Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Das Glas Wasser oder Ursachen und Wirkungen

Lustspiel in zwei Teilen von Eugène Scribe

Musik und Gesangstexte von Georg Kreisler
Neu übersetzt und bearbeitet von Georg Kreisler und Boy Gobert

Inszenierung

Uraufführung: 1. Dezember 1967
Burgtheater, Wien, Österreich

Besetzung:  

Premierenchronik

AUA1. Dezember 1967Burgtheater, Wien

Inhaltsangabe

„Das Stück, glanzvollstes Beispiel des pièce bien faite, spielt am englischen Hof um 1710, unter der Regierung der jungen Königin Anna. Die Regierungsgeschäfte führt der Herzog von Marlborough, der in einem langwierigen Krieg in Frankreich teuer bezahlte Siege erringt (Spanischer Erbfolgekrieg). Die wirkliche Macht am Hof übt seine Frau aus, deren herrschsüchtigen Machenschaften die Königin hilflos ausgeliefert ist. Bolingbroke, der Führer der Opposition, ist der große Gegenspieler der Herzogin, die ihm durchaus gewachsen wäre, wenn nicht die Liebe sie verwundbar machte; ihre kleine Neigung zu einem Gardeleutnant bringt sie zu Fall. Ohne ihm gegenüber in Erscheinung zu treten, hat sie diesem Masham, einem jungen, mittellosen Landedelmann, Zugang bei Hof und seinen Rang verschafft. Masham liebt Abigail, eine aus unstandesgemäßer Ehe stammende Nichte der Herzogin. Die ahnungslosen Liebenden werden von Bolingbroke und der Herzogin in ihrem Kampf um die Gunst der Königin Zug um Zug gegeneinander ausgespielt. Das Wissen um ihre Verwandtschaft mit Abigail und um ihre Schwäche für Masham sind die Trümpfe, mit denen Bolingbroke die Herzogin zwingt, Abigail eine Stelle bei Hof zu geben, denn er hofft, durch sie die Königin zu beeindrucken.

Die Herzogin ihrerseits hat Schuldpapiere Bolingbrokes gekauft, durch die sie ihn ins Gefängnis bringen will. Da tötet Masham unwissend im Duell den Vetter Bolingbrokes. Dieser läßt ihn nicht verhaften, weil er nun das Familienvermögen erbt und der Schuldenhaft entgeht. Durch Zufall entdeckt Bolingbroke, daß sich auch die Königin außerordentlich für den Leutnant interessiert. Er hinterbringt es der Herzogin, die in einem Glas Wasser, um das die Königin Masham während  eines Empfanges bittet, ein geheimes Zeichen des Einverständnisses zwischen den beiden zu erkennen glaubt. Die Eifersucht reißt sie zu Ausfällen hin, die sie um die Gunst der Königin und ihr Hofamt bringt. Noch einmal gelingt es ihr fast, die Königin mit Masham zu kompromittieren, aber Bolingbroke springt rettend ein und behauptet, er habe Masham in den Palast bestellt, damit er von seiner Gemahlin Abigail Abschied nehmen könne, In raffinierter Intrige entlastet er damit die Königin, zwingt sie andererseits, Abigail Masham in aller Öffentlichkeit zuzusprechen. Die Herzogin ist erledigt, die Liebenden sind vereint, Bolingbroke wird Minister, Marlborough abberufen, die Königin schließt Frieden mit Frankreich – ‚und das alles Dank eines Glases Wasser!'“

(Inhaltsangabe aus dem Programmheft des Musicals „Das Glas Wasser“, Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen,  Spielzeit 1983/1984; Redaktion: Wolfgang Oberender)

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Empfohlene Zitierweise

„Das Glas Wasser oder Ursachen und Wirkungen“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/das-glas-wasser-wien/

Letzte inhaltliche Änderung: 16. April 2024.