Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Die Rocky Horror Show (The Rocky Horror Show) [Halle/Saale]

Musical

Musik, Buch und Texte von Richard O’Brien

Inszenierung

DDR-Erstaufführung: 17. Juni 1990
Theater des Friedens, Halle/Saale, DDR

Besetzung:

Premierenchronik

GBUA19. Juni 1973Royal Court Theatre Upstairs, London
USAEA10. März 1975Belasco Theatre, New York
DDspr. EA20. Januar 1980Theater der Stadt, Essen
AEA17. Dezember 1983Schauspielhaus, Wien
CHEA9. Februar 1989Stadttheater Bern
DDREA17. Juni 1990Theater des Friedens, Halle/Saale

Inhaltsangabe

Das Stück erzählt die Geschichte der verklemmten Verlobten Brad Major und Janet Weiss, die – in den 1950er Jahren – während eines nächtlichen Unwetters auf dem Weg zu ihrem väterlichen Freund Dr. Everett Scott sind. Mitten in einer verlassenen Gegend haben sie eine Autopanne und versuchen deshalb, irgendwo ein Telefon aufzutreiben. Dabei gelangen sie an ein Schloss, wo sie zwar nicht telefonieren können, jedoch Zeuge unglaublicher Geschehnisse werden. Der Herr und Meister Frank-n-Furter, ein extrovertierter, Straps und Korsett tragender Transsexueller, lässt die beiden nicht mehr aus seinen Fängen. So müssen sie der Entstehung des künstlichen Hominiden Rocky beiwohnen, der ganz auf die sexuellen Bedürfnisse seines Schöpfers hin konstruiert ist. Auch einen Mord müssen sie mit ansehen und einem Kannibalenmahl beiwohnen. Im weiteren stürmischen Verlauf der Nacht besucht der Hausherr nacheinander Janet und Brad in ihren getrennten Schlafzimmern, gibt sich jeweils als der andere aus und entjungfert beide. Irgendwann ertappt Brad seine Verlobte sogar mit Rocky, worüber auch Frank-n-Furter erzürnt ist. Schließlich lässt der Hausherr alle in erotischer Unterwäsche den freien Sex besingen, einschließlich des eingetroffenen, im Rollstuhl sitzenden Dr. Scott, der für die Regierung UFOs aufspürt. Dies wird Riff-Raff und Magenta, zwei Hausangestellten, zu viel. Sie unterbrechen die Feier. Es stellt sich heraus, dass sie alle von einem anderen Planeten kommen, doch Franks Mission ist irgendwie schief gegangen. Die beiden erschießen Frank, Rocky und aus Versehen die flippige Columbia, die ebenfalls zufällig in die Versammlung geraten ist. Janett, Brad und Dr. Scott entkommen dem Ort des süßen Schreckens unversehrt, doch nicht unverändert, während Riff-Raff und Magenta sich mit dem Schloss ins Weltall beamen.

(Wolfgang Jansen)

Kritiken

„Die Inszenierung folgt in Bühnenbild, Kostüme und Diktion dem Original, manchmal sind sind ihm aktuelle DDR-Anspielungen aufgesetzt. Edmund Gleede legt sein Hauptaugenmerk auf den Spaß bei der ganzen Sache und verzichtet – wenn auch sicher gezwungenermaßen – auf technischen Firlefanz. So wird zum Beispiel am Schluß Frank-N-Furter nicht mit einem Laderstrahl eiskalt umgelegt, sondern mit einer Wasserpistole.

[…] Dem Erzähler (Rainer Stürmer als Weihnachtsmann verkleidet), der die Geschichte mit seiner didaktischen Art eher aufhält, denn vorantreibt, bleibt der Schlußgag. Er stript sich aus seinem voluminösen Kostüm. Männerbein in roten Strümpfen und Straps.“

Martina Krüger: Die Vergöttlichung des Starps am Männerbein. DDR-Erstaufführung der ‚Rocky Horror Show“ am Hallenser Theater. In: Neues Deutschland, 14. September 1990, Seite 5.

„Gleede ist in das Sujet für sein DDR-Debüt echt verliebt und empfindet es als ‚Apotheose des Strapses‘ mit einer Musik, die er für besser hält, ‚als das Gesamtwerk Andrew Lloyd Webbers‘. Nun ist Geschmack gewiß ein eigen Ding, doch das Premierenpublikum teilte ihn fast emphatisch, auch wenn es die auf der Szene original gebotenen Songs erst im Programmheft eingedeutscht fand und viele Assoziationen zu einschlägigen Hollywood-Produktionen kaum nachvollziehen konnte.“

Georg Antosch: Kultstück mit viel Strip und Straps. O’Brien Musical ‚Die Rocky Horror Show“ in Halle erstaufgeführt. In: Neue Zeit, Nr. 143, 22. Juni 1990, Seite 7.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Video / DVD

Literatur

Kommentar

Die Besetzung wurde der seinerzeitigen Presseberichterstattung entnommen und wird, sobald ein Programmheft vorliegt, aktualisiert und ggf. ergänzt oder berichtigt.

Empfohlene Zitierweise

„Die Rocky Horror Show“ („The Rocky Horror Show“) [Halle/Saale]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/die-rocky-horror-show-halle-saale/

Letzte inhaltliche Änderung: 31. Mai 2024.