Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Camelot

Musical in zwei Akten 

Musik von Frederick Loewe
Buch und Gesangstexte von Alan Jay Lerner, nach dem Romanzyklus „The Once and Future King“ von T. H. Whíte
Deutsche Dialog- und Liedtextfassung von Marcel Valmy
Koordinatorische Fachberatung durch Charles B. Axton

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 3. Oktober 1981
Badisches Staatstheater Karlsruhe, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:

Die Ritter:

Die Hofdamen:

Knappen:

Premierenchronik

USAUA3. Dezember 1960Majestic Theatre, New York
GBEA19. August 1964Theatre Royal Drury Lane, London
DDspr. EA3. Oktober 1981Badisches Staatstheater, Karlsruhe

Inhaltsangabe

„Bereits mit der ersten Fanfare wird eine Welt von höfischen Sitten, heroischen Männern, ritterlichen Taten und bezaubernden Edelfrauen angekündigt.

Auf Schloß Camelot in Südengland herrscht große Spannung. Der gesamte Hof zeigt sich erwartungsvoll, als Guenevere, die bald als Herrscherin an der Seite König Arthur thronen soll, in Camelot eintrifft. Arthur selbst ist äußerst nervös – nicht weniger Guenevere, die Abschied von ihrer Mädchenzeit nimmt.

Beim ersten Treffen legt sich die Spannung. Gemeinsam wird von Arthur und Guenevere die Idee der Ritterlichkeit – die Ritter der Tafelrunde – geplant. Inskünftig soll die Macht für das Recht eingesetzt und das Böse dieser Welt verjagt werden. Schnell verbreitet sich die neue Kunde von dem Ideal höherer Ethik und Selbstdiziplin. Aus Frankreich reist Lancelot heran, um sein Schicksal mt König Arthur und seinen Rittern zu teilen.

Aber schon bald regen sich Stimmen gegen ihn und seine Offenheit wird als Prahlerei gedeutet. Im großen Turnier wirft Lancelot drei Gegenspieler aus dem Sattel und tötet Sir Lionel mit einem Speer. Zwischen Königin Guenevere und Lancelot entwickelt sich ein unerlaubtes Verhältnis. Die gegenseitige Anziehung wird wohl von beiden unterdrückt, jedoch ohne Erfolg.Sie gestehen sich ihre Zuneigung.

Inzwischen ist Mordred, König Arthurs illegaler Sohn eingetroffen und wird auf Camelot aufgenommen. Der Neuankömmling stiftet Zwietracht und hetzt Ritter gegen Ritter auf. Sein Bestreben, König Arthurs Untergang zu inszenieren und Schande über seine ihm nahestehenden Ritter zu verbreiten, trägt Früchte. Lancelot und Guenevere werden von ihm überrascht: er verhaftet sie wegen Hochverrats. Lancelot kann entfliehen und Guenevere wird zum Tode verurteilt. Im letzten Moment wird sie jedoch von Lancelot gerettet und in Sicherheit gebracht.

Der unglückliche Arthur wird gezwungen, gegen Lancelot in den Krieg zu ziehen. Sein Weltbild des Friedens und der Ritterlichkeit zerbröckelt. Die romantische Sage endigt mit der Hoffnung auf einen Jungen, den Arthur beauftragt, die Idee von Camelot aufrecht zu halten und künftigen Generationen zu übermitteln.“

(aus dem Programmheft der deutschsprachigen Erstaufführung)

Kritiken

„‚Ein prächtiges Schauspiel mit unvergeßlicher Musik; eine Fabel, die gestern wie heute jung und alt verzaubert.‘ Nur selten treffen Reklamesätze einer Dramaturgie so perfekt daneben wie in diesem Fall: ‚Camelot‘, in der Form und Fassung der Karlsruher Premiere, ist ein blasses Singspiel ohne musikalische Erinnerungswerte, daherbuchstabiert mit dem Charme und der psychologischen Plausibilität eines drittklassigen Comic-Strips… . […]

Man dürfe ein Musical nie an seinen Quellen messen, darauf bestand Charles B. Axton, in Karlsruhe Dirigent und Regisseur zugleich. Was aber, wenn der ferne Nachklang des mittelalterlichen Originals das einzig Erträgliche ist in einer sonst unverständlich hanebüchenen Abfolge vordergründiger Szenen? Axton hat sie, mit voller Absicht, immer ganz vorn an der Rampe spielen (sprechen, singen) lasen: Am Broadway sei das auch so, und nichts sei falscher als der Versuch, ein Musical ‚deutschen Verhältnissen anzupassen‘. Und so sieht man in Karlsruhe, realisiert von einem gemischt deutsch-amerikanischen Ensemble, das nie über Gebühr gefordet wurde beim Singen oder Schauspielen, auf der Bühne von Heinz Balthes ein leicht verblaßtes Bilderbuch-Mittelalter aus wenig Prospekten und Projektionen, breit und flach, ganz ohnen Tiefe: und dazu paßt dann ganz vorzüglich, was Frederick Loewe an Musik erfand für ‚Camelot‘. Nichts wirklich zum Wiedererkennen, aber alles klingt wie schon einmal gehört.“

Hans Peter Kensy: Ritterspiele, Loewe / Lerners Musical „Camelot“ auf deutsch erstaufgeführt. In: Die Deutsche Bühne, Das Theatermagazin, Heft 11/1981, Seite 52.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Literatur 

Empfohlene Zitierweise

„Camelot“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/camelot/

Letzte inhaltliche Änderung: 27. März 2020.