Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Curtains – Vorhang auf für Mord (Curtains)

Das Krimi-Musical

Musik von John Kander
Buch von Rupert Holmes
Originalbuch und Konzept von Peter Stone
Gesangstexte von Fred Ebb; zusätzliche Gesangstexte von John Kander und Rupert Holmes
Deutsche Übersetzung von Wolfgang Adenberg

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 5. November 2011 
Landestheater, Coburg, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:  

Premierenchronik

USAUA22. März 2007Al Hirshfeld Theatre, New York
GBEA11. März 2010Kenneth More Theatre, Ilford (Amateurinszenierung)
GBEA30. Juli 2012Landor Theatre, London
DEA6. Juni 2009 (in Engl.)Kelley Theatre, Stuttgart (Amateurinszenierung)
DDspr. EA5. November 2011Landestheater, Coburg

Inhaltsangabe

Detektivstory im Musicalmilieu. Direkt nach der missglückten Premiere des Musicals „Robin Hood“ fällt die ungeliebte Hauptdarstellerin noch auf der Bühne tot um. Nachdem von Lieutenant Cioffi von der Bostoner Polzei festgestellt wird, dass die Diva vergiftet wurde, steht für ihn fest, dass nur einer oder eine, der noch bei der traurigen Premierenfeier anwesenden Theatermirkwirkenden der oder die Täter sein kann. Er stellt Untersuchungen an und stellt fest, dass jeder von ihnen eine Geheimnis und Motiv hat. Als zwei weitere Morde unter den Theaterleuten geschehen, muss Cioffi dem Täter eine Falle stellen.

(Klaus Baberg)

Kritiken

„Mit der gewohnt federleichten Eingängigkeit hat Wolfgang Adenberg die Liedtexte und die pointenreichen Dialoge ins Deutsche übertragen, rettet auch die Reimspiele und Mehrfachreime ohne Verluste. Serviert wird die deutschsprachige Erstaufführung von Regisseurin Jean Renshaw mit genau der richtigen Prise losgelöster Komik, die ab und zu ins Alberne bis Absurde abhebt, mit stilvollen Tanzeinlagen, mögen sie auch noch so klein sein, und einem perfekt aufeinander eingespielten, bestens gelaunten Ensemble.

[…] Die Tanzeinlagen sind nicht weltbewegend, aber stets stilvoll, nostalgisch und originell arrangiert, als neckische Dreingabe sind einige der sexy Ballettmädchen in Wirklichkeit Herren. Musikalisch klingt der Abend sicher nicht so opulent wie die amerikanische CD-Aufnahme, aber „Curtain entpuppt sich in Coburg als prachtvolle Musical Comedy, als schönes Ensemblestück mit vielen guten Rollen und als Wonne für alle, die das Theater lieben.“

Angela Reinhardt: Curtains – Vorhang auf für Mord. Das Krimi-Musical in deutschsprachiger Erstaufführung. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 152 Dezember 2011 / Januar 20212, Seite 14-16.

„Das Ensemble des Landestheaters verschmilzt mit den Musicalgästen. Alle sind komisch, bis sehr komisch, mit kabaretistischer Qualität und schwarzem Humor. Vor allem für Insider gibt es da viel zu schmunzeln und zu lachen, und der Musicalbegeisterte feiert u. a. die „Cabaret“-Parodie.

Selbst wenn der Abend schon etwas lang wird, der Regisseurin Jean Renshaw fällt immer noch etwas ein, und sie nutzt choreographisch die Showtreppe, Türen, ein Silberklavier, die Drehbühne, die sich atemlos auf der Suche nach dem Mörder dreht (Ausstattung: Ingomar), zitiert Tanzstile, Slapstick und das ganze Ensemble tanzt. Chor, Schauspieler, Sänger und die Ballettherren werden da auch mal lässig in Tanzroutine zu Showgirls. Tontechnisch einwandfrei wird gesungen und voll Swing am Pult Roland Fister.

Dann fällt der letzte Vorhang und das war’s: Unterhaltung pur – mörderisch gut! Bravo Coburg!“

Hartmut H. Forche: Unterhaltung pur – mörderisch gut! Deutschsprachige Erstaufführung Curtains in Coburg. In: blickpunkt musical, Ausgabe 56, Nr 01/2012 Januar – März 2012, Seite 8-9.

„In Coburg platziert Regisseurin Jean Renshaw diese Selbstbespiegelung des Bühnenvolks auf einer kargen Showtreppe. Was sich dort über knapp drei Stunden Aufführungsdauer abspielt, ist launig, aber wenig überraschend. Farbe verleiht der harmlosen Persiflage auf das Showbusiness noch am ehesten Gastdarsteller Jens Janke als Lieutnant Cioffi. Mit fast schon kindlicher Freude und Großem-Jungen-Charme wirft er einen Blick hinter die Fassade der glitzernden Bühnenwelt. Wo die Musik mit anrührenden Duetten und schillernden Shownummern vergangenen Musical-Zeiten nostalgisch nachspürt, verliert sich die Ausgestaltung der Schauspielparts oft in allzu plakativen Zügen. Da wird etwa der Auftritt von Stage-Manager Johnny Harmon mit rosa Tutu und grünem Galakleid zur überzogenen Travestienummer in Endlosschleife. Dennoch: Es ist ein unterhaltsamer Abend, den das Ensemble des Landestheaters Coburg mit seinen zahlreichen Gästen zur Deutschsprachigen Erstaufführung gebracht hat.“

Susann Winkel: Der Mörder ist immer der Kritiker. John Kander: Curtains – Vorhang auf für Mord. In: Die Deutsche Bühne, 7. November 2011 (abgerufen unter www.die-deutsche-buehne.de am 9. Juni 2021).

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Empfohlene Zitierweise

„Curtains – Vorhang auf für Mord (Curtains)“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/curtains/

Letzte inhaltliche Änderung: 9. Juni 2021.