorothy immer noch von ihrem früheren Vaudeville-Partner Pat Denning Besuch bekommt, dem sie mehr zugeneigt ist als Abner. Pat jedoch interessiert sich mehr für Peggy, worüber sich Dorothy ärgert. Um weitere Probleme zu vermeiden sorgt Julian dafür, dass Pat verschwindet. Dorothy, die Pat vermisst, betrinkt sich auf einer Party anlässlich der Voraufführungen in Philadelphia und beleidigt Abner Dillon schwer. Dieser reagiert empört und will sein Geld aus der Show ziehen. Mit Mühe gelingt es dem Ensemble, ihn umzustimmen. Die Voraufführungen in Philadelphia beginnen. In der Hektik einer Aufführung kommt es zu einem unglücklichen Vorfall: Peggy stößt mit Dorothy zusammen, die sich dabei den Knöchel bricht. Die Vorstelllung muss abgebrochen werden und Peggy wird gefeuert. Wieder ist die Produktion in Gefahr, weil Dorothy so nicht auftreten kann. Das verzweifelte Ensemble sieht nur eine Chance: Peggy muss zurückgeholt werden und für Dorothy einspringen. Julian, der darin seine letzte Rettung sieht, holt sie zurück und nimmt sie wieder auf. Er überzeugt Peggy, dass sie einspringen muss, um die gesamt Company zu retten.

Die Proben sind hart, Julian und Peggy arbeiten unermüdlich bis zur Erschöpfung. Die Premiere am Broadway steht kurz bevor, doch die anstrengenden Proben setzen Peggy zu: Sie ist kurz vor dem Zusammenbruch. Julian ist sicher, dass sie es schaffen wird und macht ihr Mut. Vor der Premiere kommt sogar die verletzte Dorothy zu Peggy und wünscht ihr Glück. Das Musical beginnt, die Premiere wird ein großer Erfolg und aus der unbekannten Peggy wird über Nacht ein gefeierter Star.“

(Presseinformation der Stage Holding, Juli 2023.)

„42nd Street“ – Apollo Theater Stuttgart

Kritiken

„Mit ’42nd Street‘ bereichert die Stage Holding die deutsche Musicallandschaft um eine neue Facette: um ein altmodisches Stepptanzmusical mit klassischer, swingender Broadway-Musik (und ohne elektronische Instrumente), um eine ‚Song and Dance Extravaganza‘, in der dramaturgische Plausibilität, handlungstragende Songs oder tiefgründige Charaktere von vornherein nie erwünscht waren.

[…] Entstanden ist die Inszenierung aus einer holländischen Tournee-Version, die Joop van den Ende im Mai 2001 mit neuer Ausstattung und vergrößerter Tänzerschar an den Broadway schickte, als erstes Revival des Erfolgsstücks aus dem Jahr 1980. […] Denn getanzt wird auf allerfeinstem Broadway Niveau, vor allem vom jungen und sensationell guten Tanzensemble, dessen überbordene Ennergie einem geradezu ins Gesicht springt. Wenn sich der Vorhang zur ersten Szene hebt, gibt es zunächst nur die Sicht auf 72 steppende Beine frei. Großartige Bilder wie diese lassen weniger Originelle wie die etwas dümmlichen Schattenspiele zu Dorothy Brocks erstem Song oder die trippelnden Mohnblüten schnell wieder vergessen. Choreograf Randy Skinner baut lange Steppnummern […] mit einem unfehlbaren Gefühl für großartige Steigerungen auf, ebenso stilsicher arrangiert er nostalgische Revueszenen wie die kaleidoskopartigen Formationen der Chorus Girls, die man in einem riesigen Spiegel über der Bühne sieht.

Während die bemalten Hintergrundkulissen in Douglas W. Schmidts Bühnenbild etwas arg märchenhaft wirken (zum Beispiel die zwei Pappkameraden im Schnürboden), sorgt die Lichtregie von Paul Gallo immer wieder für grandiose Effekte. Roger Kirks unzählige, stilvolle Kostüme schwelgen in frühlingshaften Pastelltönen für die Backstage-Szenen und in kräftigem, knapp anliegenden Glitzer für die Tanznummern. Adrian Werum dirigiert in bester Laune, eher im Mainstream swingend als mit wirklich groovendem Bigband-Sound.“

Angela Reinhardt: 42nd Street. Sensationelle Tanzszenen auf allerfeinstem Broadway-Niveau. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 104, Dezember 2003/Januar 2004, Seite 10-12.

„Die Macher des rasanten Stepptanz-Spektakels können die deutschsprachige Premiere am Freitagabend vor gut 1800 Gästen als vollen Erfolg verbuchen. Nach der glamourösen Inszenierung in zwei Akten will der begeisterte Applaus in Stuttgart fast kein Ende nehmen.Die Geschichte ist zwar einfach und schlicht gestrickt. Dies rückt aber durch die musikalisch und choreografisch perfekt inszenierte Show in den Hintergrund.

[…] Mehr als zwei Stunden lang werden die Zuschauer mit einem Feuerwerk aus Farben und rhythmischer Bewegung unterhalten. Musik und Choreografie arbeiten geschickt mit Tempowechseln: Dem fulminanten Gesamtauftritt des 48 Darsteller zählenden Ensembles folgt ruhiger Gesang der alternden Diva Dorothy Brock (Isabel Dörfler) im Kegel eines einzigen Scheinwerfers. Eine ausgefeilte Licht- und Bühnentechnik und fliegende Kostümwechsel tragen ihren Teil dazu bei, dass die Oberflächlichkeit der Dialoge kaum ins Gewicht fällt. […] Und das ganze Ensemble fasst die Gesetzmäßigkeiten des Showbusiness zusammen: ‚Bleibt immer jung und schön – und Ihr werdet geliebt.‘ Auch das Stuttgarter Publikum lässt sich gerne durch den schönen Schein immer strahlender Gesichter und mühelos anmutender Tanzkünste gefangen nehmen. Und nicht wenige wippen in Stepp-Schritten, als sie nach der Premiere das Apollo-Theater verlassen.“

dpa: Musical: Beschwingte Premiere „42nd Street“. In: Mitteldeutsche Zeitung, 23. November 2003.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video.

Literatur

Empfohlene Zitierweise

„42nd Street [Stuttgart]“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/42nd-street-stuttgart/

Letzte inhaltliche Änderung: 24. Oktober 2024.