Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Die Müllerin von Granada (Mlynářka z Granady)

Operette in 5 Bildern

Musik von Julius Kalaš
Buch von Karel Konstantin
Nach der spanischen Novelle „Der Dreispitz“ von Alarcón
Gesangstexte von Karel Hrncir
Bearbeitung für die deutschen Bühnen von Andreas Bauer, Egon Maiwald und Alfred Mönch

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 20. Oktober 1956
Volkstheater Rostock, DDR

 Musikalische Leitung: Wenzel Preis

Besetzung:  

Premierenchronik

CSSRUA22. Dezember 1954Operettentheater, Prag
DDRDspr. EA20. Oktober 1956 Volkstheater Rostock

Inhaltsangabe

„Don Eugenio de Zuniga, Stadtrichter einer kleinen Stadt Andalusiens, verspürt trotz seiner vorgerückten Jahre einen verwegenen Appetit auf die mit Reizen aller Art ausgestattete Müllerin Frasquita. Diese führt mit ihrem Lucas die glücklichste Ehe der Welt, doch das ficht den eitlen Frauenjäger nicht an: unter Mißbrauch seiner Amtsgewalt bringt er Lucas für eine Nacht beiseite und sucht dessen Abwesenheit für seine eigenen Lüste auszunutzen. Auf dem Schleichweg in die Mühle fällt er ins Wasser, die entrüstete Müllerin läuft weg, ihren Mann zu holen. Dieser hat inzwischen den Braten gerochen, kommt zurück, sieht durchs Schlüsselloch den alten Fuchs in seinem Bett, zieht dessen Kleider an und droht, sich nun als Stadrichter bei dessen Frau schadlos zu halten. Der Handlungsknoten scheint sich zur Tragödie schürzen zu wollen, aber glücklicherweise befinden wir uns im südlichen Spanien und nicht in den finsteren Pyrenäen; es gibt keine tragische, sondern eine für alle befriedigende Lösung, Eifersucht und Mißtrauen, Lüsternheit und Untreue bekommen den verdienten Lohn.“ 

(aus: Programmheft der Inszenierung am Landestheater Halle, 1957)

Kritiken

„Was ist charakteristisch sowohl für die Musik wie für das Buch? Ich will es ganz banal sagen: sie wollen nicht mehr als beste Gebrauchsware sein, sie wollen ein Publlikumsbedürfnis auf saubere, anständige Weise befriedigen, sich von allem Kitsch und aller Gefühlsverlogenheit fernhalten. Und das ist viel. Und es ist gelungen. Die Operette – ohne jeden Anspruch auf Neuerertum – läuft nun schon seit zwei Jahren in Prag mit anhaltendem Publikumserfolg. Sie verbildet nicht den Geschmack, sie unterhält. Sie ist deshalb bei uns besonders geeignet, an die Stelle schlechter Aushilfen und teuren Kitschs zu treten.

Die Inszenierung in Rostock ist farbig, sauber, ohne Klamauk. Die Bühnenbilder und Kostüme (Willi Schröder und Susi Schult) sind zweckdienlich und schön.“

[ohne Autorennennung]: Die Müllerin von Granada. In: Theater der Zeit, Heft 2/1957, Seite 56-57.

Medien / Publikationen

Literatur

Empfohlene Zitierweise

„Die Müllerin von Granada“ („Mlynářka z Granady“). In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/die-muellerin-von-granada/

Letzte inhaltliche Änderung: 5. Mai 2022.