Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Bonnie und Clyde [Heilbronn]

Musical

Buch, Liedtexte und Musik von Paul Graham Brown
Deutsche Übersetzung von Frank Felicetti

Inszenierung

Uraufführung: 13. Juli 2001
Theater, Heilbronn, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:  

Premierenchronik

DUA13. Juli 2001Theater, Heilbronn
CHEA1. November 2003Schauspielhaus, Basel
AEA14. November 2003Stadttheater, Wels

Inhaltsangabe

Bonnie Parker, eine Kellnerin in einem kleinen Kaff, verliebt sich in den Taugenichts Clyde Barrow. Mit ihm begibt sie sich auf eine Tour, die sie durch Banküberfälle finanzieren und auch vor Mord nicht zurückschrecken. An ihrer Seite agieren zeitweise Clydes Bruder Buck und dessen Frau Blanche. In einen Hinterhalt gelockt kommen Bonnie und Clyde im Kugelhagel der Polizei um.

(Klaus Baberg)

Kritiken

„Die Geschichte wird anfangs wie eine Moritat vom Ensemble erzählt, im Stile der Brecht-Balladen oder der ‚Ballad of Sweeney Todd‘. Jeder der neun Darsteller spielt mehrere Rollen: die Verfolger kommen genauso zu Wort wie Freunde und Verwandte der beiden Protagonisten, die ihrerseits immer wieder reflektierende, nachdenkliche Songs haben. Die Handlung wird also von verschiedenen Seiten beleuchtet – dadurch kreist das Stück tatsächlich den Mythos von Bonnie und Clyde auf nachvollziehbare Weise ein.

[…] Auch die Musik des englischen Komponisten klingt durch und durch amerikanisch: sie swingt nostalgisch mit vielen Synkopen, jazzt in Ragtime- oder Charleston-Rhythmen mit den klassischen Blechbläser-Einlagen, dazwischen sorgen Slow-Fox oder Folk-Balladen für leise Momente. Dabei beeindruckt die fast unerschöpfliche Fülle von Songs und Melodien – obwohl es wenig Dialog gibt, ist die Musik nicht durchkomponiert, sondern reiht abgeschlossene Nummern aneinander.

[…] Thomas Peknys Bühnenbild besteht aus turmhohen weißen Papierwänden, die im Laufe des Abends durch Herumklettern, durch herausklappende Treppen oder hereinfahrende Autos zerrissen werden und zum Schluss völlig zerfetzt sind. Das sieht effektvoll aus (und birgt natürlich allerlei Symbolik von Ausbruch bis Zerstörung), hinterlässt aber gemeinsam mit den adretten, wenig über das Elend der Zeit verratenden Kostümen von Roswitha Egger einen eher abstrakten Eindruck und vermittelt nichts von der Weite des Landes, in dem sich Bonnie und Clyde auf ihrer Flucht herumtrieben.“

Angela Reinhardt: Bonnie und Clyde, Gelungene Musical-Uraufführung um das berühmte Gangster-Pärchen. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 91, Oktober/November 2001, Seite 14.

Medien / Publikationen

Literatur

Kommentar

Im September 2003 erfolgte eine Tournee der Nord Tour GmbH von „Bonnie und Clyde“ in der Inszenierung des Altonaer Theaters, Hamburg, durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Empfohlene Zitierweise

„Bonnie und Clyde“ [Heilbronn]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/bonnie-und-clyde-heilbronn/

Letzte inhaltliche Änderung: 23. August 2023.