Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Die neuen Abenteuer des Baron Münchhausen

Musical

Musik von Tilman Hintze, Uli Herrmann-Schroedter, Jan Kirsten, Benjamin Richter, Andreas van den Brandt
Buch und Liedtexte von Jan Kirsten

Inszenierung

Uraufführung: 8. Juni 2024
Uckermärkische Bühnen Schwedt/Oder, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:  

Michael Kuczynski (als Baron Münchhausen), Paulina Wojtowicz als Dr. Wagenbeck

Premierenchronik

DUA8. Juni 2024Uckermärkische Bühnen, Schwedt/Oder

Inhaltsangabe

„Ehrlich gesagt: Sie mag ihn nicht. Eine Sonderausstellung anlässlich des 300. Geburtstags von Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen, dem Lügenbaron in ihrem Museum! Was hätte sie stattdessen für innovative, enthüllende und relevante Inhalte kuratieren und vermitteln können und nun diese Kanonenkugel, dieser achtbeinige Hase und was noch alles an Firlefanz. Zu allem Überfluss kommt auch noch ein Aufschneider in historischer Weste daher und beginnt ihr das Blaue vom Himmel zu erzählen. Gut, er ist eloquent, okay, er ist gewitzt und ach, fesselnd sind seine Geschichten schon. Offensichtlich frei erfunden, aber hoffentlich erzählt er noch eine. Und noch eine… 

Mit Spaß und Fantasie lädt Münchhausen Museumsleiterin Dr. Wagenbeck […] auf einen wilden Ritt durch Zeit und Raum ein, bei dem sich Abenteuer hinter jeder Ecke verbergen. Denn mit nur ein wenig Kreativität kommen zu den altbekannten Lügengeschichten jeden Tag neue hinzu.“

(aus: Presse-Information, Website des Theaters) 

V.l.: Julia Pawlak, Katarzyna Kluszna und Sandra Bozewicz

Kritiken

„Sein Ritt auf der Kanonenkugel kostete die UFA 1943 ein Vermögen und setzte Hauptdarsteller Hans Albers ein Denkmal. Obwohl auf dem Index der Nazis, durfte Erich Kästner das Drehbuch für den legendären Farbfilm schreiben. Schon damals und auch danach faszinierte immer wieder dieser 1720 geborene Hasardeur und Lügenerzähler das Publikum, in Comics, Zelluloid-Streifen oder Theaterstücken. Nun widmen sich die Uckermärkischen Bühnen Schwedt dem prominenten Mann aus dem niedersächsischen Bodenwerder. […]

Das Bühnenpersonal ist ständig gefordert und in diversen Figuren unterwegs, mal Urmensch, Postillon oder Königin Hatschepsut, dann Mona Lisa, Jesus oder Astronaut. Viel zu tun für Regisseur Lars Franke, der Handlungsstränge gut sortiert und nie im Kuddelmuddel strandet. Choreograf Jason Sabrou schöpft aus einem üppigen Ideenfundus, um die turbulente Fahrt mit Dynamik und flott bewegten Hinguckern zu garnieren. Ausstatterin Frauke Bischinger kreiert für die Stationen wandelbare Vitrinen, konzentriert sich ansonsten mehr auf die Kostüme, die u.a. Neandertal-Look und Space-Montur aufbieten. […]

Insgesamt wirken ‚Die neuen Abenteuer des Baron Münchhausen‘ eher old fashioned, die Story ein wenig banal, die Gesangstexte holpern manchmal und die Dramaturgie hätte stringenter sein und den Charakteren mehr Konturen geben können – vor allem im zweiten Teil verlieren sich Tempo und Witz. Als Sommerspektakel funktioniert das Musical trotzdem, die Publikumsreaktionen bestätigen diesen Eindruck deutlich.“

Jürgen Rickert: Das Staunen nicht verlernen, „Die neuen Abenteuer des Baron Münchausen“ – ein turbulenter Trip quer durch die Menschheitsgeschichte. In: Musical Today, 02/2024, Seite 86-87.

Die Odertalbühne, Sommerspielstätte der Uckermärkischen Bühnen Schwedt/Oder

Medien / Publikationen

DVD / Video

Literatur

Kommentar

Es gab keine Live-Musik. Die Musik war vor der Premiere im Studio eingespielt worden.

Empfohlene Zitierweise

„Die neuen Abenteuer des Baron Münchhausen“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/die-neuen-abenteuer-des-baron-muenchhausen/

Letzte inhaltliche Änderung: 23. September 2024.