Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Cats [Berlin]

Musical

Musik von Andrew Lloyd Webber 
Nach Gedichten aus „Old Possum’s Book of Practical Cats“ von T. S. Eliot
Deutsch von Michael Kunze 
In Zusammenarbeit mit „The Really Useful Company Limited“

Inszenierung

DDR-Erstaufführung: 4. August 1987
Komische Oper, Berlin, DDR

Besetzung:

Premierenchronik

GBUA11. Mai 1981New London Theatre, London
USAEA7. Oktober 1982Winter Garden Theatre, New York
ADspr. EA24. September 1983Theater an der Wien, Wien
DEA18. April 1986Operettenhaus, Hamburg
DDREA4. August 1987Komische Oper, Berlin
CHEA9. August 1991Musical-Theater, Zürich

Inhaltsangabe

Nachts irgendwo in London treffen sich die Katzen der Nachbarschaft zum alljährlichen Jellicle-Ball. Höhepunkt des Festes ist wie jedes Jahr die Wahl einer Katze, die in den Katzenhimmel aufgenommen wird und gleichzeitig ihre Wiedergeburt erleben darf. Nach und nach stellen sich die einzelnen Tiere ein, die höchst unterschiedliche Charaktere entfalten. Sie erzählen von sich, ihren Erlebnissen und Abenteuern, berichten von früher, als sie noch jung waren, oder von merkwürdigen Katzen, von denen man mehr hört als zu sehen bekommt.

Außenseiterin ist Grizabella, die einst ein berühmter Star war, doch inzwischen nur noch Lumpen trägt und ganz in ihre Erinnerungen gefangen ist. Old Deuteronomy, die allseits akzeptierte Autorität auf dem Ball, verkündet schließlich zur allgemeinen Überraschung, dass Grizabella die Auserwählte sei, die in den jenseitigen Sphären aufgenommen werde. Gemeinsam schweben sie auf einem alten Autoreifen in den Bühnenhimmel.

(Wolfgang Jansen)

Kritiken

„Der noch nicht einmal 40jährige Komponist hat wie in jedem seiner bisherigen Stücke, die zu Welterfolgen wurden […], eine höchst eigenwillige, nur für das jeweilige Werk geltende Tonsprache gefunden, das heißt: nichts wird, was in dem einen Werk erfolgreich, ins nächste Projekt hinübergerettet, außer man sieht es in dem unnachahmlichen Gespür für musikalisch-szenischen Effekt. Das läßt Oberflächliches vermuten, glatte Musik, die nicht kräuselt oder gelegentlich zur Tiefe durchschlägt. Aber so ist es bei Lloyd Webber nicht, nur dediziert ein Vorurteil den heiteren musikdramatischen Genres seit jeher eine Flachheit, Tändelei, Kulinarik, selbst da muß man huldvoll den Meistern von Strauß bis Heuberger, von Lincke bis Lehár, von Gershwin bis Kander kompositionstechnisch Außerordentliches bescheinigen.

[…] Zur Inszenierung, deren Signum die Mesalliance von Perfektion und Poesie war: Was letztere anlangt, durfte man sie am wenigsten in diesem Bühnenraum erwarten, den John Napier entworfen hatte. Die Einheitsszenerie nämlich stellte eine städtische Mülldeponie dar, was noch linde gesagt ist, denn eigentlich handelte es sich um einen Drecksschlund sondergleichen, der sich einem düster auftat, gelegentlich farblich aufgehellt von der krustigen Röte einiger Colabüchsen oder dem fauligen Blau irgendwelcher Waschmittelkartons. Aber der als unübertroffene Virtuose theatralischen Beleuchtungswesen geltende David Hersey (Lichtregie) verzauberte diese krude Landschaft in einen poesievollen Ort, wenngleich der nun mehr unweit von Disney-Land zu liegen schien.

[…] Man muß sich nicht mehr in Einzelheiten verlieren: Diese „Cats“-Inszenierung war ein grandios vollzogener Balanceakt zwischen Theater und Show!“

Wolfgang Lange: Katzen wie du und ich? Theater an der Wien mit „Cats“ von Andrew Lloyd Webber in der Komischen Oper Berlin. In: Theater der Zeit, Heft 10/1987, Seite 40-41.

„Ovationen in Berlin für ‚Cats‘ aus Wien. Mit einem triumphalen Erfolg begann das Theater an der Wien am gestrigen Dienstag sein zehntägiges Gastspiel zum Berlin-Jubiläum in der Komischen Oper. […] Die Berliner bereiteten den Gästen aus Österreich auf der traditionsreichen Felsensteinbühne einen herzlichen Empfang und feierten das gesamte ‚Cats‘-Ensemble für eine exellente Leistung modernen Musiktheaters.“

[ohne Autorennennung]: Theater an der Wien gratuliert mit berühmter Musical-Inszenierung. Notizen von der Pressekonferenz zum Gastspielauftakt. In: Neues Deutschland, Zentralorgan der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), 5. August 1987, Seite 4.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video 

Literatur

Kommentar

Die Besetzungsdaten wurden, so lange nicht ein Programmheft des Ost-Berlin-Gastspiels vorliegt, der Homepage der „catsmusical.fandom.com“ entnommen.

Die Erstaufführung in der DDR war ein 10-tägiges Gastspiel der Wiener Produktion anläßlich der 750-Jahr-Feier der Stadt Berlin. 

Empfohlene Zitierweise

„Cats“ [Berlin]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/cats-berlin/

Letzte inhaltliche Änderung: 10. Januar 2025.