Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Die Millionen der Yvette

Musikalische Komödie in fünf Bildern

Musik von Wilhelm Neef
Texte und Gesänge von Karl Schnog und Wilhelm Neef
nach einem Film von Martin Hellberg

Inszenierung

Uraufführung: 4. September 1963 
Kammerbühne d. Mecklenburgischen Staatstheaters, Schwerin, DDR

Besetzung:  

Premierenchronik

DDRUA4. September 1963Mecklenburgisches Staatstheater, Schwerin

Inhaltsangabe

„Die französische Modistin Yvette hat in Düsseldorf einen kleinen Modesalon. Die jungen Herren der Gesellschaft liegen ihr zu Füßen, aber in ihre Kreise wird sie nicht aufgenommen. Darum gelingt es auch ihrem verflossenen Liebhaber Maurice Daurignac, sie zu einem großen Coup zu überreden, mit dem sie sich an der ‚feinen Gesellschaft‘ rächen kann. Sie gibt sich als Erbin von zehn Millionen Goldfranc aus. Aus Paris kommt ein Notar in Begleitung von zwei vermeintlichen Polizisten und liefert das angebliche Geld in einem versiegelten Päckchen dem Düsseldorfer Bankhaus Bleichstetter aus, wo es bis zum Ende des Erbschaftsprozesses ruht. Der zieht sich hin, und unterdessen leben die beiden auf großem Fuß. Als die Bombe platzt, verdankt Yvette dem jungen Rechtsanwalt Dr. Hellmer, dass sie den erbosten Bürgern nicht zum Fraß vorgeworfen werden kann.

(Inhaltsangabe der Defa-Stiftung zum Film „Die Millionen der Yvette“ (1956), Regie: Martin Hellberg)

Kritiken

„Wir sahen zunächst einen winzigen Theatersaal, der schätzungsweise 120 Personen fassen kann und mit etwas weniger als die Hälfte besetzt war. (Es handelte sich um die 2. Aufführung!). Das kleine Orchester war links von der Bühne aufgebaut, das Hinauf- und Herunterklettern des dicken Schlagzeugers auf den für ihn gebauten Balkon schlug als größter Gag des Abends ein. Wir sahen einen sorglosen Mischmasch verschiedenster Inszenierungsstile vom Berliner Ensemble bis zum Metropoltheater. Wir sahen – das darf nicht verschwiegen werden – sehr begabte Darsteller, die ihr Bestes taten, gegen diesen theatralischen Galimathias anzukämpfen. Wir verstanden kaum die Hälfte vom Text der musikalischen Partien, weil diese von den Autoren mit einer Unzahl an Worten ausgestattet waren, die wohl zu rezitieren, aber nicht verständlich zu singen sind.

[…] Man freute sich über Tänze, die genauso krampfhaft motiviert wurden wie in anderen Werken des älteren Genres auch. Zum Schluß gab es – nachdem alles gesagt war – eine peinliche, langweilige Gerichtsverhandlung für jene geistig Armen, die vorher offenbar nicht genau mitgekriegt hatten, wie der Hase läuft. Und dann gab es endlich ein Happy End in gewohnten Stil und auch – nachdem die Zuschauer nur wenig berührt das Ganze über sich hatten ergehen lassen – ein richtiges Happy End und viel Beifall, der aber offensichtlich auf die Darsteller gemünzt war.“

Alf Scorell: Neue Hüte ohne Güte. Wilhelm Neefs „Die Millionen der Yvette“ im Staatstheater Schwerin – ein Anti-Musical?. In: Theater der Zeit, Heft 20/1963, Seite 23-24.

Kommentar

Das Schweriner Theater hatte die Inszenierung zurückgezogen und eine überarbeitete Fassung zum Jahresende angekündigt. Ob diese Fassung zur Aufführung kam konnte nicht recherchiert werden.

Empfohlene Zitierweise

„Die Millionen der Yvette“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/die-millionen-der-yvette/

Letzte inhaltliche Änderung: 2. November 2023.