Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Eating Raoul – Verschlingt Raoul! [Hamburg]

Musical

Musik von Jed Feuer
Songtexte von Boyd Graham
Buch von Paul Bartel nach dem gleichnamigen Film „Eating Raoul“
Deutsche Übersetzung von Frank Thannhäuser

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 28. Juli 1994 
St.-Pauli-Theater, Hamburg, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:  

Premierenchronik

USAUA3. Mai 1992Union Square Theatre, New York
DDspr. EA28. Juli 1994St.-Pauli-Theater, Hamburg
GBEA30. August 2000Bridewell Theatre, London
AEA23. Januar 2016MUK Theater, Wien

Anmerkung: Die Österreichische Erstaufführung war eine Präsentation des Studiengangs für „Musikalisches Unterhaltungstheater“ der Musik und Privatuniversität der Stadt Wien.

Inhaltsangabe

Mary und Paul Bland, ein amerikanisches Ehepaar, träumt davon, ein Restaurant außerhalb der großen und lauten Stadt aufzumachen. Leider fehlt ihnen dazu das entsprechende Geld. Sie kommen auf die Idee, Sextherapien für alle erdenklichen Praktiken anzubieten. Ihre Kunden werden dabei regelmäßig am Ende der Sitzung mittels einer Bratpfanne um ihr Leben und vorallem um ihr Bargeld gebracht. Doch wohin mit den Leichen? Latin-Lover Raoul scheint da weiterhelfen zu können. Raoul ist so ganz anders als der biedere Paul und Mary landet mit dem Latin Lover im Bett. Pech nur, dass sie dabei von Paul erwischt werden, der nun auch Raoul mittels Bratpfanne um die Ecke bringt. Noch eine Leiche mehr. Was tun? Aber das Stück heißt ja ‚Eating Raoul‘.

(Klaus Baberg)

Kritiken

„Wie bringt man diese zusammengeschusterte, strunzdumme Handlung einigermaßen glaubwürdig über die Bühne? Bei der europäischen Erstaufführung im Hamburger St. Pauli-Theater – hier sprach man vollmundig bereits vom „Neuen Kult-Musical“ – tat die Regisseurin und Choreographin Anna Vaughn das einzig richtige: Schnell, schnell drüber weg! Und so stürzte sie ihr üppig ausstaffiertes, zehnköpfiges Ensemble in eine knallbunte, atemlose Revue in Lack und Leder (Ausstattung: Andrea Kleber), ließ nach der Maxime ‚Nur kein Stillstand‘ die „Puppen“ tanzen und die Drehbühne rotieren und erreichte so mit viel Requisiten und pausenloser Aktion ein Niveau an Entertainment, das dem angepeilten Unterhaltungswert von ‚Little Shop of Horrors‘ zumindest optisch entsprach.“

Walter Wigand: Eating Raoul. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 49, Oktober/November 1994, Seite 8.

„Mehr als ein gequältes Lächeln ist der Inszenierung nicht abzugewinnen. An den Schauspielern liegt es nicht, daß Eating Raoul nur wie eine bessere Abiball-Vorstellung wirkt. Mit weniger platten Witzen á la Schenkelklopfer und mehr von den mitreißenden Tanz- und Step-Einlagen wären die St. Paulianer besser gefahren. Wenn aber die verklemmte Mary Bland am Hintern einer Leiche den Herzschlag prüft und sie eben jene Leiche dann auch noch im Kleiderschrank versteckt, kann von einem neuen „Kult-Musical“ wirklich nicht die Rede sein, wie das Programmheft großzügig verspricht. Gewiß, eine Frage des Geschmacks. Wer auf „Humor light“ steht, wird auch an Eating Raoul Gefallen finden.“

Katharina Frier: Flotter Step und schicke Stiefel. In: taz am Wochenende, 30. Juli 1994, Seite 35.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Empfohlene Zitierweise

„Eating Raoul“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/eating-raoul-hamburg/

Letzte inhaltliche Änderung: 26. August 2022.