Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Calamity Jane

Western Musical in sieben Bildern

Musik von Sammy Fain
nach dem Warner Bros. Film von James O’Hanlon
auf Grund des Bühnenstücks von Charles K. Freeman
bearbeitet von Ronald Hanmer und Phil Park
Liedertexte von Paul Francis Webster
Deutsche Übertragung von Klaus Eidam
Deutsche Liedertexte von Jürgen Degenhardt

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 10. Februar 1968
Städtische Bühnen, Erfurt, DDR

Besetzung:  

Premierenchronik

USAUA28. Mai 1961Casa Manana Theatre, Fort Worth (Texas)
DDRDspr. EA10. Februar 1968Städtische Bühnen, Erfurt
DEA25. November 1969Pfalztheater, Kaiserslautern
GBEA27. August 1979Forum Theatre, Billingham

Inhaltsangabe

Jenny, genannt Calamity-Jane, flucht wie ein Droschkenkutscher und ist in Deadwood City bekannt wie ein bunter Hund. Als statt der vom Saloonbesitzer erwarteten Sängerin Francoise der Sänger Francis auftaucht, der dann als Frau verkleidet bei seinem Auftritt eine mittelschwere Aufruhe bei den erwartungsfrohen Besuchern auslöst, verspricht Jenny, die bekannte Sängerin Adelaide Adams aus Chicago zu holen. Doch auch das geht schief, weil sie aus Versehen deren Garderobiere Katie Brown mitbringt, die sie für Miss Adams gehalten hat. Katie hat aber auch Showambitionen und als bei ihrem zweiten Anlauf in Millers Saloon ihr die Männer zu Füßen liegen, scheint alles perfekt. Dumm nur, das zwei Männer, Wild Bill Hickock und der Leutnant Danny Gilmartin, sich in Katie verguckt haben. Und gerade der Kavallerie-Soldat hat es auch Calamity-Jane angetan. Katie, zwischenzeitlich ins Jennys Hütte eingezogen und das Domzil fraulich aufgehübscht, staffiert auch Calamity-Jane anlässlich eines Balls im nahen Fort feminin auf. Jenny wird zur Sensation und Augenweide. Nach einigen turbulenten und amourösen Verwicklungen kommt aber alles zum guten Ende. Katie bekommt ihren Leutnant, Calamity-Jane ihren Wild Bill Hickock und selbst Francis kommt bei Susan, der Nichte vom Saloon-Besitzer, zum Zuge.

(Klaus Baberg)

Kritiken

„Der Erfolg dieses Musicals ist ganz und gar abhängig von der darstellerischen Brillanz der Hauptfigur. Kann sie gleichermaßen rüpelhaft-burschikos sein, verklemmtes Geltungsbedürfnis und echten fraulichen Charme demonstrieren, beweist sie schauspielerische Vielfältigkeit und körperliche Beweglichkeit, ist das Stück ein netter Theaterspaß. Mehr nicht. Gelingt es der Regie darüber hinaus, durch heiter-ironische Präsenz aller Rollen des Bühnendekors usw. unsere Art und Weise erkennen zu lassen, solchen im Grunde wunderlich anachronistischen Sonderfällen der Historie theatralisch zu begegnen, kann dieses Western Musical sogar ein recht handfestes Stück unterhaltsamen Musiktheaters werden. […] Witz und Parodie standen ein wenig abseits auf der Bühne und hatten lediglich Muße, wehleidige Krokodilstränen bei allzuviel lustigem abendlichen Cowboy-Dasein, ich möchte es Yippee-Naturalismus nennen, zu greinen.

[…] Aus dieser heiteren belanglosen Angelegenheit ragte die Calamity Marga Zorns heraus. Ihre Großmannssucht hatte man zum Schluß, da sie von einer Woge beachtlichen Liebreizes getragen wurde, fast vergessen; das will was heißen.“

Wolfgang Lange: Calamity Jane. In: Theater der Zeit, Heft 13/1968, Seite 31-32.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Literatur

Empfohlene Zitierweise

„Calamity Jane“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/calamity-jane/

Letzte inhaltliche Änderung: 5. Februar 2024.