Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Bonnie & Clyde [Baden]

Musical

Musik von Frank Wildhorn
Gesangstexte von Don Black
Buch von Ivan Menchel
Deutsch von Holger Hauer

Inszenierung

Österreichische Erstaufführung: 28. Juli 2018  
Stadttheater, Baden, Österreich

Besetzung:  

Premierenchronik

USAUA1. Dezember 2011Gerald Schoenfeld Theatre, New York
DDspr. EA7. September 2014Stadttheater, Bielefeld
ÖEA28. Juli 2018Stadttheater, Baden

Inhaltsangabe

„Amerika, Mittlerer Westen, 1930er Jahre: Das Gangsterpärchen Bonnie & Clyde wird während einer Autofahrt von der Polizei erschossen. Das packende Musical erzählt in einer Rückblende von der bedingungslosen Liebe, den großen Lebensträumen und schließlich von der Berühmtheit dieser beider ‚Volkshelden‘. Die Sehnsucht, der Armut zu entkommen und ein aufregendes Leben zu führen, bringt Bonnie & Clyde auf kriminelle Abwege. Zahlreiche Morde und Überfälle sowie ein Leben auf der Flucht vor den Gesetzeshütern bilden die traurige Bilanz ihrer gemeinsamen Zeit. Die Nachwelt verbindet mit Bonnie & Clyde trotz allem große Romantik und Liebe bis in den frühen Tod.“

(von: Homepage des Stadttheaters Baden, 2020)

Kritiken

„Casting: Zauberwort, zweischneidiges Schwert. Clyde Barrow wurde nur 25 Jahre alt, dem fast 40-jährigen Mark Seibert nimmt man die Darstellung dieses jungen, gefährlichen Kleinkriminellen nur bedingt ab. Als muskelbepackter, selbstverliebter Charmeur agiert er zu unbeweglich auf der Bühne, nuancenarm, mehr moderierend gestikulierend als glaubhaft darstellend. Und: Diese Casting-Entscheidung hatte gravierende Auswirkungen auf das komplette Figurenpersonal. Während sich Seibert nicht bemüht, ‚auf jung‘ zu spielen, machen andere einen ‚auf alt‘.

[…] Für Baden wurde eine erweiterte Orchesterfassung erarbeitet. Mehr Streicher – ein grundlegendes Missverständnis. Dort, wo die Originalinstrumentierung Akzente setzt, wird in Baden weichgespült. Nicht alles im Werk Wildhorns ist ‚larger than life‘. Bei Balladen mit den süffigen Streichern in die Vollen zu gehen, okay. Passion, das ist das Motto der Show – doch die durchgehende ‚Verstreichung‘ stiehlt dem Score brutal die Seele.“

Martin Bruny: Bonnie & Clyde. Frank Wildhorn – nicht immer bloß ‚larger than life‘. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 193, Oktober/November 2018, Seite 14-15.

„2009 uraufgeführt, kommt das Musical dennoch einigermaßen old-fashioned daher. Die Musik – Pavel Singer hat die im Original für Bandbesetzung geschriebene Partitur orchestriert – wirkt ziemlich eklektizistisch. Man wird den Eindruck nicht los, alles irgendwann schon einmal gehört zu haben.

Aber sei’s drum – Leonard Prinsloo hat die Story vom legendären Gangsterpärchen professionell inszeniert und, ziemlich unmerklich, auch choreografiert. Die Videoeinspielungen sind nicht immer sinnvoll, historisches unbeschönigtes Bildmaterial sorgt allerdings für interessante Kontraste.

[…] Die Geschichte von den beiden Outlaws, die sich gegen den Rest der Welt stellen, fasziniert nach wie vor. Die moralistische Message, wonach sich Verbrechen nicht lohnt, war noch nie besonders überzeugend – und so erobern Bonnie & Clyde nun sogar die ehrwürdige Kurstadt Baden. Entbehrlich wäre so manche allzu gefühlsduselige Szene, das trüge auch zur dramaturgischen Straffung bei.“

Ewald Baringer APA: „Bonnie & Clyde“: So schweißtreibend kann ein Musical sein. In: Kleine Zeitung, 29. Juli 2014.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Literatur

Empfohlene Zitierweise

„Bonnie & Clyde“ [Baden]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/bonnie-and-clyde-baden/

Letzte inhaltliche Änderung: 21. Januar 2021.