Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Drei von der Donau [Dresden]

Singspiel in drei Akten

Musik von Robert Stolz
Text von Robert Gilbert
frei nach Johann Nestroys „Lumpazivagabundus“

Inszenierung

DDR-Erstaufführung: 28. Mai 1986 
Staatsoperette, Dresden, DDR

Besetzung:  

Premierenchronik

AUA24. September 1947Stadttheater, Wien
DDREA28. Mai 1986 Staatsoperette, Dresden

Inhaltsangabe

„… als da sind: Tischlergesell Leim, Schneidergesell Zwirn, Schustergesell Knieriem. Sie tippeln mit Liebeskummer, leerem Beutel und mancher Illusion durch die Lande, bis Fortuna sie mit reichem Lotteriegewinn beschert und damit zugleich auf die Probe stellt.  Die einen bleiben – zunächst nur auf höherer Stufe – beim Lotterleben, nur Leim wird seßhaft und fleißig. Das ist bei Nestroy, dessen ‚Lumpazivagabundus‘ von 1833 Pate stand, der einstweilige Stand, eh es Läuterung gibt.“

(Werner Schönsee: Der neue Status des Tischlergesellen Leim. ‚Drei von der Donau‘ – DDR-Erstaufführung an der Staatsoperette Dresden. In: Neue Zeit, Zentralorgan der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands, Nr 162, 11. Juni 1986, Seite 4.)

Kritiken

„Offenbar haben Gilbert und ganz besonders Regisseur Horst Ludwig, der die im ganzen spielfreudig-temporeiche Inszenierung der DDR-Erstaufführung an der Dresdner Staatsoperette besorgte, Leims neuen Status als ein spießiges Sich-Bescheiden zeigen wollen, das im Grunde genommen seine einstige Freiheit raubt und auf Anbiederung an bourgeoise Wohlstandsverhältnisse von Schwiegervater Hobelmann hinausläuft. Nun raubt er, in bester Absicht, Zwirn und Krieriem die ‚Freiheit‘. Eine etwas fragwürdige Lesart, da man sich ansonsten zur Nestroy-Zeit bewegt. Und Nestroy zeigte in Leim auf alle Fälle eine positive Alternativgestalt.

Davon abgesehen sind Werk und Umsetzung reich an Unterhaltsamem.[…] Attraktiv, vom Schuhplattler bis zum Pseudo-Cancan, sind die Ballettnummern, in die zum Teil auch der Chor (musikalische Einstudierung Siegfried Fischer) einbezogen wird, choreographiert von Winfried Schneider. Manfred Grafe vermochte größtenteils die musikalischen Schönheiten der Partitur zum Klingen zu bringen.

Zu den beifallsfreudigen Premierengästen der Leubener-DDR-Erstaufführungsbühne gehörte übrigens auch, mit roten Rosen begrüßt, die Witwe des Komponisten „Einzi“ Stolz.“

Werner Schönsee: Der neue Status des Tischlergesellen Leim. ‚Drei von der Donau‘ – DDR-Erstaufführung an der Staatsoperette Dresden. In: Neue Zeit, Zentralorgan der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands, Nr 162, 11. Juni 1986, Seite 4.

Medien / Publikationen

Literatur

Empfohlene Zitierweise

„Drei von der Donau“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/drei-von-der-donau-dresden/

Letzte inhaltliche Änderung: 8. November 2021.