Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Aladdin

Musical

Musik von Alan Menken
Orchestration von Danny Troob
Zusätzliche Musik und Gesangsarrangements von Michael Kosarin
Tanzmusikarrangements von Glen Kelly
Buch von Chad Beguelin
Nach dem gleichnamigen Disney-Zeichentrickfilm von Ron Clements, John Musker, Ted Elliot und Terry Rossio aus dem Jahre 1992
Liedtexte von Howard Ashman, Tim Rice und Chad Beguelin
Buchübersetzung ins Deutsche von Ruth Deny
Übersetzung der Liedtexte von Kevin Schroeder und Heiko Wohlgemuth

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 6. Dezember 2015
Neue Flora, Hamburg, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:  

Premierenchronik

USAUA20. März 2014New Amsterdam Theatre, New York
DDspr. EA6. Dezember 2015Neue Flora, Hamburg
GBEA15. Juni 2016Prince Edward Theatre, London

Inhaltsangabe

Die Geschichte spielt in der arabischen Fantasiestadt Agrabah. Der junge Aladdin, der sich als Straßendieb durchschlägt, begegnet der jungen Prinzessin Jasmin, als diese inkognito durch die Stadt schlendert. Sie verlieben sich ineinander.

Jasmin soll heiraten. Sie will aber nur einen Mann nehmen, den sie wirklich liebt. Der Großwesir Dschafar kann sich zwar keine Hoffnungen machen, doch will er unbedingt Sultan werden, Nachfolger von Jasmins Vater. Er muss daher Jasmin verhexen. Er kennt eine Zauberhöhle, in der sich eine Öllampe befindet, mit der er seine Wünsche realisieren kann. Er nötigt Aladdin, an seiner statt hinabzusteigen.

Zufällig reibt er an der Lampe, wodurch Dschinni freigesetzt wird, ein Zauberwesen, das in der Lampe gefangen war. Aladdin hat nun drei Wünsche frei.

Er wünscht sich, ein Prinz zu werden, damit er Jasmin heiraten kann. Im letzten Moment versucht Dschafar, das Vorhaben zu seinem Vorteil zu drehen. Doch er scheitert. Die beiden jungen Menschen schließen sich freudig in die Arme.

(Wolfgang Jansen)

Kritiken

„Alle Darsteller überzeugen nicht nur mit ihrem Gesangstalent, sondern glänzen auch mit ihren exakt ausgeführten Bewegungsabläufen in den anspruchsvollen Fecht- und Kampfchoreographien von J. Allen Suddeth. Beinahe jeder Moment auf der Bühne der Neuen Flora ist von Scott Taylor und John MacInnis perfekt durchchoreographiert. Von modernem Jazz Dance über orientalische Tanzelemente bis hin zu Standardtänzen wird Vielfalt geboten. […] 

Auch wenn die Charaktere in ‚Aladdin‘ teils flach bleiben, ist die Hamburger Produktion weder ein billiger Abklatsch, noch lässt sie einen kalt. […] Mit dem 15-köpfigen Orchester, Kostümen, die mit reichlich Liebe zum Detail kreiert wurden, und mit fließenden, glitzernden Stoffen, seinem ausgefeilten, zauberhaften Bühnenbild, einem Tonkonzept, das die Wände erbeben lässt, und den Lichteffekten, die durch Feuerwerk ihren Höhepunkt finden, ist ‚Aladdin‘ eines der zauberhaftesten Musicals, die bisher an der Elbe gespielt wurden.“

Juliane Blume: Märchenhaft-arabische Nächte an der Elbe, Europäische Erstaufführung in deutscher Sprache von Disneys „Aladdin“ in Hamburg. In: blickpunkt musical, Ausgabe 80 (01/16), Januar-März 2016, Seite 6-8

„Die vorhersehbare und nicht sehr gehaltvolle Geschichte kommt schwer in Gang. […] So kommt es nach ungefähr 50 Minuten endlich zum ersten Whow-Effekt: Als Aladdin die Höhle betritt, blinkt, funkelt und leuchtet die große Bühne tatsächlich vonnständig in Gold – ein beeindruckender Anblick. Und als er dann auch noch zufällig an der Lampe reibt und damit den Flaschengeist Dschinni heraufbeschwört, geht es dann auch gleich mit der absoluten Highlight-Szene des Abends in die Vollen. […] Eine Szene, die ganz zu recht zu spontanen Standing Ovations führt – endlich, möchte man sagen. Leider – es sei gleich vorweggenommen – wird so eine Magie im Laufe des Abends nicht noch einmal auf der Bühne zu erleben sein. […]

Das gleiche gilt für die Musik von Alan Menken: Viele schwungvolle Songs, ein paar Anleihen bei altehrwürdigen Broadway-Komponisten wie Jerry Herman und eine Menge orientalischer Klänge sind durchaus unterhaltsam, aber insgesamt betrachtet klingen viele Lieder doch sehr ähnlich und kaum eine Melodie bleibt im Ohr. Die Partitur bietet nur wenig Höhepunkte.

