Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

A Chorus Line [Berlin]

Musical

Musik von Marvin Hamlisch
Buch von James Kirkwood und Nicholas Dante
Liedertexte von Edward Kleeban
Idee und Choreographie von Michael Bennett
Co-Choreographie von Bob Avian
Original-Orchestration von Billy Byers, Hershy Kay und Jonathan Tunick
Deutsch von Mischa Mleinek

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 4. Oktober 1980
Theater des Westens Berlin, Bundesrepublik Deutschland
 


Besetzung:

Die engere Ballett-Auswahl:

Nach dem Vortanzen scheiden aus (Sprechrollen):

Die jeweilige Besetzung wurde am Aufführungsabend bekanntgegeben.

Premierenchronik

USAUA15. April 1975Shakespeare Festival Theatre, New York
GBEA22. Juli 1977Theatre Royal Drury Lane, London
DDspr. EA4. Oktober 1980Theater des Westens, Berlin
CHEA (in.Engl.)3. Juni 1986Opernhaus Zürich
AEA16. Oktober 1987Raimund Theater, Wien
DDREA15. Juli 1988Komische Oper, Berlin

Inhaltsangabe

„Am Broadway wird eine neue Show vorbereitet. Aus einer großen Zahl von Bewerbern sollen noch zehn Tänzer für die Ballettgruppe ausgewählt werden. Der Zuschauer erhält einen Einblick in den harten nüchternen Arbeitsalltag einer Audition im Theater und erlebt die Tänzer in ihrem Kampf um ein Engagement.

Der Choreograph Zach möchte von den Tänzern erfahren, warum sie im Rampenlicht stehen wollen und so enthüllt jeder sein Psychogramm vor der Gruppe. Kurz bevor die Entscheidung fällt, wer nach dem Vortanzen in die Show kommt, verletzt sich ein Tänzer so schwer, dass er ins Krankenhaus gebracht werden muss. Zach fragt daraufhin die Teilnehmer der Audition, was sie täten, wenn sie nicht mehr tanzen könnten und erhält als Antwort: ‚Wir tanzen, weil wir den Tanz lieben, und was man aus Liebe tut, wird man nicht bereuen.‘

Szenenwechsel, großes Finale, eine perfekte Show, wie sie das Publikum liebt. Die Tänzer, die sich gerade ganz persönlich vorgestellt haben und die das Glück hatten ausgewählt zu werden, tanzen – in der ‚Chorus Line‘.

(Archiv auf der Homepage der VBW Vereinigte Bühnen Wien)

Kritiken

„Jetzt läßt sich auch eine ‚Chorus Line‘-Formation im Berliner ‚Theater des Westens‘ sehen und widerlegt die bisherige betrübliche Erfahrung, daß die Übertragung einer Broadway-Show auf hiesige Verhältnisse immer dann am besten gelingt, wenn möglichst wenig Deutsche damit zu tun haben.

Doch die deutschen Tänzer im multinationalen Ensemble der Berliner ‚Chorus Line‘ geraten im Vergleich zu ihren Kollegen aus Holland, Skandinavien, England und den USA durchaus nicht aus dem Tritt. 

Mehr noch: Einige von ihnen beweisen bei ihren Soloauftritten als Charakter-Performer eine bühnenfüllende Star-Präsenz, ihnen gelingt nämlich der dreifache Talent-Salto Singen – Sprechen – Springen, ansonsten wohl kaum eine der Disziplinen, in denen deutsche Bühnenkünstler Meister sind. […]

Die deutsche Musical-Misere scheint eher in der Intendantenloge, im Regiesessel, am Tonpult und auf der Beleuchterbrücke zu sitzen. So waren denn die Initiatoren von ‚A Chorus Line‘ gut beraten, an ihre überseeischen Inszenierungen keine einheimischen Kräfte zu lassen, sondern auf Kongruenz mit dem Original getrimmte Choreographen, Kostümberater, Beleuchter und Tanzmeister aus den USA einzufliegen.“

(ohne Namen): Musicals: Eingeflogener Erfolg. In: Der Spiegel, Nr. 42, 13. Oktober 1980, Seite 249-251.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahme

Literatur

Kommentar

Bei der Schweizer Erstaufführung handelt es sich um das Gastspiel einer US-Tournee.

Die Erstaufführung in der DDR war ein Gastspiel des Wiener Raimund-Theaters.

Empfohlene Zitierweise

„A Chorus Line“ [Berlin]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/a-chorus-line-berlin/

Letzte inhaltliche Änderung: 10. Mai 2023.