Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

De wohre Störtebeker

Moritat in 3 Bildern

Musik von Dieter Salbert
Text von Kris Tollen
Plattdeutsch von Ulf-Thomas Lesle

Inszenierung

Uraufführung: 27. April 1986 
Ohnsorg-Theater, Hamburg, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:  

Premierenchronik

DUA27. April 1986Ohnsorg-Theater, Hamburg

Inhaltsangabe

„Verschreckt hocken die Menschen in ihren Häusern, denn draußen auf dem Meer lauert der fürchterliche Seeräuber Störtebeker! Brav zahlen die Bürger Steuern zur Verteidigung der Stadt. Nur wenige wissen: Es gibt ihn gar nicht! Lediglich einen verkrachten Komödianten, angeheuert vom Senat, um von der allgemeinen Finanzmisere abzulenken.
Dem Schauspieler freilich gefällt seine Rolle immer besser.“

Verlagsangaben vom Bühnenverlag Ahn & Simrock, Hamburg, 2022.

Kritiken

„Bugartig schieben sich zwei Spiegelwände im stumpfen Winkel auf die Bühne des Ohnsorg-Theaters, reflektieren in beinahe zynischer Schärfe die ersten Reihen des Publikums. Einstimmung auf ein Stück, das die Demontage von Heldenmythos und -verehrung betreibt. ‚De wohre Störtebeker‘ von Kris Tollen, Moritat in drei Bildern, decouvriert in dieser Uraufführung an der Person des Schlagetods Störtebeker Heroentum und Denkmalpflege. […] Wirklichkeit und Phantasie, Vergangenheit, Gegenwart und auch Zukunft mischen sich in einem satirisch-witzigen Bilderbogen mit der bitteren Essenz, daß der Mensch wohl ohne Feindbilder nicht leben kann und nicht ohne ‚Helden‘.

[…] Das gesamte Ensemble folgte den kargen, beinahe holzschnittartig konstruierten Bewegungsabläufen, die in ihrer Geradheit dem Bühnenbild Uwe Thills vollkommen entsprachen. Schwarzweiß mit rot als Signalfarbe, Diaprojektionen, ein Minimum an Dekorationen schaffen eine zeitlose Atmosphäre.“

Monika Nellissen: Der Held als Plankenschrubber. Am Ohnsorg-Theater wurde Tollens „De wohre Störtebeker“ uraufgeführt. In: Die Welt, 29. April 1986.

Kommentar

Der Norddeutsche Rundfunk hat „De wohre Störtebeker“ in einer Aufzeichnung vom 2. November 1986 in seinem Fernsehprogramm ausgestrahlt.

Empfohlene Zitierweise

„De wohre Störtebeker“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/de-wohre-stoertebeker/

Letzte inhaltliche Änderung: 21. Januar 2022.