Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Dracula [Basel]

Musical

Musik von Karel Svoboda
Buch von Zdenek Borovec und Richard Hes
Gesangstexte von Zdenek Borovec
Deutsche Übersetzung von Michael Kunze

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 30. April 2004 
Musical Theater, Basel, Schweiz

Besetzung:  

Ballett:

Premierenchronik

CZEUA13. Oktober 1995Kongresovém centru, Prag
CHDspr. EA30. April 2004Musical Theater, Basel
DEA31. Juli 2004Freilichtspiele, Tecklenburg

Anmerkung: Die deutschsprachige Erstaufführung in Basel war eine Koproduktion von fine arts management, Walter Hinz, und dem Musicaltheater Gdynia, Polen.

Inhaltsangabe

Die Handlung besteht aus drei in sich abgeschlossenen Epochen im 16., 19. und 21. Jahrhundert. Noch als normaler Mensch plündert der grausame Fürst Dracula auf einem seiner Raubzüge ein Jesuitenkloster mit einer Horde schwarzer Ritter. Als ein schwer verletzter Mönch in den Armen des würdevollen Priesters verstirbt, verflucht dieser Dracula zu ewigem Leben und endloser Gier nach Blut. Im Schloss trifft er auf seine angebetete Prinzessin Adriana, die alsbald an den Folgen einer Fehlgeburt stirbt. Für Hofnarr Scapino ist der nun einsame Fürst für den Tod von Adriana und ihrem Kind indirekt verantwortlich. Der verzweifelte Dracula begeht Selbstmord, doch die tödlichen Wunden schliessen sich. Kurz danach erwacht Dracula blutüberströmt neben seinem ersten Opfer.

Im Jahre 1885 trifft Draculas entfernte Verwandte Baronesse Lorraine in seinem Schloss ein, in dem Scapino als Butler wirkt. Sie wird von ihrem Bruder Steven begleitet und erbittet von Dracula finanzielle Hilfe für ihren Landsitz. Der wiedrum verliebt sich in Lorraine, die ihm inzwischen zu Füssen liegt. Steven erkennt, dass seine Schwester in die Hände des Teufels gefallen ist, und greift Dracula an. Von dessen Unverwundbarkeit geschockt, stürzt er sich selbst in ein Gefecht mit dem Tod. Die tiefe Leidenschaft der Baronesse für den Grafen ist stärker als der Verlust ihres Bruders. In einem blutigen Ritual wird sie zu seiner Frau und in das mystische Leben der Vampire eingeweiht.

Die dritte Episode in der Gegenwart zeigt Dracula als mächtigen Casinoboss, begleitet von Scapino als Professor. Eine Gang um ihren Anführer Nick und dessen Freundin Sandra plant die Plünderung des Casinos. Sie finden ein Gemälde, auf dem Sandra Draculas erste Frau Adriana zum Verwechseln ähnlich sieht. Gekleidet wie Adriana, erweckt Sandra in Dracula das Gefühl, dass seine geliebte Frau zurückgekehrt ist. Lorraine entdeckt schmerzhaft das Geheimnis der ewigen Liebe Draculas zu Adriana und sieht sich verloren. Nick und Sandra fliehen, doch Dracula stürzt ihnen nach. Die Bande dringt ins Casino ein, zerstört die Einrichtung und tötet Scapino. Im fulminanten Finale erscheinen noch einmal alle Opfer von Dracula auf der Bühne. Sandra bringt Tageslicht in den dunklen Raum, dadurch endet die Unsterblichkeit Draculas.“

(aus dem Programmheft zur deutschsprachigen Erstaufführung von Gunnar Habitz)

Kritiken

„Mit Bram Stokers Roman hat das Musical eigentlich nur den Namen der Hauptperson gemein, ansonsten ist die in drei Jahrhunderten spielende Handlung völlig frei erfunden.

[…] Karel Svobodas Musik arbeitet mit wiederkehrenden Leitmotiven – etwa das zarte „Schmetterling“, das Duett „Wir zwei“ oder Lorraines „Du bist mein Stern“, der große Hit der Show. Fast alle Melodien gehen sofort und leicht ins Ohr. […] Ähnlich ist es mit den Texten, die das Musical bei der ersten Begegnung klar und verständlich machen (bis auf den etwas wirren dritten Akt vielleicht), die bei mehrfachem Hören aber bald durch ihre Einfachheit langweilen. […] Michael Kunzes Übertragung fließt geradezu einlullend perfekt dahin, die Lyrics passen so nahtlos und schmeichelnd auf die Melodien, als wäre der Text schon immer in deutsch geschrieben.

[…] Auch die beiden Regisseure Maciej Korwin und Jarek Staniek haben Sinn fürs Optische und setzen ihre Figuren effektvoll in Szene. Ihre Personenregie überzeugt und wirk nie übertrieben, einzig das Schmatzen und Gurgeln der Vampire beim Aussaugen zeitigt Heiterkeit.“

Angela Reinhardt: Dracula. Das erfolgreiche tschechische Musical in deutschsprachiger Erstaufführung. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 107, Juni/Juli 2004, Seite 22-24.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Empfohlene Zitierweise

„Dracula“ [Basel]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/dracula-basel/

Letzte inhaltliche Änderung: 22. August 2022.