Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Carmen Cubana

A Latin Pop Opera nach der Novelle von Prosper Mérimée und der Oper von Georges Bizet

Musik von Martin Gellner / Werner Stranka (Beat 4 Feet)
Songtexte von Martin Gellner / Werner Stranka / Kim Duddy
Ergänzende Songtexte von Suzanne Palmer / Ruben Heerenveen / Jennifer Lee Mitchell / Brian Wimpel
Buch von Kim Duddy
Deutsche Übersetzung von Mike Majzen

Inszenierung

Uraufführung: 19. Juli 2006 
Eishalle, Amstetten, Österreich

Besetzung:  

Joe’s Freunde:

Escamillo’s Freunde:

Rum’s Girl:

Kubaner / Flüchtlinge / Gefangene / Soldaten / backup dancers (Carmen/Escamillo):

Premierenchronik

AUA19. Juli 2006Eishalle, Amstetten (Musicalsommer)
DEA21. August 2007Deutsches Theater, München

Inhaltsangabe

„Die kubanische Carmen singt im Jahr 1994 in einer Bar in Santiago de Cuba und will weg. Das Fluchtboot kentert aber und statt in Miami Karriere zu machen, wird sie von amerikanischen Soldaten in ein Gefangenenlager in, genau,  Gunatánamo Bay verfrachtet. Dort beußt sie einer anderen Gefangenen ein Loch in die Wange. Joe ist ihr Wächter, will seine Jugendliebe heiraten und eine Pilotenausbildung machen. Stattdessen verhilft er Carmen zur Flucht, wird verhaftet und degradiert.“

Isabella Hager: Das böse Mädchen und die Moral. Kubanische ‚Carmen‘ in Amstetten. In: Standard, 21. Juli 2006.

Kritiken

„Vergessen Sie alle bisher bekannten Musical-Versionen der populären Oper ‚Carmen‘ von Georges Bizet: ‚Carmen Cubana – A Latin Pop Opera‘ schlägt sie um Längen! Der Traum des Amstettener Intendanten Johann Kropfreiter und seiner Crew um Kim Duddy (immerhin ihre zehnte Show in Amstetten), Martin Gellner und Werner Stranka, ein neues Musical zu kreieren, ist überzeugende Realität geworden.

[…] Martin Gellner und Werner Stranka haben den Klassiker ‚Carmen‘ mit ihren neu komponierten, energiegeladenen Latino-Rhythmen zu einem Stück modernen Musiktheaters umgestaltet: So erobern zum Beispiel Escamillo mit seinem Latin-Pop die Charts, und die Fiesta del Fuego (Fest des Feuers) in Santiago de Cuba wird von Salsa- und Merengue-Rhythmen dominiert.

[…] Großen Anteil daran hat natürlich die mitreißende Choreografie von Kim Duddy, die hier erneut unter Beweis stellt, dass ihr auf diesem Gebiet niemand so schnell das Wasser reichen kann. Leider trifft das auf ihre Fähigkeiten als Regisseurin nicht in gleichem Maße zu: Wie schon bei früheren Inszenierungen fällt auf, dass Personenführung nicht ihre Stärke ist. Sobald das Geschehen ruhiger wird, in ergreifenden Szenen Dramatik und Ausdruck gefragt sind, vermisst man die Hand eines erfahrenen Regisseurs. Der hätte vermutlich auch den Wechsel von der ‚Fiesta del Fuego‘ – zur Flucht-Szene weniger unvermittelt hinbekommen.

Dafür, dass es ihr erster Versuch in dieser Richtung war, ist Kim Duddy das Buch zum Musical ‚Carmen Cubana‘ überraschend gut gelungen.“

Heinz Wallner: Carmen Cubana. Gewagt und gewonnen. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 120, August/September 2006, Seite 10-12.

„‚Carmen Cubana‘, Kim Duddys neue Inszenierung für den Musicalsommer Amstetten, wandelt Bizets Erfolgsoper in eine Pop-Oper um, die die Anfangszeit des Stützpunktes Guntámano und die Methode, Menschen in der Basis festzuhalten, thematisieren soll. […] Die Musik stammt von Martin Gellner und Werner Stranka, die schon bei mehreren Produktionen mit Kim Duddy zusammengearbeitet haben. Bizets ‚Carmen‘-Hits werden als Zitate in R&B-Klänge und Latin-Popsongs gestreut.

[..] Das Konzept plakativer Überzeichnung ist dann erstaunlicherweise gar nicht mal so dumm. Ob gewollt oder nicht: Die ausgewalzten Klischees werden zur Nebensache, und haarscharf an öden gesellschaftlichen Moralpredigten vorbei, schummelt sich die Produktion ‚Carmen Cubana‘ in den Status eines unterhaltsamen Musicals, das es mit Duddys Produktionen am Raimund Theater (Hair, Barbarella) durchaus aufnehmen kann.“

Isabella Hager: Das böse Mädchen und die Moral. Kubanische ‚Carmen‘ in Amstetten. In: Standard, 21. Juli 2006.

„Das Publikum hielt’s da nicht lange auf den Sitzen. Es klatschte, jubelte, schrie nach Zugaben! Ein Hauch von New Yorker Broadway in der Amstetter Eishalle. [..] Alles funktioniert perfekt: Kubanische Mentalität, knisternde Rhythmen und viel Drive auf der spartanisch, aber effektvoll gestaltete Bühne (Walter Vogelweider, Lichtdesign: Andrew Voller). Regisseurin/Choreografin Kim Duddy bietet Amüsement ebenso wie Tiefgang. Viel Bedenkenswertes ist für genau Hinsehende zu entdecken.“

Florian Krenstetter: Fern vom US-Traum. Amstetter: ‚Carmen Cubana‘ , Kim Duddy. In: Kronenzeitung, 21. Juli 2006, Seite 25.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Literatur

Empfohlene Zitierweise

„Carmen Cubana“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/carmen-cubana/

Letzte inhaltliche Änderung: 16 Februar 2022.