Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Das SpongeBob Musical (The SpongeBob Musical) [Basel]

Musical

Musical nach der Serie von Stephen Hillenburg
Buch von Kyle Jarrow
Originalsongs von Yolanda Adams, Steven Tyler und Joe Perry (Aerosmith), Sara Bareilles, Jonathan Coulton, Alex Ebert (Edward Sharpe & The Magnetic Zeros), The Flaming Lips, Lady Antebellum, Cyndi Lauper, John Legend, Panic! at the Disco, Plain White T’s, They Might Be Giants, T.I.
Weitere Songs von David Bowie, Tom Kenny & Andy Paley
Weitere Songtexte von Jonathan Coulton
Zusätzliche Musik von Tom Kitt

Inszenierung

Schweizer Erstaufführung: 9. November 2022
St. Jacobshalle, Basel, Schweiz

Besetzung:

Martijn Smids als Thaddäus Q Tentakel

Premierenchronik

USAUA19. Juni 2016Oriental Theatre, Chicago
DDspr. EA1. Oktober 2022Verti Music Hall, Berlin
AEA28. Oktober 2022Congress Center, Villach
CHEA9. November 2022St. Jacobshalle, Basel

Inhaltsangabe

Die Geschichte spielt auf dem Meeresboden im Örtchen Bikini Bottom. Dort leben die unterschiedlichsten Meeresbewohner, von Plankton über Sardellen bis zu einem quadratischen gelben Schwamm (Sponge) mit Namen Bob. Aber auch ein Eichhörnchen aus Texas, das mit Unterstützung der NASA dort lebt, gehört zur Gemeinschaft. Eines Tages entsteht für die Bewohner eine tödliche Gefahr: Ein Vulkan erwacht und der kommende Ausbruch bedroht die Existenz des Dorfes. Zwei Tage verbleiben zur Rettung. Doch die Politik erweist sich als unfähig, die Einwohner vor der Bedrohung zu schützen. Es braucht stattdessen den individuellen Helden, der sich für die Gemeinschaft opfert. SpongeBob, der Schwammkopf, zeigt sich mutig und will den Kampf aufnehmen. Er überredet seine Freunde Patrick Star und Sandy Cheeks, mit ihm gegen den Vulkan zu kämpfen. Sandy entwickelt ein Mittel gegen den Ausbruch, doch sie müssen den gefährlichen Vulkan bis zu Spitze besteigen, um es in den offenen Schlund zu werfen. Es gelingt ihnen. Die Dorfbevölkerung feiert den wiedereingetretenen Frieden und ihre Gemeinschaft.

(Wolfgang Jansen)

Ensemble, im Vordergrund Michiel Janssens (SpongeBob), Sarah Kornfeld (Sandy) Benjamin Eberling (Patrick Star) und Maximilian Vogel (Sheldon J. Plankton)

Kritiken

„Kinder seien das ehrlichste Publikum, heißt es oft. Vielleicht sind sie auch das offenste, immer bereit, sich auf Illusionen einzulassen. Wenn es darum geht, mit einer Bühnenhandlung ungefilterte, emotionale Reaktionen auszulösen, ist das gute alte Kasperltheater unangefochten. Insofern ist spannend, was neulich in der Grazer List-Halle zu beobachten war, wo das derzeit durch den deutschsprachigen Raum tourende ‚SpongeBob‘-Musical haltmachte […]: reges Gezappel, spontane Ausrufe, heiter stampfende Füße. In einem Auditorium, in dem zu 90 Prozent (junge) Erwachsene saßen.

Es liegt wohl ein wenig an dieser Zeichentrickfigur, die es vermag, das Kindliche in ausgewachsenen Menschen anzuregen – auch in ihrer Bühnenversion: Darsteller Michiel Janssens braucht hier keine quadratische Form, überhaupt kein aufwendiges Kostüm, um unverwechselbar SpongeBob zu sein. Mit nervtötender Stimme und effektiver Gestik schlüpft er in den unerschütterlich optimistischen Meeresbewohner. Dass er sich, wie das ganze Ensemble, in Kindertheater-typischem, aufgeregtem Overacting übt, mag Erwachsenen-Nerven strapazieren – passt aber zu dieser Serie, die sich Formen des Kinderfernsehens bedient, um dann mit surrealen Spielereien und anarchistischen Schmähs auch älterer Seher zu amüsieren.“

Katrin Nussmayr: Gar kein Schwammkopf. In: Die Presse (Online), 2. November 2022.

