Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Der Rattenfänger

Musical nach Carl Zuckmayer

Musik von Wolfgang Heinzel
Text von Martin Trautwein

Inszenierung

Uraufführung: 26. März 1999
Theater, Hameln, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung: 

Die Gelichter der hinteren Stadt:

Das Patriziat der vorderen Stadt:

Premierenchronik

DUA26. März 1999Theater, Hameln

Anmerkung: Die Produktion des Landestheaters Detmold wurde am 13. April 1994 im Landestheater in Detmold erstaufgeführt.

Inhaltsangabe

„Bunting nennt er sich, und es verschlägt ihn, den fahrenden Gesellen, in eine geteilte, von Unterdrückung, Egoismus, Chaos und Ratten geplagte Stadt. Kinder ziehen in einer Prozession vorüber – eine ‚lost generation‘, die sich mit Drogen betäubt. Ein bunter Vogel zwar, ist Bunting der einzig freie Mensch, der mit geschärften Sinnen in der Freiheit zu überleben gelernt hat. Er verdingt sich als Gehilfe beim ‚Kleinen Henker‘ – ein sicherer Job in solchen Zeiten. Für Rikke, dessen Ziehtochter, wird er zur großen Liebe und für die Jugend der Stadt zum einzigen Hoffnungsträger.

Noch meinen die Stadtoberen die Probleme zu beherrschen, die Rattenplage sogar steuern zu können. Doch die Situation gerät außer Kontrolle, weil Ratten und Arme, die miteinander um das letzte Stückchen Brot kämpfen, zur Bedrohung der Wohlhabenden werden. Gegen die aufsässigen Menschen sollen Soldaten vorgehen, gegen die Rattenplage bietet der Musiker Bunting seine Hilfe an. Mit seinem Flötenspiel zwingt er die Ratten, ihm zu folgen und führt sie ins Wasser, wo sie jämmerlich ersaufen.

Nicht Geld, sondern in Zukunft mit Rikke als freier Ackerbürger in der Stadt leben zu können, hatte er sich als Lohn ausbedungen. Statt dessen wird er der Hexerei angeklagt und soll hingerichtet werden. Während Rikke, zur Hexe gestempelt, einen grausamen Tod erleidet, verhilft die Jugend der Stadt Bunting zur Flucht und folgt ihm in eine bessere Zukunft.“

Verlagsangaben Felix Bloch Erben, Berlin 2023

Kritiken

Martin Trautwein hat den Zuckmayer-Text gekappt und kräftig bearbeitet, auf wesentliche Elemente gestutzt und trotzdem noch reichlich mit verschiedenen Aspekten nachgefüllt: Themen wie Ausländerfeindlichkeit, Randgruppen-Problematik oder Kirchenasyl werden angerissen. Das überfrachtet und irritiert.

Die Musik von von Wolfgang Heinzel strebt Ernsthaftigkeit an, gibt sich häufig opernhaft, läßt Streicher säuseln und schmettern, serviert eine Mixtur aus Songs, Chansons und volksliedhaften Elementen. […] Doch insgesamt schleppt sich die Partitur zu schwülstig durch fast drei Stunden. Es mangelt an flottem Sound.

[…] Die Regie von Ulf Reiher hält den Riesenapparat auf Trab, ohne aufregende Momente rund um das ständig rotierende Podest (Drehbühne: Michael Engel) zu inszenieren. Die Kulissen und die enge Spielfläche bieten wenig Raum für neue Blickwinkel.“

Heinz-Jürgen Rickert: Der Rattenfänger. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 77, Juni/Juli 1999, Seite 23-24.

Medien / Publikationen

Literatur

Kommentar

Statt der geplanten 21 Aufführungen erlebte die „Rattenfänger“-Musicalversion nur acht Vorstellungen bevor der Theaterchef Rainer Steinkamp die Produktion vom Spielplan nahm.

Empfohlene Zitierweise

„Der Rattenfänger“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/der-rattenfaenger/

Letzte inhaltliche Änderung: 7. Juni 2023.