Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Doktor Schiwago (Doctor Zhivago) [Gmunden]

Musical in zwei Akten

Musik von Lucy Simon 
Buch von Michael Weller, nach dem gleichnamigen Roman von Boris Pasternak
Gesangstexte von Michael Korie und Amy Powers  
Deutsche Übersetzung von Sabine Ruflair (Gesangstexte) und Jürgen Hartmann (Buch)

Inszenierung

Österreichische Erstaufführung: 11. April 2019
Musical Frühling, Gmunden, Österreich

Besetzung:

Premierenchronik

USAUA21. April 2015Broadway Theatre, New York
DDspr. EA27. Januar 2018Musikalische Komödie, Leipzig
AEA11. April 2019Stadttheater Gmunden

Inhaltsangabe

„Anfang des 20. Jahrhunderts auf einem Friedhof in Moskau: In eleganter Trauerkleidung versammelt sich die russische Aristokratie um einen kleinen Jungen und einen großen Sarg. Altertümliche Laternen strahlen nur ein wenig gedimmtes Licht aus und legen eine dunkle, schwermütige Atmosphäre über die Szenerie. Paukenschläge, dramatische Streicher und Bläser untermalen den Schrecken und die dramatischen Szenen, die die nächsten fast dreieinhalb Stunde die Bühne der Musikalischen Komödie der Oper Leipzig erfüllen. ‚Doktor Schiwago‘, im Original ‚Doctor Zhivago – A New Musical‘ […].

Der eingangs beerdigte Vater des kleinen Jurij Andrejewitsch Schiwago beging Selbstmord, nachdem er seine Millionen durch Spekulationen verloren hat. Jurij kommt daraufhin in eine Pflegefamilie und wächst dort behütet auf. Die leibliche Tochter Tonia ist seine Spielgefährtin, die zunächst zu einer engen Bezugsperson und später zu seiner Ehefrau wird. Jurij ist leiderschaftlich in Dichtung vernarrt und beginnt, auch selbst zu dichten. Im realen Leben zieht er jedoch ein Medizinstudium der ‚brotlosen Kunst‘ vor, auch weil es ihm wichtig ist, seinen Dienst an der Menschheit zu leisten. Jahre später begegnet der Arzt auf einer Weihnachtsfeier Lara Guichard, die ein Attentat auf Viktor Komarovskij verübt. Er ist ein Mitschuldner am Tod von Schiwagos Vater und Laras eigener dunkler Schatten. Als Liebhaber ihrer Mutter hat er Lara vergewaltigt. Der junge Doktor Schiwago ist von ihr fasziniert und sucht nach dem Attentat erfolglos nach ihr. Währenddessen zieht Lara mit ihrem Ehemann Pavel Antipov in den Ural, um Komarovskij zu entgehen. Nachdem der Erste Weltkrieg ausgebrochen ist, wird Jurij an die Front gerufen, um als Arzt im Lazarett zu dienen. Dort trifft er nach einiger Zeit die geheimnisvolle Lara wieder, die dort freiwillig als Krankenschwester arbeitet, um ihren Mann, den nun berühmten Revolutionär Strelnikov, zu suchen. Während Jurij und Lara gemeinsam Patienten behandeln und die Auswirkungen des Krieges erleben, kommen sie sich näher.

Nach Ende des Dienstes kehren beide jedoch in ihr altes Leben zurück. Jurij findet sein Zuhause in Moskau in den Händes des Staates wieder und wird verhört. Mehrere schlimme Winter bringen Not und Krankheit nicht nur über ihn und seine Familie. Im Frühling ziehen die Schiwagos auf ein Anwesen in Varykino. In der nächsten Stadt Jurjatino will Schiwago in der Bibliothek Studien betreiben, als er Lara zum ersten Mal nach dem Frontdienst wiedersieht. Beide beginnen ein Verhältnis. Doch Jurij wird während des Russischen Bürgerkriegs von einem Hauptmann der Rotgardisten entführt, gefangen  gehalten und später für medizinische Dienste benutzt. Erst nach Jahren gelingt ihm die Flucht. Als er zurückkehren kann, ist seine Familie aus Sicherheitsgründen weggezogen. Lara nimmt ihn auf, pflegt ihn und sie lieben einander. Schließlich fällt Laras Mann bei der kommunistischen Bewegung in Ungnade und wird zum Tode verurteilt. Er kehrt ein letztes Mal zu Lara zurück, führt ein langes Gespräch mit Jurij, um sich anschließend zu erschießen. Komarovskij, Lara Peiniger, tritt erneut auf den Plan und klärt die Liebenden über die prekäre Lage im Land auf. Er will Lara zur Flucht verhelfen, diese will jedoch nur mit ihrem Geliebten gehen. Jurij bittet sie daraufhin, um ihrer Sicherheit willen mit Komarovskij in die fernöstliche Republik zu reisen. Er würde nachkommen, doch das tut er nicht. Schiwago kehrt zurück nach Moskau und vermisst Lara schmerzlich … Der Kreis schließt sich. Nur ist es diesmal Jurij Schiwago, der beerdigt wird.“

(aus: Rosalie Rosenbusch: Zwischen zwei Welten, „Doktor Schiwago“ in der Musikalischen Komödie Leipzig als deutschsprachige Erstaufführung. In: blickpunkt musical, Ausgabe 93 (02/18), März-Mai 2018, Seite 4-6)

Kritiken

„Ein großes Lob gebührt Markus Olzinger für die energiegeladene Regie und das stimmige Bühnenbild. Für die schwungvolle Choreografie sorgte Julia Ledl. Im Mittelpunkt stand natürlich die Geschichte des leidenschaftlichen Liebespaares Jurij Schiwago – inbrünstig gespielt von Yngve Gasoy-Romdal – und Lara Guichard, mit stimmlicher und darstellerischer Bravour von Elisabeth Sikora gestaltet.

Das Stück handelt in den bewegten und brutalen Zeiten der russischen Revolution. Berührende Gesangstexte lieferte Michael Korie. Faszinierend sind die ungemein packende Musik und die ausdrucksstarken Songs der New Yorkerin Lucy Simon. Dirigent Caspar Richter leitete schwungvoll das Modern Symphony Orchestra aus Brünn. Sowohl stimmlich als auch darstellerisch großartig ist die Besetzung mit André Bauer als Komarov, Carmen Wiederstein, Jörg Westerkampund die Kinder Leonard Wenzel als junger Jurij sowie Gloria Jungreuthmayer als junge Lara.“

Fred Dorfer: „Doktor Schiwago“ schürt Emotionen in Gmunden. In: Kronen Zeitung, Oberösterreich, 13. April 2019.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahme

Literatur

Kommentar

In Gmunden wurde „Doktor Schiwago“ vom Verein ‚Musical-Frühling in Gmunden‘ produziert.

Empfohlene Zitierweise

„Doktor Schiwago (Doctor Zhivago) [Gmunden] „. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/doktor-schiwago-gmunden/

Letzte inhaltliche Änderung: 24. Mai 2025.