Das Prädikat ‚ganz nett‘ ist sowohl für Bühnenbild als auch für Choreografie zu verwenden. Die Bühnenbauten erregen viel zu selten Aufsehen. Einige hübsche Bilder gelingen Regisseur und Choreograf Casey Nicholaw mit seinen Tanznummern, doch letztendlich wirkt das alles wie schon mal dagewesen. […]

Die Gags des Abends, zum größten Teil Dschinni zugeschrieben, verdanken wir der gelungenen deutschen Adaption von Ruth Deny (Dialoge) sowie Heiko Wohlgemuth und Kevin Schroeder (Liedtexte), die dem Flaschengeist immer wieder – fast schon reichlich oft – regionale Bezüge zu Hamburg bzw. der deutschen Kultur- und Medienlandschaft in den Mund legen.

So strahlt auf der Bühne der wirklich witzige Publikumsliebling Dschinni um die Wette mit Oberflächlichkeiten wie den glitzernden prachtvollen Kostümen und den immer wieder gern zur Schau gestellten Waschbrettbäuchen des Ensembles – nur so richtig berühren will das steril dargebotene Spektakel nicht.

Michael Rieper: Aladdin, Arabische Nächte. In: musicalzentrale.de (online-Portal), 2015.

„Disney-Musicals sind bekannt dafür, dass sie farbenfroh und unterhaltsam sind. […] Schon die Auftaktszene zeigt eindrucksvoll, wie ‚Arabische Nächte‘ zelebriert werden: mit luftig wallenden Kostümen in allen Regenbogenfarben, viel Tanz und jeder Menge guter Laune! […] 

Dass die Charaktere – abgesehen von zwei Ausnahmen – nicht sonderlich tief ausgearbeitet wurden, scheint aber durchaus beabsichtigt zu sein (Buch: Chad Beguelin). Wie sonst wäre es zu erklären, dass der fiese Bösewicht Dschafar (Ethan Freeman) und sein plappernder Vasall Jago (Eric Minsk) nur durch höhnisches Lachen oder platte Sprüche auffallen? Mit diesem Los haben auch Pedro Reichert, Philipp Hägeli und Stefan Tolnal alias Aladdins Freunde Omar, Kassar und Babkak zu kämpfen. Sie handeln klischeehaft und aufgesetzt und allenfalls Tolnal bleibt dank seiner Stimme in Erinnerung.

Wäre nicht Enrico De Pieri als Dschinni, man würde sich fragen, warum es dieses Stück überhaupt an den Broadway geschafft hat. Doch in dieser Rolle kann sich das eingespielte Texterteam (Dialoge: Ruth Deny; Songtexte: Heiko Wohlgemuth und Kevin Schroeder) austoben. An anderer Stelle, genauer gesagt bei Jagos unaufhörlichem Gequatsche, sind die Dialoge allerdings immer mal wieder etwas zu flach, um wiklich lustig zu sein.

Nach knapp zweieinhalb Stunden endet das Spektakel. In Erinnerung bleiben die herausragende Höhlenszene und der fliegende Teppich, ebenso die mitreißenden Choreographien. So stellt sich der Musicalbesucher eine Broadway-Show vor: Bunt, schwungvoll, lustig und mit Happy-Ende! Und genau das bekommt das Publikum in der Neuen Flora in Hamburg zu sehen.“

Michaela Flint: Aladdin, Disney trifft „42nd Street“. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 177, Februar/März 2016, Seite 4-7.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Literatur

Kommentar

Das Musical basiert auf dem gleichnamigen Zeichentrickfilm von 1992.

Die Tryout-Premiere war am 7. Juli 2011 im 5th Avenue Theatre, Seattle/USA.

Die deutschsprachige Erstaufführung war gleichzeitig die europäische Erstaufführung.

Die Hamburger Inszenierung gewann einen Preis bei den Live Entertainment Award 2016 (LEA) in der Kategorie „Show des Jahres“.

Das Musical kam 2019 als Realverfilmung in die Kinos.

Empfohlene Zitierweise

„Aladdin“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/aladdin/

Letzte inhaltliche Änderung: 22. November 2021.