„Wer wohnt in ’ner Ananas ganz tief im Meer? Richtig, ein kleiner gelber Schwamm, der auf den Namen SpongeBob hört. Die gleichnamige Zeichentrickserie erlebte vor 24 Jahren ihre Premiere in den USA und ist seit 20 Jahren auch dem deutschen Fernsehpublikum bekannt. Eine durchweg gelungene Bühnenadaption hat jetzt als ‚Das SpongeBob Musical‘ ihre europäische Erstaufführung erlebt. […]

Dass die Show so gut unterhält, liegt insbesondere an der kurzweiligen Inszenierung von Timo Radünz – der auch eine dynamische Choreografie entwickelt hat – und der hübschen Ausstattung von Lukas Pirmin Waßmann, die sich stark an der Cartoon-Vorlage orientiert haben. Wer sich mit der Zeichentrickserie auskennt, wird deshalb großen Spaß haben, viele Dinge im Musical wiederzuentdecken. Wer dagegen mit der Vorlage nicht vertraut ist, wird deshalb aber nicht weniger gut unterhalten.

Ein großer Gewinn für die Inszenierung – so war es bereits am Broadway – ist die Entscheidung, dass man die Mitwirkenden nicht in Schaumstoffkostüme gesteckt hat. Vielmehr sehen wir menschliche Abbilder der beliebten Zeichentrickfiguren. Dadurch sind die Darstellerinnen und Darsteller schauspielerisch gefordert und geben dem Stück eine ernsthafte Note. Lediglich durch Farben und verschiedene Details (Krebshände bei Mr. Krabb, gelbes Hemd und rote Krawatte beim Titelhelden, rosa Hawaiihemd bei Patrick) werden die jeweiligen Figuren stilisiert.

Nur manchmal kommen Puppen von SpongeBob und seinem Freund Patrick zum Einsatz – und auch SpongeBobs Haustier Gary, eine Katzenlaute von sich gebende Schnecke, hat im ferngesteuerten Auto zwei kurze Gastauftritte. Solche kleinen Easter Eggs machen die Show für eingefleischte Schwammkopf-Fans besonders.“ […] – einfach fantastisches Entertainment.“

Dominik Lapp: Fantastisches Entertainment: „Das SpongeBob Musical“ auf Tour. In: online-Portal „kulturfeder.de“, 17. November 2022 (https://www.kulturfeder.de/author/dominik-lapp)

„Es geht um Spaß, und den bekommt das Publikum reichlich. Dementsprechend ausgelassen ging es unter den Zuschauern zu. […] Insgesamt bietet ‚SpongeBob‘ ein Musical mit Kult-Charakter, wenn auch für ein sehr spezielles Fan-Publikum.“

Wolfgang Jansen: SpongeBob, Spaß und ausgelassenes Treiben. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 216, Dezember 2022/Januar 2023, Seite 19-20.

Richard McCowen (als Mr. Eugene H. Krabs)

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Literatur

Kommentar

Broadway-Premiere feierte das Stück am 4. Dezember 2017 im Palace Theatre. Für die National Tour erhielt es den neuen Titel „SpongeBob SquarePants“ nach der Titelmusik. 

Das Musical basiert auf der amerikanischen TV-Animations-Serie „SpongeBob“ für Kinder, die am 17. Juli 1999 erstmals ausgestrahlt wurde.

Die deutschsprachige Erstaufführung war gleichzeitig die europäische Erstaufführung. 

Der Name des Übersetzers fehlt im Programmheft und den sonstigen Presseunterlagen.

Die Inszenierung war eine Tournee-Produktion der Show Slot GmbH, die zu den genannten Terminen ebenfalls in Österreich und der Schweiz gastierte.

Die Schweizer Premiere sollte zunächst am 8. November stattfinden, wurde dann aber um einen Tag verschoben. Aus der Schweiz liegen keine Rezensionen vor.

Empfohlene Zitierweise

„Das SpongeBob Musical“ („The SpongeBob Musical“) [Basel]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/das-spongebob-musical-basel/

Letzte inhaltliche Änderung: 8. Dezember 2022.