Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Der große Held Tartarin

Musical in zwei Teilen

Musik von Rainer Lischka
Buch und Gesangstexte von Helmut Hartmann, frei nach „Tartarin von Tarascon“ von Alphonse Daudet

Inszenierung

Uraufführung: 27. Juni 1973
Staatsoperette Dresden, DDR 

Besetzung:  

Premierenchronik

DDRUA27. Juni 1973Staatsoperette, Dresden

Kritiken

„[…] Daudet charakterisierte seinen Helden Tartarin als einen Zusammenklang von Don Quichotte und Sanch Pansa. Leider ist davon in der Musical-Version des Librettisten Helmut Hartmann kaum etwas zu spüren. Es wurden zwei Episoden aus der humorvoll-satirischen Geschichte herausgegriffen: Die Löwenjagd in Algier (wo es eigentlich keine Löwen mehr gibt) und die Gründung eines utopischen Neu-Tarascon auf dem Boden einer Insel (die bereits unter britischer Herrschaft steht). […] In der atmosphärischen Prosa Daudets kommen diese Dinge gut zur Geltung, und auch Josef Hegenbarths im Programmheft abgebildeten Zeichnungen legen die Hintergründigkeit dieser letzten Endes tragischen Heldenfigur bloß. Es ist nicht ganz leicht einzusehen, daß Hartmann ausgerechnet eine solche Figur der Weltliteratur auswählt, um sie zum Helden eines Musicals zu machen. […]

Rainer Lischka schrieb für dieses Stück die Musik zu seinem zweiten Musical. Er hat die mit der „Unheiligen Elisabeth“ gewonnenen Erfahrungen genutzt und ist ein Stück weitergekommen. Er kann mit melodischen Einfällen aufwarten, seine kabarettisch zugespitzten Songs sind harmonisch wie rhythmisch interessant, er versteht die Kunst pointierter Instrumentierung, doch seine Musik besitzt vorerst noch nicht die Kraft, ein abendfüllendes Muiscal zu tragen. Aber das geht auch zurück auf die Anlage des Librettos: „Nummern“ ergeben kein Musical. […]

Das Spiel um Tartarin lebt weitgehend von der spärlichen Situationskomik, die in der Inszenierung von Horst Ludwig einfallreich hochgespielt wurde. Zum Glanzlicht der Uraufführung wurde die malerisch stimmungsvolle Ausstattung Siegfried Rennerts in echtem „Musicalton“. Manfred Grafe, Siegfried Fischer und Mola Hillebron zeichneten für musikalische Leitung, Choreinstudierung und Choreographie verantwortlich. Dresdens Staatsoperette trat mit einer bemerkenswerten Ensembleleistung in Erscheinung. […]“

Gottfried Schmiedel: Der große Held Tartarin. In: Theater der Zeit, Ausgabe 10/1973, Seite 36.

Empfohlene Zitierweise

„Der große Held Tartarin“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/der-grosse-held-tartarin/

Letzte inhaltliche Änderung: 19. November 2019.