Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Company [Düsseldorf]

Musical

Musik und Gesangstexte von Stephen Sondheim
Text von Georg Furth
Deutsche Übersetzung von Hannelore Kaub

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 6. Januar 1973
Düsseldorfer Schauspielhaus, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:

Premierenchronik

USAUA26. April 1970Alvin Theatre, New York
GBEA8. Januar 1972Her Majesty’s Theatre, London
DDspr. EA1. Januar 1973Schauspielhaus, Düsseldorf
AEA11. Dezember 2003Kammeroper, Wien

Inhaltsangabe

New York bildet den urbanen Hintergrund von „Company“. Fünf Paare unterschiedlicher sozialer Zuordnung versuchen, einen Junggesellen (Robert) von den Vorzügen der Ehe zu überzeugen. Heraus kommt eine eher abschreckende Schilderung des Ehelebens. Dennoch ist zum Schluss der Junggeselle seiner Bindungslosigkeit überdrüssig und charakterisiert sie als schlechte Alternative. Ende gut, alles schlecht.

(Wolfgang Jansen, 2020)

Kritiken

„‚Company‘ von George Furth (Text) und Stephen Sondheim (Musik) ist eine kleingemusterte Huldigung an New York und eine ungesalzene Parodie auf die amerikanische Ehe. Diese wird uns von fünf Paaren im Zustand verschiedenen gearteter Zerrüttung vorgestellt. […] Zentralfigur müßte sein der Junggeselle Robert, Hausfreund sämtlicher Paare und außerdem Bettpartner dreier junger Mädchen, die er alle zu fragen vergißt, ob sie ihn heiraten wollen. […] Aber, und hier liegt die entscheidende Schwäche des Stücks, dieser Robert ist kein Spiel-Anführer, er greift nirgendwo ein, er ist ein durch und durch passive Type. Das wurde um so deutlicher, als Wolf Martienzen in dieser Rolle ohne Impuls, ohne Temerament und Witz spielte, jede Ausstrahlung vermissen ließ. Trotz guter Einzelleistungen schleppte sich das Stück über die drei Stunden.

[…] In Szene gesetzt und choreographiert hat das Ganze Dick Price, der uns schon in der Stroux-Zeit von seinem universellen Können überzeugte. Er muß fanatisch gearbeitet haben, um aus Schauspielern Musical-Akteure zu machen. Bei einem besseren Stück – und einem aktiveren Hauptdarsteller – hätte sein Arbeitsergebnis sicher einen größeren Effekt erzielt.“

Alfons Neukirchen: Der vielgeliebte Hausfreund. Das Musical „Company“ im Düsseldorfer Schauspielhaus. In: Düsseldorfer Nachrichten, 8. Januar 1973.

„Bisher hüben und drüben erfolgreich, weckte es im Düsseldorfer Schauspielhaus zwiespältige Eindrücke, Beifall und Buhs. […] Aber der Spaß, gespickt mit allzu vielen Textbanalitäten (Übersetzung: Hannelore Kaub), kommt nur mühsam über die mit Mikrophonen bestückte Rampe. Von den 15 Musiknummern und Songs, musiziert von einer Bigband unter Gottfried Stramm, bleibt keine einzige Melodie im Ohr haften.

[…] Wer weiß, woran es liegt, daß wieder einmal unbestrittener Erfolg auslblieb: am konstruktivistischen, eintönig grauen Bühnenbild (Kourkoutakis, Richter-Forgach), zu dem Monika Zeller-Schömigs Kostüme prachtvoll kontrastierten? An der wenig originellen Musik? Es ergab sich zumeist schwach gewürzte Unterhaltung, die dennoch vielen Premierengästen offensichtlich gefiel.“

Dr. Hannes Schmidt: Jede Ehe besser als Alleinsein? USA-Musical „Company“. In: Rhein-Ruhr-Zeitung, Nr. 6, 8. Januar 1973.

„Amerikanische Musical gibt’s, die sollte es nur in Amerika und nicht auch in Deutschland geben. Warum? Weil sie nicht wie andere Artgenossen (‚Fair Lady‘, ‚Hello Dolly‘) von einer Story, sondern nur vom ironischen Präsentieren heimischen Gesellschaftgebarens leben, und weil diese Seifenblasen aus Text, Tanz und Musik nur von US-Akteuren typisch, treffend und glaubwürdig dargeboten werden können.

US-Musicals gibt’s, von denen sollten deutsche Stadttheater die Finger lassen. Weil sie keine Darsteller haben, die spielen, tanzen und singen können, sondern meist nur eins davon. Und das reicht für Musical-Importe nicht.

‚Company‘ ist ein Musical dieser Kategorie. Hätte die Düsseldorfer Dramaturgie daran und nicht nur an Novitäteneffekt und überregionales Presse-Echo gedacht, wäre uns diese Deutschland-Ausgabe erspart geblieben.“

Klaus Morgenstern: Zähe Seifenblase. US-Musical „Company“ in Düsseldorf. In: Abendzeitung (Düsseldorf), 8. Januar 1973.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Empfohlene Zitierweise

„Company“ [Düsseldorf]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/company-duesseldorf/

Letzte inhaltliche Änderung: 17. November 2022.