Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Das musikalische Himmelbett (I do! I do!) [Düsseldorf]

Musical

Musik von Harvey Schmidt
Buch und Gesangstexte von Tom Jones, nach Jan de Hartogs Komödie „The Fourposter“
Deutsche Übersetzung von Peter Goldbaum
Deutsche Gesangstexte von Walter Brandin

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 24. August 1968
Düsseldorfer Schauspielhaus, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:

Premierenchronik

USAUA5. Dezember 196646th Street Theatre, New York
GBEA16. Mai 1968Lyric Theatre, London
DDspr. EA24. August 1968Schauspielhaus, Düsseldorf
AEA30. September 1970Opernhaus Graz
DDREA1. März 1969Städtische Bühnen, Erfurt

Inhaltsangabe

50 Ehejahre des Paares Michael und Agnes, beginnend mit der Hochzeitsnacht (im Himmelbett) und endend mit dem Auszug aus dem zu groß gewordenen Haus. Die Handlung spielt ausschließlich im Schlafzimmer mit dem dominierenden Himmelbett.

(Klaus Baberg)

Kritiken

„Das Stück fließt witzig daher und kommt übermütig ins Rollen, manch schlagender Dialog dazwischen, aber auch herzig Einfältiges. Nach der Pause sackt das Tempo ab, die Dramaturgie geht dabei sacht auf Stelzen.

Doch weggewischt sind die Bedenken, sind die beiden Akteure auf der Szene, die Virtuosen des Kammerspiels: Ex-Dolly Tatjana Iwanow und Günter König.. Sie sind hinreißend im Charme der Jugend, in den Reflexen als Gereifte, und rührend, ans Herz packend, nach ihrer Verwandlung (auf offener Szene) im Greisenalter. Sie singen und legen ausgelassen einen  quickstep in Pantoffeln hin, swingen auf dem Kanapee und zeichnen sich überhaupt durch eine Einfallsfülle mimisch-komischer Varianten aus, die gewiß nicht alle Idee des Regisseurs ein können.“

Wim Falcke: Das musikalische Himmelbett. In: Cellesche Zeitung, 6. September 1968.

„Jan de Hartogs Stück ist ein liebenswürdig zärtliches Spiel, mitunter mit einem Ausrutscher in Sentimentalische, das den Ablauf einer Ehe mit kleinen populären Lebensweisheiten begleitet. Was an derlei inneren Substanzen vorhanden ist, geht zum großen Teil in der Musical-Bearbeitung von Tom Jones verloren. Außerordentlich störend nimmt sich dabi die läppisch platte Übersetzung aus. Wer die Broadway-Aufführung nicht gesehen hat, kann sich von hier aus den Erfolg nicht erklären. Auch Harvey Schmidts Musik hat nicht den Verve, den wir sonst von ihm kennen.

Das Düsseldorfer Schauspielhaus versucht die Mängel mit zwei  singenden Schauspielern auszugleichen: […] Schade um deb unzulänglichen Text, mit dem sich zwei herausragende Schauspieler zwei Stunden allein auf der Bühne abmühen müssen.“

LG: Komödiantik ohne Substanz. Deutsche Erstaufführung des „Musikalischen Himmelbetts“ in Düsseldorf. In: Badische Neueste Nachrichten, 28. August 1968.

„Als Unterhaltungs-Selbstversorger spielen sie Ehe, trällernd, tänzelnd und sentenzend, wobei sie sich aller einschlägigen Modelle der Unterhaltungsindustrie bedienen, hinsichtlich der Texte sowohl wie hinsichtlich der Melodien, die Rolf Kühn mit seiner Combo höchst dezent begleitet. Nichts geschieht, was man nicht hätte voraussagen können. Die Dramaturgie wird prinzipiell nur zwecks Garderoben- oder Maskenwechsel bemüht. Die Inszenierung (Regie: Karl-Heinz Martell – Choreographie: Dick Price) läßt die beiden Darsteller genau das tun, was der Inszenierungskatalog für Stangencharaktere in Situationen von der Stange vorschlägt.“

Horst Koepler: Himmelbett zum Abgewöhnen. Deutsche Erstaufführung des „Musikalischen Himmelbetts“ in Düsseldorf. In: Süddeutsche Zeitung, 28. August 1968.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Video-Aufnahmen

Empfohlene Zitierweise

„Das musikalische Himmelbett“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/das-musikalische-himmelbett-duesseldorf/

Letzte inhaltliche Änderung: 3. Juli 2022.