Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Die Schweinehochzeit (Die Schweinekirmes)

Operette in drei Akten (5 Bildern)

Musik von Eberhardt Schmidt
Text von Eva Fritzsche und Susanne Dancker

Inszenierung

Uraufführung: 27. Mai 1956 
Mecklenburgisches Staatstheater, Schwerin, DDR

Besetzung:  

Premierenchronik

DDRUA27. Mai 1956Mecklenburgisches Staatstheater, Schwerin

Inhaltsangabe

„In recht bunter Folge erlebt man, wie ein ehemaliger Gutsverwalter und jetziger Gastwirt es verstand, nachdem seine Herrschaft nach der Bodenreform zum Teufel gejagt wurde, die gräfliche Zucht schwarzer Schweine zu ‚retten‘ und in eigene Sicherheit zu bringen; sie werden also der Gemeinde entzogen. Geschickt verteilt er die Schweine in den Dörfern, überläßt sie den ärmsten Bauern, die ihm statt Geld ’nur‘ zwei bis drei Ferkel jedes Wurfes zu liefern haben. Die weiter beabsichtigten betrügerischen Machenschaften des ehemaligen Gutsverwalters werden schließlich von einer Revisionskommission aufgedeckt und bereinigt. Kleine nette Liebesszenen und ein fröhliches Dorfleben in guter Realistik umranken die Handlung, in der es an Humor auch nicht fehlt.“

(S-r: Operetten-Uraufführung im Staatstheater. „Schweinehochzeit“ von Eberhard Schmidt aus der Taufe gehoben. In: [ohne Quellenangabe], 27. Mai 1956)

Kritiken

„Mit dieser Operette, betitelt die ‚Schweinehochzeit‘, mit dem Text von Eva Fritzsche und Susanne Dancker, ist eine völlige Abwandlung des Altherkömmlichen, der Operette der Vergangenheit, der klassischen Operette wie der bisherigen modernen Tanzoperette eingetreten. Keine Operettendiva mit ihrem Partrner im Frack, kein freches Buffopaar und kein im Glanz des Bühnenlichtes auftretender Chor in Gesellschaftsrobe beherrschen die Szene, sondern dafür tritt in dieser neuen Operette das zeitgenössische Landleben (sogar dem Mecklenburger Raum angepaßt) an Stelle der bisherigen Form.

[…] Die Musik von Eberhad Schmid ist entsprechend der schlichten Handlung auch schlicht gehalten. Keinesfalls entbehrt die Instrumentation zuweilen eines blühenden Klangreizes. Oft läßt der Komponist in szenisch stimmungsgehaltvollen Vorgängen gern den Holzbläsern die Sprache. Seine Stärke sind die Chöre, in dieser Operette vielfach vorherrschend und melodiös gezeichnet. Allerdings gibt es für ein dreistündiges Werk als Operette reichlich viel Dialog.

[…] Die Bühnenbilder (Arvid Voigt) atmen zweifellos gesunde Landluft, jedoch fehlt der Landschaft die Weite der norddeutschen Ebene. […] Erwin Bugge hatte in tadelloser Kleinarbeit sprühend lebende Bilder eschaffen, wobei auch die Kinderszenen (gut singend) reizend dargestellt wurden. […] Lebendig und vorzüglich rein sangen die Chöre (Adolf Hupe) und auch die Tanzszenen, besonders im dritten Akt, mußten sehr gefallen. Daß man die Niederdeutsche Bühne eingesetzt hatte, war ein großer Gewinn; erst durch das Plattdeutsche kam der rechte Humor zur Geltung.“

(S-r: Operetten-Uraufführung im Staatstheater. „Schweinehochzeit“ von Eberhard Schmidt aus der Taufe gehoben. In: [ohne Quellenangabe], 27. Mai 1956)

Aus dem Programmheft zur UA, Schwerin 1956

Kommentar

Laut Otto Schneidereit [„Operette A-Z. Ein Streifzug durch die Welt der Operette und des Musicals“, Berlin 1981, Seite 318] wurde die Operette „Die Schweinehochzeit“ in einer Neufassung 1961 als „Babette und das Schweineglück“ aufgeführt.

Empfohlene Zitierweise

„Die Schweinehochzeit“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/die-schweinehochzeit/

Letzte inhaltliche Änderung: 2. November 2023.