Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Elvis & John

Zwei Bilder aus dem Künstlerleben

Musik von div.
Text von Uwe Jens Jensen & Hansgeorg Koch

Inszenierung

Uraufführung: 7. Oktober 1987
Burgtheater, Wien, Österreich

Besetzung:  

Elvis

John

Premierenchronik

AUA7. Oktober 1987Burgtheater, Wien
FINEA15. Februar 1997Vaasa, Stadttheater
DEA7. September 2002Landesbühne, Hannover

Inhaltsangabe

„Vor der Pause wird, gutmütig ironisch, von einem mit allem Öl der Schmiere gesalbten Conférencier die Elvis-Saga erzählt. […] Im zweiten Teil darf dann der Bühnenbildner Dieter Flimm zeigen, was er und die Technik können.“

Ulrich Weinzierl: Elvis & John oder das Reich des Mythos. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), 10. Oktober 1987.

Kritiken

„Das Burgtheater, das vor vielen Jahrzehnten seine Lieblinge für Operettenaufführungen in die Volksoper verlieh, geht mit der Zeit und trainiert seine Mitglieder jetzt, in Musicaldarbietungen im Theater an der Wien einspringen zu können. warum sonst spielt es ‚Elvis & John‘?

Unter dem heimtückisch braven Titel ‚Zwei Bilder aus dem Künstlerleben‘ haben Uwe Jens Jensen und Hansgeorg Koch etwas, das ihnen so ähnlich in der deutschen Provinz schon einmal Erfolg gebracht hat, heftig ausgewalzt und mit großem Eifer in Szene gesetzt. […] Die beiden Autoren inszenieren und dirigieren ihr Werk selbst. Dieter Flimm hat sich als geschmackvoller Bühnenbildner ausgetobt, und wenn der ganze unnötige Zauber vorbei ist, hat die ins Burgtheater zu lockende jüngere Generation in Alexander Goebel ein neues Idol, einen virtuos singenden Marcel Prawy der Pop-Musik.

[…] Und manchmal kommt beinahe so etwas wie Stimmung auf – schließlich erinnert man sich an Elvis-Hits so gern wie an Schlager von Horst Winter, und den Beatles sind wirklich mitreißende Nummern eingefallen. Trotzdem muß man nicht humorlos sein, um sich schon mitten in der Vorstellung, dort, wo es endlich zu ziehen beginnt, mit einer einzigen Frage zu beschäftigen, die in zwei Worte formuliert werden kann: Wozu das?“

Franz Endler: Ein ganz und gar unnötiger Zauber. Burgtheater: „Elvis & John“, ein Musical von Jensen und Koch. In: Kronenzeitung, 9. Oktober 1987, Seite 7.

„[…] bricht der Sturm los im Wiener Burgtheater. Kein Shakespearscher Sturm, versteht sich: Die Premierengäste drunten im Parkett und droben auf der Balustrade verlangen eine Zugabe. Viele sind von den Sitzen aufgesprungen, andere setzen sich gerade nochmals nieder, auch in den Gängen ist der Teufel los. Das Burgtheater rockt. […] Nein, dies ist keine weinselige Abiturfeier des Jahrgangs 1949 im angemieteten Schauspielhaus, sondern das Ende einer Uraufführung. Claus Peymann, der Intendant, Jensen, sein Dramaturg und der Musiker Koch haben ihr Ziel erreicht: Neues, Nie-Dagewesenes hatte sich ereignet. Vergleichbares, daran wagen wir nicht zu zweifeln., hat das ehrwürdige Theatergemäuer noch nicht beherbergt. Aber rechtfertigt dies allein schon eine weitere Triumphmeldung aus Peymanns  siegesgewohntem Haus? Wohl eher nicht: der Jubel am Ende des Doppel-Dramolettes ‚Elvis & John‘ – zwei Blätter aus dem Künstlerleben galt einer ganz absonderlichen Veranstaltung.

[…] Peymann und die Seinen wollen mit dieser Premiere ein neues, junges Publikum ins Theater holen. Das Verfahren ist derzeit sehr in Mode: Seit Zadek in Hamburg für seinen ‚Andi‘ die Einstürzenden Neubauten ins Schauspielhaus holte, macht das Rezept die Runde – Popmusik auf der Bühne, und schon kommt das junge Publikum.“

Wolfgang Höbel: Rock-’n‘-Roll-Zwerge. „Elvis & John“ – ein Grusical im Wiener Burgtheater. In: Süddeutsche Zeitung, 13. Oktober 1987.

„Man kennt die ‚zwei Bilder aus einem Künstlerleben‘, von Uwe Jens Jensen und Hansgeorg Koch entworfen, bereits, jedes für sich, aus Stuttgart und Bochum. ‚Elvis‘, eine Revue über den Rockstar Elvis Presley, und ‚John‘, eine musikalische Nummernfolge über Beatle John Lennons Karriere, ergeben, auf einen einzigen langen – überlangen – Abend gebracht, eine Gelegenheit für die Burgdamen Josefin Platt, Brigitta Furgler, Sylvia Lukan und Sonja Sutter, sich singend glanzvoll zu produzieren. Das Burgtheater, außer rand und Band geraten, biedert sich dem Publikum als Music Hall an.

[…] Fürs Burgtheater ist die Show jedoch ein Aufbruch zu neuen Ufern, der Weg zu einem neuen Publikum, ein Abend für Eltern und ihre Kinder, die ihre Kulturbedürfnisse nicht nur im philharmonischen Konzert zu stillen suchen. Das wiegt vielleicht die narzistische Kränkung auf, die sich daraus ergibt, daß man im Burgtheater zum Saisonbeginn alte Hüte aus Stuttgart und Bochum neu drapiert hat.“

Paul Kruntorad: Die Burg als Music Hall. Zwei Revuen über Elvis Presley und John Lennon. In: Frankfurter Rundschau, 12. Oktober 1987.

Empfohlene Zitierweise

„Elvis & John“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/elvis-and-john/

Letzte inhaltliche Änderung: 14. Mai 2025.