Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Der Mann von La Mancha (Man of La Mancha) [Brandenburg]

Musical

Musik von Mitch Leigh
Buch von Dale Wasserman
Gesangstexte von Joe Darion
Deutsche Übersetzung von Robert Gilbert

Inszenierung

DDR-Erstaufführung: 8. Oktober 1972  
Theater, Brandenburg, DDR

Besetzung:  

Premierenchronik

USAUA22. November 1965ANTA Washington Square Theatre, New York
ADspr. EA4. Januar 1968Theater an der Wien, Wien
GBEA24. April 1968Piccadilly Theatre, London
DEA10. September 1968Theater am Kurfürstendamm, Berlin
CHEA16. November 1969Stadttheater Basel
DDREA8. Oktober 1972Brandenburger Theater, Brandenburg

Inhaltsangabe

Der Dichter Miguel des Cervantes, der aufgrund ketzerischer Bemerkungen und vieler Geldgeschichten bereits mehrfach hinter Schloss und Riegel saß, wird erneut zusammen mit seinem Diener im Kellerverlies eingesperrt. Nach dem Brauch in diesem Gefängnis müssen sich die Neuankömmlinge – während die Inquisition ihre Vorbereitungen für das Verhör trifft – auch vor den Mitgefangenen rechtfertigen für ihr Tun, ihr Vergehen, an dessen Ende – wie in der oberen Welt – selbstverständlich die Verurteilung steht. Um sich zu verteidigen, beginnt Cervantes die Geschichte von Don Quixote zu erzählen, zu spielen, mit den Mittteln und Gegenständen in der Zelle, mit Verteilung der Rollen unter den Mitgefangenen, Theater auf dem Theater, immer wieder durchbrochen durch Einwürfe der Gefangenen oder das Auftauchen der Wärter. 

Mit seinem Diener Sancho Pansa ist Don Quixote unterwegs, die Tugenden des Rittertums in die Welt zu tragen, das Schlechte zu bekämpfen, das Gute zu stärken und die Frauen zu ehren. In einer Windmühle erkennt er den großen Magier, den er vergeblich versucht zu besiegen, aus einer Schenke wird in seiner Wahrnehmung eine erhabene Burg und aus der Küchenhure Aldonza das edle Fräulein Dulcinea. Sancho Pansa ist realistischer, weist seinen Herrn auf die wahren Zustände hin, doch trotz aller Misslichkeiten, die aus dem Zusammenprall von Idealen und Wirklichkeit entstehen, hält er ihm die Treue. In der Schenke treffen sie auf Viehhirten, die sich boshaft an Aldonza vergehen, als Don Quixote ihnen mit seiner Dulcinea-Anbetung lästig wird. Noch als er komplett ausgeraubt wird, lässt er sich nicht von seiner Aufgabe, für das Gute zu streiten, abbringen. Erst ein rationalistischer Arzt, der ihm im Spiegel seine eigene bizarre Hässlichkeit zeigt, besiegt den „Ritter von der traurigen Gestalt“. Er zwingt ihn aufs Sterbebett, der Kampf um das Gute scheint verloren. Als jedoch Aldonza kommt, begleitet von Sancho, ihn an seinen Traum erinnert, ihm offenbart, dass er aus ihr einen anderen Menschen gemacht habe, da erhebt er sich noch einmal, seiner Aufgabe gewiss: „to fight the unbeatable foe“.

Zum Schluss akzeptieren die Mitgefangenen Cervantes‘ Verteidigung und raten ihm, vor der Inquisition, die ihn holt, ebenso klug und geschickt zu argumentieren wie bei ihnen.

(Wolfgang Jansen)

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Video / DVD

Literatur

Kommentar

Das Musical basiert auf einem Fernsehspiel von Dale Wasserman mit dem Titel „I, Don Quixote“ und auf dem Roman „Leben und Taten des scharfsinnigen Edlen Don Quixote von la Mancha“ von Miguel de Cervantes Saavedra aus den Jahren 1605 und 1615.

Die deutsche Erstaufführung im Berliner Theater am Kurfüstendamm war ein Gastspiel der Wiener Produktion.

In der DDR-Presse (Neues Deutschland; Neue Zeit) wurde seinerzeit die Inszneierung der Musikalische Komödie in Leipzig als Uraufführungsort zitiert

Empfohlene Zitierweise

„Der Mann von La Mancha“ („Man of La Mancha“) [Brandenburg]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/der-mann-von-la-mancha-brandenburg/

Letzte inhaltliche Änderung: 11. April 2023.