Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Alarm in Pont l’Evêque

Ein krimineller Vorgang und Musik in 5 Bildern

Musik von Conny Odd
Text von Jan Hall nach Tatsachen

Inszenierung

Uraufführung: 22. November 1958 
Städtische Bühnen, Erfurt, DDR

Besetzung:  

Programmheft der UA, Erfurt 1958

Premierenchronik

DDRUA22. November 1958Städtische Bühnen, Erfurt

Inhaltsangabe

„In Pont l’Evêque in der Normandie gibt es ein Gefängnis, dessen korrupter Direktor die Herrschaft an die Zahlungskräftigen unter den Häftlingen abgetreten hat. Ein junger Schlosser, der mit der Nichte des Direktors verlobt iist, gerät auch hinein. Beide kennen die Machenschaften, aber während er zunächst geneigt scheint, sich ins Schlepptau der Gangster nehmen zu lassen, will seine Braut Widerstand leisten. Da kommt eine Untersuchungskommission aus Paris, die das fertige Prüfungsprotokoll schon mitbringt.. Von ihr ist also keine Unterstützung zu erwarten. So gibt es nur einen Weg: Katherine befördert einen Bericht über das ‚fidele‘ Gefängnis und die vorgenommene Untersuchung zur ‚Humanité‘ nach Paris. So wird die Öffentlichkeit doch alarmiert, was nach dem Willen aller Beteiligten (einschließlich des – nicht auftretenden – Justizminsters) verhindert werden sollte. Auch für die beiden Herren der ‚Untersuchungskommission‘ wird wohl in den Zellen Platz geschaffen werden müssen.“

Alfred Paul: Die Operette ist doch nicht tot. ‚Alarm in Pont l’Evêque‘ von Jan Hall und Conny Odd an den Städtischen Bühnen Erfurt. In: Theater der Zeit, Heft 2/1959, Seite 46-49.

Kritiken

„Auch in dieser knappen Inhaltsskizze mag man erkennen, daß das eine echte zeitkritische Operettenfabel ist. Die Autoren gehen aber noch weiter, indem sie zweimal eine Nebenfigur, den Kellner, aus seiner Rolle heraustreten und scharf zugespitzte Chansons leichter Mädchen über die Typen des abendländischen Barbesuchers und über die Gründe für ihren gegenwärtigen Broterwerb vorführen lassen. Hier ist aus dem alten Operettencouplet das zeitkritische Chanson geworden – eine gelungene und auch in der (fast ist man geneigt zu sagen „verfremdenden“) Form überzeugende Wandlung.

So gelungen der Aufbau der Handlung ist, so sehr wünscht man dem Dialog eine schärfere Pointierung. Ihm fehlt die dem Stoff und dem Genre der Operette gemäße Leichtigkeit, er schleppt sich bisweilen etwas zähflüssig dahin. Hier wäre eine flüssigere Bearbeitung nötig.

Die Musik Conny Odds ist in erster Linie gekennzeichnet durch das Bestreben, sich von der Konfektion fernzuhalten. Das ist gelungen in den oben erwähnten Chansons (die das Publikum teilweise verblüfften), in der amüsanten Tango-Parodie vor allem.“

Alfred Paul: Die Operette ist doch nicht tot. ‚Alarm in Pont l’Evêque‘ von Jan Hall und Conny Odd an den Städtischen Bühnen Erfurt. In: Theater der Zeit, Heft 2/1959, Seite 46-49.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Literatur

Kommentar

Jan Hall war ein Pseudonym, welches die Textautoren Maurycy Janowski und Heinz Kufferath für ihre gemeinsamen Arbeiten benutzten. Conny Odd war das Pseudonym von Carlernst Ortwein, welches er für seine Kompositionen der leichten und heiteren Musik benutzte.

Empfohlene Zitierweise

„Alarm in Pont l’Evêque“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/alarm-in-pont-leveque/

Letzte inhaltliche Änderung: 29. November 2021.