Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Evita [Dresden]

Musical

Musik von Andrew Lloyd Webber
Text von Tim Rice
Deutsche Übersetzung von Michael Kunze

Inszenierung

DDR-Erstaufführung: 28. Mai 1987 
Staatsoperette, Dresden, DDR

Besetzung:  

Premierenchronik

GBUA21. Juni 1978Prince Edward Theatre, London
USAEA25. September 1979Broadway Theatre, New York
ADspr. EA20. Januar 1981Theater an der Wien, Wien
DEA10. September 1982Theater des Westens, Berlin
DDREA28. Mai 1987Staatsoperette, Dresden

Inhaltsangabe

Aufstieg der unehelichen, aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Eva Duarte an der Seite des argentinischen Präsidenten Juan Perón zur mächtigsten Frau des südamerikanischen Landes.

(Klaus Baberg)

Kritiken

„Die ‚Evita‘-Musik ist kunstvolles Amalgam. Lloyd Webber ist beileibe kein Klangerneuerer, aber ein Neuerer, was die Verschmelzung der verschiedensten Stile von gestern und heute und der musikalischen Genre-Topoi zu dem einzigen Zweck theatralischer Ausdrucksstringenz anlangt.

[…] Nachhaltig hat mich beeindruckt die gelungene Synthese von theatralisch gebündelter Ausdrucksdichte, musikalisch-stilistischer Einfühlungsfähigkeit und Brillanz, von leidenschaftlicher, ausgefeilter Darstellung, choreographisch-tänzerischer Finesse (Eva Reinthaller), die alle herausforderte, von seltenem filmischen Dokumentarmaterial, eines fast kalt-sachlichen Bühnenraums (Bernd Leistner) aus wuchtigem Metallrahmen, der eine gleitende Brücke trug. […] Über 40 Solisten (darunter Chorsänger, Regieassistenten) – natürlichj mit Aufgaben unterschiedlicher Schwierigkeit betraut, und nur die wenigsten Figuren werden durchs ganze Stück geführt – dennoch: Kaum eine Gestalt, die unpointiert bliebe, nicht genaue Kontur besäße.“

Wolfgang Lange: Das waren Zehn. Evita – DDR-Erstaufführung. In: Theater der Zeit, Heft 8/1987, Seite 34-35.

„Nehmen wir das erfreuliche Fazit vorweg: Die DDR-Erstaufführung der Rockoper ‚Evita‘ an der Dresdner Staatsoperette wurde deshalb zur frenetisch gefeierten Sensation, weil Werk und Wiedergabe, Inhalt und Form endlich einmal zu der Einheit finden, die für das Musical unverzichtbar und im landläufigen Repertoirebetrieb so schwer zu erreichen ist. Sicher kam auch die Staatsoperette dabei nicht ohne – zumeist Leipziger – Gäste aus. Aber entscheidend bleibt das Ergebnis, das nunmehr Maßstäbe setzt vor allem für die eigene Arbeit und die der beiden vergleichbaren Bühnen dieses Genres, das Metropol-Theater Berlin und die Musikalische Komödie Leipzig.

[…] Die anspruchsvolle Partitur wird von Martin Grafe mit rhythmischer Akzentuierung solide ausmusiziert, doch bleibt der orchestrale Glanz hinter dem der szenischen Darbietung, an dem die von Siegfried Fischer einstudierten Chöre gewichtigen Anteil haben, noch zurück. Für die praktische Ausstattung, die nicht zuletzt den zügigen Zweistundenlauf des Abends ermöglicht, wurden gleichfalls Leipziger Gäste gewonnen, für die so dekorative wie programmatische Kurtine der Maler Arno Rink, für das unprätensiöse Bühnenbild Bernd Leistner und für die folkloristisch stilisierten Kostüme Christa Hahn.“

Georg Antosch: Ein Zeitstück – also kein Operettentheater. ‚Evita‘ von Andrew Lloyd Webber in Dresden. In: Neue Zeit, Zentralorgan der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands, Nr. 133, 9. Juni 1987, Seite 4.

„Bettina Weichert wußte den Charme Evitas, deren posierende Schönheit, Herzenskälte und rücksichtslose Machtgier mit komödiantischem Gespür und schönen Stimmitteln zu charakterisieren. Hans Grosser zeichnete den Machthaber Peron äußerlich kalt, innerlich schwankend unter dem insistierenden Einfluss seiner Frau. Gottfried Richter wirkte als Che kalt, bewußt, artistisch gewandt. Siegfried Fischers Einstudierung der anspruchsvollen Choraufgaben war von bewährter Genauigkeit, Christa Hahns Kostüme gaben Atmosphäre, kunstvolle Masken und Frisuren, besonders wirkungsvoll die der psychisch zerstörten Evita, gstaltete Ruth Ramoth.“

Wofgang Gubisch: „Evita“ oder das Spiel der perfekten Täuschung. Musical von Andrew Lloyd Webber erstaufgeführt. In: Neues Deutschland, Zentralorgan der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), 25. Juni 1987, Seite 4.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Literatur

Kommentar

Die Angaben zur Besetzung und zum Inszenierungsteam wurden der damaligen Presse entnommen und werden bei Vorlage der Originalunterlagen ggf. entsprechend aktualisiert und ergänzt.

Empfohlene Zitierweise

„Evita“ [Dresden]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/evita-dresden/

Letzte inhaltliche Änderung: 10. Oktober 2021.