Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Dracula [Heilbronn]

Das Musical nach dem Roman von Bram Stoker

Buch, Lyrics und Musik von Mathias Christian Kosel

Inszenierung

Uraufführung der Neufassung: 24. Oktober 1998
Theater Heilbronn, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:

Premierenchronik

DUA Neufassung24. Oktober 1998Theater, Heilbronn
DEA Erstfassung23. April 1994ETA Hoffmann Theater, Bamberg

Inhaltsangabe

„Eines Nachts strandet ein Totenschiff. Und von da an ist es in London nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr geheuer. Ein schönes junges Mädchen, Mina, die reine Braut des sanften Dr. Seward, kann nicht mehr schlafen. Zwei Wundmale an ihrem Hals bedeckt sie mit einem Schal. Ihr Charakter verändert sich besorgniserregend. Der Verlobte holt Prof. van Helsing, seinen Freund und Mentor, einen Arzt, der sich zwischen Scharlatanerie, den Anfängen der Psychoanalyse und medizinischer Forschung bewegt.

In London geht etwas um; van Helsing merkt es sofort. Der Psychopath Renfield, der lebendige Fliegen aussaugt und dann frißt, läuft van Helsing in die Arme. Renfield, der in Dr. Sewards Klinik eingewiesen wird, spricht von einem Meister, der bald kommt … Nachts geht eine schöne Dame um, die kleine Kinder anlockt … Leute verschwinden und kommen bleich und matt zurück; alle mit den merkwürdigen Malen am Hals, die auch Minas Hals zeigt … Mina hat in der Nacht vor ihrer Hochzeit wieder die allnächtliche Erscheinung, die nicht nur Blut saugt, sondern der sie erotische Erfahrungen verdankt. Diesmal ist es nicht nur eine wesenlose Gestalt mit glühenden Augen, sondern Graf Dracula zeigt sich als Mann. Und Mina läßt sich verführen.

Zur Hochzeit erscheint sie bleicher denn je, kalt und lasziv. Der erschreckte Bräutigam entgeht der Hochzeit: Minas Mutter, schon lange herzkrank, stirbt unvermittelt. Der Vampir verschwindet mit der Braut. Renfield, der Psychopath, mißgönnt seinem Meister Dracula diese schöne Beute und greift ihn an. Dracula, stärker als er, zerschmettert den Treulosen, und sterbend verrät Renfield Minas Aufenthaltsort an Dr. Seward. In der verlassenen Kapelle befinden sich außer Mina jedoch Dracula und eine Rotte neuer Londoner Vampire, die in ihren Särgen auf die Nacht warten. Seward und van Helsing prallen mit den Mächten der Finsternis zusammen …“

(aus: Flyer zur Uraufführung der Neufassung des Theaters Heilbronn)

Kritiken

„Für die „Uraufführung der Neufassung“ hat Autor und Komponist die Musik verändert und neue Passagen hinzugefügt, allerdings wurde diese Version in Heilbronn wiederum berabeitet. […] Die Musik klingt wesentlich romatischer als die Wiener Vampir-Version – allerdings klingt sie auch weniger außergewöhnlich. Zu oft werden Themen und musikalische Phrasen ohne innere Veränderung wiederholt; sowohl in den einzelnen Songs wie im Großen und Ganzen scheint der Musik der Aufschwung zu fehlen, man wartet ständig auf den großen Song. […]

In einem raffinierten, aus Schleiern und Licht bestehenden Bühnenbild von Andreas Jander entwickelt Madeleine Lienhards Regie einen Hang zur Parodie, der mitunter heftig aus den Fugen gerät. Die blinkende Dracula-Brille und das ständige Wolfsgejaule jedenfalls waren prächtige Lacherfolge. Wo sich Krolock und Sarah nur ansingen, geht es hier zur Sache: Mina (schön blond: Karen Schweim) wickelt Dracula aus seinen Barock-Klamotten. Nach seinem großartigen Heathcliff in „Wuthering Heights“ spielt Oliver Meskendahl als Dracula wiederum einen dämonischen Charakter, der nur leider in Kosels Adaption kaum zu tun hat. Die Inzenierung reduziert ihn zur jaulenden Horror-Schablone, unter der zu selten seine faszinierende Bühnenpräsenz aufblitzt.

[…] Fürs Finale läßt Madeleine Lienhard alle Vampire aus ihren Särgen steigen, und ganz zum Schluß beißt die vermeintlich gerettete Mina ihren Liebsten dann doch in den Hals. Das kommt uns bekannt vor …“

Angela Reinhard: Dracula. In musicals, Das Musicalmagazin, Heft 74, Dezember 1998 / Januar 199, Seite 18.

Kommentar

Die Uraufführung der Erstfassung fand am 23. April 1994 im ETA Hoffman Theater in Bamberg statt.

Empfohlene Zitierweise

„Dracula“ [Heilbronn]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/dracula-heilbronn/

Letzte inhaltliche Änderung: 3. Januar 2020.