Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Deutschland-Lied

Historische Revue

Musik und Songtexte von div.
Idee und Text von Dieter Flimm

Inszenierung

Uraufführung: 4. Oktober 1989
Sartory Theater, Köln, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung (in den verschiedenen Tableaus):  

Einlass

Vorspiel / Davon geht die Welt nicht unter

1. Bild / Drinking Rum and Coca Cola

2. Bild / Die Eingeborenen von Trizonesien

3. Bild / Ein Häuschen mit Garten

4. Bild / Rock Around the Clock

5. Bild / Gehn’se mit der Konjunktur

6. Bild / Zwei kleine Italiener

7. Bild / A Hard Days Night

8. Bild / Dies ist ein ehrenwertes Haus

9. Bild / Besuchen Sie Europa, solange es noch steht

Premierenchronik

DUA4. Oktober 1989Sartory Theater, Köln

Inhaltsangabe

„Die Geschichte der Bundesrepublik als ‚historische Revue‘ – kann das gutgehen? […] Anhand von locker verbundenen Szenen sollen Anekdoten und Skandale und auch das Leben der Volkes in den letzten 40 Jahren dargestellt werden. Manchmal gibt es kurze gesprochene Überleitungen, aber überwiegend wird zu jeder Szene ein Lied gesungen, das mehr oder weniger aus der jeweiligen Epoche stammt.“

Tom Heiland: Deutschland-Lied. In: Das Musical – Die Musicalzeitschrift [später musicals, Das Musicalmagazin], Heft 20, Dezember 1989/Januar 1990, Seite 20-21.

Kritiken

„Ungewöhnlich an diesem Projekt ist, daß es sich – ähnlich wie bei ‚Starlight Express‘ und ‚Cats‘ in Bochum und Hamburg – um eine kommerzielle Produktion handelt, die mit einem internationalen Ensemble aufwarten kann – für Auditions ist man schließlich bis zum Broadway geflogen.

Ebenso ungewöhnlich ist darüberhinaus, daß es kein Orchester gibt – die Musik kommt aus der Konserve (der Gesang ist allerdings live); bei Preisen zwischen DM 30,– und DM 110,– erübrigt sich wohl jeder Kommentar.

[…] Peinlicher Höhepunkt vor der Pause war die Schlußnummer ‚Heimat deine Sterne‘, die mit voller Inbrunst von Deutschen und Gastarbeitern (den 1.000.000sten hatte man gerade begrüßt) zum besten gegeben wird und die alten Probleme mit Kitsch zukleistert. Wenn das alles sehr subtile Parodie war, so ist mir das ebenso entgangen wie der Dame hinter mir, die begeistert mitsang, oder dem älteren Herrn, der bei einer Tangoszene gerührt murmelte: ‚Wie die zeit vergeht…‘. Danach war ich sehr versucht, vorzeitig zu gehen, aber ich blieb dann doch, und das war gut so. Im zweiten Teil wurde nämlich alles erheblich besser […]

Wie gut die Darsteller allesamt sind, merkt man geballt, beim letzten Song des Abends, von dem fraglich ist, wie er sich an dieser Stelle in die Show verirren konnte ‚There’s No Business Like Showbusiness‘. Die Nummer klingt fabelhaft und das gesamte Ensemble in weißen Glitzerkostümen bevölkert die Bühne. Da endlich weht ein Hauch von Broadway durch das Sartory Theater, aber damit dann eben schon alles zuende.“

Tom Heiland: Deutschland-Lied. In: Das Musical – Die Musicalzeitschrift [später musicals, Das Musicalmagazin], Heft 20, Dezember 1989/Januar 1990, Seite 20-21.

„Die Revue ‚Deutschland-Lied‘, die mit deutschen Schlagern und Welthits die 40jährige Geschichte der Bundesrepublik nachzeichnet, ist vom Premierenpublikum in Köln mit minutenlangem Beifall aufgenommen worden. Wenn der Publikumserfolg anhält, soll das Stück, dessen Produktion 3,5 Millionen DM kostete, mindesten bis 1990 Abend für Abend gespielt werden – von einer Karnevalspause im Frühjahr 1990 abgesehen.“

[dpa, ohne Autorennennung]: 3,5-Millionen-Show läuft bis 1990. Revue „Deutschland-Lied“ in Köln uraufgeführt. In: Westfälische Rundschau (WR), 6. Oktober 1989.

„Die Revue ‚Deutschlandled‘ in Köln, ein musikalischer Rückblick auf die Geschichte der Bundesrepublik geht nun doch in die zweite Spielzeit. Schulden von 3,3 Millionen Mark hatten die Wiederaufnahme nach der Karnevalssaison zunächst in Frage gestellt – jetzt verzichten die Gläubiger auf einen Teil des Geldes. Wie Produzent und Regisseur Dieter Flimm am Montag vor der Presse in Köln erklärte, verbindet die neue Version, die ab Mitte April bis Ende 1990 wieder im Kölner Sartory-Theater gespielt wird, Schlager und Elemente aus Revue und Musical. Zur Zeit fehlten für die nach den jüngsten Ereignissen in der DDR aktualisierten Fassung aber noch einige Sänger und Tänzer, hieß es.“

lnw: Zweite Spielzeit für „Deutschlandlied“. In: Neue Iserlohner Presse, 7. März 1990.

Kommentar

In der Wochenbeilage der WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) „AKKU“ 26/1990 (26. Juni 1990) wird berichtet, dass nach 100 Vorstellungen der Vorhang für „Deutschland-Lied“ gefallen ist. Berichtet wird, dass „nach nicht immer ausverkauften Vorstellungen 70.000 Euro in der Theaterkasse fehlten“.

Empfohlene Zitierweise

„Deutschland-Lied“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/deutschland-lied/

Letzte inhaltliche Änderung: 5. Mai 2025.